Filme und Serien
Emerald City - Die dunkle Welt von Oz
Emerald City - Die dunkle Welt von OzFilme und Serien | mit: mit: Vincent D´Onofrio, Adria Arjona, Oliver Jackson-Cohen, Ana UlaruBewertung:★★★★★ Die lose auf dem Roman “Der Zauberer von Oz” basierende Serie Emerald City stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach Schwierigkeiten und Unterbrechungen in der Produktion feierte die Serie erst über zwei Jahre, nachdem die NBC die Arbeiten startete, Premiere. Jetzt ist die Serie in Deutschland auf DVD und Bluray erschienen. Leider können wir uns aber nur in der ersten und einzigen Staffel erfreuen, denn direkt nach deren Ausstrahlung wurde die Serie eingestellt. Handlung Die 20-jährige Dorothy Gale lebt im kleinen Ort Lucas, Kansas in den USA bei ihrer Adoptivmutter. In einer Rückblende zu Beginn der ersten Folge erfahren wir, dass ihre leibliche Mutter bei einem Sturm Zuflucht suchte. Zwanzig Jahre lebt ihre leibliche Mutter nicht mehr auf der Farm. Als Dorothy ihre leibliche Mutter dann besuchen möchte, bringt ein erneuter Sturm alles gehörig durcheinander. Durch den Tornado gerät sie in eine andere Welt, die Welt von Oz. Orientierungslos freundet sie sich mit einem verletzt zurückgelassenen Soldaten an, der sein Gedächtnis verloren hat. Dieser erzählt ihr vom mächtigen Zauberer von Oz, den sie fortan finden möchte, um ihn zu bitten, sie wieder nach Hause zurückzubringen. Doch da ahnt sie noch nicht, dass sie Teil einer mythischen Prophezeiung ist und einige Menschen denen sie begegnet nicht die sind, die sie vorgeben oder glauben zu sein. Trailer BewertungDas Cover der Bluray präsentiert „Emerald City“ der Romanvorlage entsprechend als prunkvolle, smaragdgrüne Stadt und die Figuren der Serie als realistischere Versionen ihrer Vorbilder. Die Serie versucht den Zauberer von Oz in die Moderne zu holen und neuzeitliche Elemente mit Mystik und Fantastik zu verbinden. Dabei herausgekommen ist stilistisch ein eher flacher, mutloser Mittelalter-Genre-Mix. Die Stadt Oz wird nur kurz als ebenjene prächtige Stadt gezeigt. In den meisten Szenen überwiegt eine Null-Acht-Fünfzehn-Mittelalterästhetik. Gleiches gilt für die Charaktere und die Magie, die sie teilweise nutzen. Die Ansätze sind gut, man kann nicht behaupten, dass es nach „Low Budget“-Produktion aussieht, aber dennoch gehen manche Kostüme und Darstellungsformen meiner Meinung nach gehörig daneben. Einige rituelle Tänze der Hexen von Oz haben bei mir beispielsweise regelrecht Fremdscham ausgelöst, so absurd sind die Verrenkungen, die gemacht werden, um „Magie“ anzudeuten. Eine etwas simplere CGI-Lösung mit weniger Ausdruckstanz hätte mir hier deutlich besser gefallen.
Gleiches gilt eigentlich für die gesamte Welt von Oz. In kleinen Szeneschnipsel spürt man immer wieder, dass das „Worldbuilding“ zunächst einen geringeren Stellenwert hatte und man sich dann hier und da entschieden hat, doch noch eine Szene hinterherzuschieben, die andeutet, wie sehr sich Oz von unserer Welt unterscheidet. In diesen Szenen bleibt es dann aber beispielsweise bei einer fliegenden Apparatur, die einsam durch die Landschaft streift oder bei einer Kamerafahrt über ein einzelnes Windrad, welches denen unserer Welt nicht ähnelt. Das ist Worldbuilding auf Sparflamme.
Schade, denn das Ensemble aus Schauspielerinnen und Schauspielern ist gut und die Geschichte solide. Zwar geschehen einige Storyparts sehr abrupt und es ist in den ersten Episoden daher schwer den Geschehnissen zu folgen und zu verstehen wie die Figuren und deren Handeln zusammenhängt, aber der übergeordnete Handlungsbogen hält durchaus einige spannende Momente und Überraschungen parat. Gerade die Geheimnisse, die einige Personen von Anfang an deutlich zu haben scheinen, aber nicht offenbaren wollen oder können, lenken gekonnt von denen anderer Figuren ab, sodass die Offenlegung dieser wiederum sehr überraschend ist.
