Buch - Drama

Ein einfaches Leben:

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Ein einfaches Leben:
Ein einfaches Leben:Buch - Drama | mit: Min Jin Lee Bewertung:★★★★★ Min Jin Lee, 1968 in Seoul/Südkorea geboren, immigrierte 1976 mit ihrer Familie in die USA. Sie hat in Yale studiert und als Anwältin gearbeitet. 20 Jahre Arbeit investierte sie in ihren Roman „Ein einfaches Leben“, der beim dtv Verlag in deutscher Übersetzung erschienen ist. In den USA stand das Werk bereits auf allen Bestsellerlisten, in Deutschland wird es ohne Zweifel ebenso zu einem gefeierten Bestseller werden. Handlung Die Handlung des Romans beginnt 1910 in Yeongdo, Busan, Korea, als Korea von Japan annektiert wird und der alte Fischer, der Großvater der Romanhauptfigur Sunja und seine Frau beschließen, Untermieter aufzunehmen. Bald darauf heiratet der Sohn des Fischers, Hoonie Yangjin und nach vier Fehlgeburten kommt Sunja auf die Welt, die auch das einzige Kind des Ehepaares bleibt. Als Sunja ihrer ersten Liebe begegnet und ungewollt schwanger wird, muss sie Korea verlassen, um über ihre Familie keine Schande zu bringen. Sie heiratet einen christlichen Pfarrer namens Isak Baek, der sich bereit erklärt, Sunjas Kind einen Namen zu geben und geht mit ihm nach Osaka. Ihre beiden Söhne Noa und Mozasu werden in der Fremde geboren. In Japan angekommen macht Sunja die Erfahrung, dass koreanische Einwanderer, selbst wenn sie in Japan geboren wurden, dort als Menschen zweiter Klasse gelten. Sunja versucht, sich in Japan durchzuschlagen um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Können aber Geld oder die beste Ausbildung aus dieser Diskriminierung und Ablehnung heraushelfen? Werden Sunja und ihre Familie in Japan eine neue Heimat finden?Bewertung„Ein einfaches Leben“ ist ein generationenübergreifender Roman, in dem Leser 1910 auf Sunjas Großvater treffen und Sunjas Leben bis 1989 verfolgen dürfen. Es ist ein Roman über eine koreanische Familie, die alle koreanischen Einwanderer in Japan repräsentieren kann: Koreaner, die auch in zweiter oder dritten Generation immer noch geduldet werden, „Ausländer mit Wohnsitz in Japan“ bleiben und nur hoffen können, nicht abgeschoben zu werden. Koreaner, die sogar nicht sie selbst sein dürfen, sondern einen japanisierten Namen annehmen müssen.
„Ein einfaches Leben“ ist ein Roman über einen tagtäglichen Überlebenskampf, über eine Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Heimat. Die Leser begleiten Sunja, ihren Mann Isak und ihre Söhne Noa und Mozasu im Armenviertel von Osaka, auf einem Bauernhof während des zweiten Weltkrieges und später auch im Wohlstand. Aber auch der soziale Aufstieg kann die Sehnsucht „dazuzugehören“ nicht stillen. Als Koreaner und Christen erfährt die Familie durch die Jahrzehnte Diskriminierung und Ablehnung, unabhängig davon, ob Sunja mit ihrer Schwägerin als Kimchi- und Toffee-Verkäuferin ihr Geld verdient oder ob Mozasu zu einem wohlhabenden Paschiko Salon Betreiber aufsteigt. Diese Diskriminierung und Ablehnung ist auch der Grund dafür, dass koreanische Frauen von Japanern zur Prostitution gezwungen werden. Ebenfalls treibt die Diskriminierung koreanische Jungs, die wegen ihrer Herkunft gehänselt werden und junge Männer, die Angst haben von ihrer Ehefrau oder dem Arbeitgeber als Nicht-Japaner erkannt zu werden, in den Selbstmord.
Am Beispiel von Sunjas Familie gibt die Autorin auch Einblicke in den Familienalltag, kulturelle Eigenheiten, Vorstellungen und Wertesysteme.
Es ist ein Roman voller Tragik und Schmerz und erst in der Figur von Sunjas Enkel Solomon ist Raum und Energie vorhanden, sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen und eine Position gegen die Diskriminierung zu beziehen. Fazit Ein bewegender, ergreifender Roman. Einfach brillant auf jeder der 545 Seiten.
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