Buch - Drama
Dreissig Tage
Dreissig TageBuch - Drama | mit: Annelies VerbekeBewertung:★★★★★ Die 1976 in Dendermonde (Belgien) geborene Annelies Verbeke ist eine bekannte flämische Schriftstellerin und Theaterautorin. 2003 debütierte sie erfolgreich mit ihrem ersten Roman „Schlaf“. „Dreißig Tage“, der neue Roman der Autorin, wurde 2015 und 2016 mit Literaturpreisen ausgezeichnet und erschien nun in deutscher Übersetzung beim Residenz Verlag. Handlung Alphonse, ein 40jähriger Senegalese, zieht mit seiner jüngeren Freundin Kat von Brüssel in ein flämisches Dorf. Er kehrt seiner Leidenschaft für Musik den Rücken zu, um in der ländlichen Abgeschiedenheit zur Ruhe zu kommen und verdient seinen Lebensunterhalt, indem er Maler- und Reparaturarbeiten übernimmt. Langsam wird er unentbehrlich für das Dorf – für jeden ist er ein aufmerksamer Zuhörer und weiß Rat und Hilfe. Er ist für jeden da, aber auch für sich selbst. Alphonse zeichnet eine unglaubliche innere Freiheit und Stärke aus. Jedoch wird ihm seine schwarze Hautfarbe eines Tages zum Verhängnis.BewertungBereits der Klapptext verrät das tragische Ende des Romans, jedoch kann man sich die Grausamkeit gar nicht vorstellen. Alphonse, die Hauptfigur, vereint in sich schon fast Jesus ähnliche Züge: Ein guter Zuhörer, unglaublich mitfühlend, zu jeder Zeit bereit, jedem zu helfen. Er fällt keine moralischen Urteile über die Leute, die ihm ihre Seelen ausschütten. Das flämische Dorf so ruhig, harmonisch und malerisch, verbirgt unter seinen Fassaden tiefe Risse. Diese ländliche heile Welt existiert nicht, das ist Alphonse durchaus bewusst. Die Lügen, Betrügereien, Drohungen, die zum Vorschein kommen, erschüttern ihn nicht. Er ist eine Art Seelsorger geworden, kann aber seine innere Freiheit und Frieden behalten. Er liebt Menschen in ihren nach Reparaturen schreienden Häusern und mit Häusern meint die Autorin nicht nur die Bauten.
„Dreißig Tage“ ist ein Roman, wo jeder Satz zum Nachdenken anregt, wo manches übertrieben, grotesk oder auch abstoßend erscheint. Eine Parallele kann man zu Juli Zehs Roman „Unterleuten“ ziehen, in dem auch das Dorfleben unter die Lupe genommen wird.
Annelies Verbeke lässt die Leser Alphonse 30 Tage lang durch sein Leben begleiten, sie hat ihre Hauptfigur mit viel Leben erfüllt und erzählt seine Geschichte in einer sehr anschaulichen und sogar poetischen Sprache. Das Ende kommt sehr abrupt und man spürt förmlich diese Hassexplosion, die einen einfach sprachlos macht.
In ihrem Roman zeigt die Autorin überdeutlich, wozu die lodernden Flammen der Fremdenfeindlichkeit führen können.
Fazit Ein sehr tiefgründiges Buch, sicher lesenswert. Jedoch hat es zwischen ihm und mir nicht „gefunkt“, dennoch 5 von 5 Punkten!
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„Dreißig Tage“ ist ein Roman, wo jeder Satz zum Nachdenken anregt, wo manches übertrieben, grotesk oder auch abstoßend erscheint. Eine Parallele kann man zu Juli Zehs Roman „Unterleuten“ ziehen, in dem auch das Dorfleben unter die Lupe genommen wird.
Annelies Verbeke lässt die Leser Alphonse 30 Tage lang durch sein Leben begleiten, sie hat ihre Hauptfigur mit viel Leben erfüllt und erzählt seine Geschichte in einer sehr anschaulichen und sogar poetischen Sprache. Das Ende kommt sehr abrupt und man spürt förmlich diese Hassexplosion, die einen einfach sprachlos macht.
In ihrem Roman zeigt die Autorin überdeutlich, wozu die lodernden Flammen der Fremdenfeindlichkeit führen können.
Fazit Ein sehr tiefgründiges Buch, sicher lesenswert. Jedoch hat es zwischen ihm und mir nicht „gefunkt“, dennoch 5 von 5 Punkten!