Comic - Drama
Ein Freitod
Ein FreitodComic - Drama | mit: Steffen KvernelandBewertung:★★★★★ Der Comic „Ein Freitod“ von Steffen Kverneland ist ein ehrliches Selbstporträt, in dem er über den Selbstmord seines Vaters berichtet und wie er diesen als junger Mann und heute wahrgenommen hat. Eine zutiefst erschütternde Wahrheit kommt ans Tageslicht. Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man von einer unterhaltsamen, mitreißenden Graphic Novel sprechen. Handlung Als Steffen Kverneland gerade einmal 18 Jahre alt ist, nimmt sein Vater sich das Leben. Kverneland berichtet von der Zeit davor, also seiner Kindheit und von der Trauerphase danach. Aber auch Jahre später ist der tragische Tod seines Vaters immer noch in seinem Kopf und ständiger Begleiter. Der Autor berichtet offen und ehrlich von seinen Gefühlen und Emotionen. Gleichermaßen erzählt er vom Krankheitsverlauf und zeigt sogar private Familienaufnahmen.BewertungWas mir am besten gefallen hat, waren die offene Worte, die Einblicke ins Familienleben und die Fotos aus dem Familienalbum. Obwohl man selbst den Vater nicht kannte, kann der Leser mitfühlen. Jede Seite löst einen Herzschmerz aus. Als die ersten Originalaufnahmen die reale Person zeigen, muss man kurz den Atem anhalten. Es geht einem einfach sehr nahe.
Als quasi Mitglied der Familie wird man auf die einzelnen Stationen mitgenommen. Besonders fällt die Berghütte ins Augen. Ein Rückzugsort der Familie. Ein idyllisches Fleckchen, dass quasi die heile Welt repräsentiert. Dennoch ist es zugleich eine Festung der Einsamkeit. Kverneland gehört zu den besten skandinavischen Zeichnern und Autoren. Warum das so ist, sehen wir sofort. Die Panels sind einfach fantastisch, sie schreien nur so von Lebendigkeit. Dennoch übermitteln sie die traurige Botschaft. Und so ist es kein Wunder, dass wir immer mal wieder eine Zwischensequenz eingeblendet bekommen. Sei es eine schwarze Seite oder ein Tunnel. Die Anspielungen sind deutlich und puschen die Emotionen. Alleine durch die Kraft der Bilder können wir uns in die verzwickte Lage hineinversetzen.
Gelungen ist auch die kritische Auseinandersetzung, als Kverneland über den Alltagsrassismus seines Vaters spricht. Er war kein böser Mensch, doch sein Vokabular drückte das nicht gerade aus. Es war halt eine andere Zeit. Auch das gezogene Fazit, als er über die angebliche Feigheit von Selbstmördern spricht, hat mir gefallen. Er zieht in meinen Augen richtige Schlüsse. Jedoch ist das natürlich ein sensibles Streitthema, wobei es die unterschiedlichsten Meinungen geben wird. Fazit „Ein Freitod“ ist ein Comic, welches sehr emotional daher kommt, den nötigen Tiefgang nicht vermissen lässt und sich trotz der Thematik „warm“ anfühlt.
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Als quasi Mitglied der Familie wird man auf die einzelnen Stationen mitgenommen. Besonders fällt die Berghütte ins Augen. Ein Rückzugsort der Familie. Ein idyllisches Fleckchen, dass quasi die heile Welt repräsentiert. Dennoch ist es zugleich eine Festung der Einsamkeit. Kverneland gehört zu den besten skandinavischen Zeichnern und Autoren. Warum das so ist, sehen wir sofort. Die Panels sind einfach fantastisch, sie schreien nur so von Lebendigkeit. Dennoch übermitteln sie die traurige Botschaft. Und so ist es kein Wunder, dass wir immer mal wieder eine Zwischensequenz eingeblendet bekommen. Sei es eine schwarze Seite oder ein Tunnel. Die Anspielungen sind deutlich und puschen die Emotionen. Alleine durch die Kraft der Bilder können wir uns in die verzwickte Lage hineinversetzen.
Gelungen ist auch die kritische Auseinandersetzung, als Kverneland über den Alltagsrassismus seines Vaters spricht. Er war kein böser Mensch, doch sein Vokabular drückte das nicht gerade aus. Es war halt eine andere Zeit. Auch das gezogene Fazit, als er über die angebliche Feigheit von Selbstmördern spricht, hat mir gefallen. Er zieht in meinen Augen richtige Schlüsse. Jedoch ist das natürlich ein sensibles Streitthema, wobei es die unterschiedlichsten Meinungen geben wird. Fazit „Ein Freitod“ ist ein Comic, welches sehr emotional daher kommt, den nötigen Tiefgang nicht vermissen lässt und sich trotz der Thematik „warm“ anfühlt.