Dazu tragen ordentliche schauspielerische Leistungen bei. Vincent D´Onofrio ist in der Rolle als machtgieriger, mürrischer Despot und Choleriker einfach gut aufgehoben. Und auch Ana Ularu hat mir als biestige, etwas karikaturistisch-überzeichnete Hexe des Westens gut gefallen. Die Hauptdarstellerin Adria Arjona macht ihre Sache okay, findet sich aber auch in der undankbaren Rolle wieder die kitschig-klischeeig angedeutete Romanze zu der männlichen Hauptrolle von Oliver Jackson-Cohen tragen zu müssen. Das lenkt letztlich von der eigentlichen Charakterentwicklung zur kämpferischen Heldin eher ab.
Fazit Am Ende der Sichtung von „Emerald City – Die dunkle Welt von Oz“ empfinde ich es dann doch als ärgerlich, dass nicht zumindest noch eine kurze zweite Staffel gedreht wurde, um angefangene Handlungsstränge aufzulösen und Wendungen aufzuklären und abzuschließen. Zumindest den Spannungsaufbau in manchen Teilen der Story macht die Serie nämlich ordentlich und schauspielerisch ist das auch ganz solide. Stilistisch ist der Funke aber so gar nicht übergesprungen. Der Mystik und Verzauberung der Vorlage wird die Serie keineswegs gerecht, denn die Welt von Oz wirkt karg und uninspiriert.
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Gleiches gilt eigentlich für die gesamte Welt von Oz. In kleinen Szeneschnipsel spürt man immer wieder, dass das „Worldbuilding“ zunächst einen geringeren Stellenwert hatte und man sich dann hier und da entschieden hat, doch noch eine Szene hinterherzuschieben, die andeutet, wie sehr sich Oz von unserer Welt unterscheidet. In diesen Szenen bleibt es dann aber beispielsweise bei einer fliegenden Apparatur, die einsam durch die Landschaft streift oder bei einer Kamerafahrt über ein einzelnes Windrad, welches denen unserer Welt nicht ähnelt. Das ist Worldbuilding auf Sparflamme.
Schade, denn das Ensemble aus Schauspielerinnen und Schauspielern ist gut und die Geschichte solide. Zwar geschehen einige Storyparts sehr abrupt und es ist in den ersten Episoden daher schwer den Geschehnissen zu folgen und zu verstehen wie die Figuren und deren Handeln zusammenhängt, aber der übergeordnete Handlungsbogen hält durchaus einige spannende Momente und Überraschungen parat. Gerade die Geheimnisse, die einige Personen von Anfang an deutlich zu haben scheinen, aber nicht offenbaren wollen oder können, lenken gekonnt von denen anderer Figuren ab, sodass die Offenlegung dieser wiederum sehr überraschend ist.
Dazu tragen ordentliche schauspielerische Leistungen bei. Vincent D´Onofrio ist in der Rolle als machtgieriger, mürrischer Despot und Choleriker einfach gut aufgehoben. Und auch Ana Ularu hat mir als biestige, etwas karikaturistisch-überzeichnete Hexe des Westens gut gefallen. Die Hauptdarstellerin Adria Arjona macht ihre Sache okay, findet sich aber auch in der undankbaren Rolle wieder die kitschig-klischeeig angedeutete Romanze zu der männlichen Hauptrolle von Oliver Jackson-Cohen tragen zu müssen. Das lenkt letztlich von der eigentlichen Charakterentwicklung zur kämpferischen Heldin eher ab.
Fazit Am Ende der Sichtung von „Emerald City – Die dunkle Welt von Oz“ empfinde ich es dann doch als ärgerlich, dass nicht zumindest noch eine kurze zweite Staffel gedreht wurde, um angefangene Handlungsstränge aufzulösen und Wendungen aufzuklären und abzuschließen. Zumindest den Spannungsaufbau in manchen Teilen der Story macht die Serie nämlich ordentlich und schauspielerisch ist das auch ganz solide. Stilistisch ist der Funke aber so gar nicht übergesprungen. Der Mystik und Verzauberung der Vorlage wird die Serie keineswegs gerecht, denn die Welt von Oz wirkt karg und uninspiriert.