Comic - Horror

Endzeit

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Endzeit
EndzeitComic - Horror | mit: von: Olivia ViewegBewertung:★★★★★ Carlsen macht Horror?! Aber sicher! Der Verlag, der für seine eher an Kinder und Jugendliche gerichtete Literatur bekannt ist, veröffentlicht mit „Endzeit“ von Olivia Vieweg eine postapokalyptische Vision Deutschlands nach einer Zombieinvasion. Die Geschichte wird zurzeit von Arte und ZDF verfilmt, die geplante Veröffentlichung ist 2019. Viewegs Diplomarbeit umfasste damals noch 72 Seiten, für die neue Ausgabe wurde „Endzeit“ um mehr als 200 Seiten erweitert. Handlung Zwei Jahre ist es her, seit die Zombies Deutschland – und die ganze Welt – eingenommen haben. Weimar und Jena haben es aber geschafft, sich gegen die Bedrohung zu verschanzen. Die einzige Verbindung zwischen den beiden Städten ist ein automatisierter Güterzug, Personenverkehr ist aber verboten. Doch genau in diesem Zug treffen sich Vivi und Eva. Als der Zug mitten auf der (sehr gefährlichen) Strecke stehenbleibt, müssen die zwei sehr unterschiedlichen jungen Frauen sich zusammentun, um lebend in Jena anzukommen.BewertungWenn man sich das Cover von Olivia Viewegs „Endzeit“ anschaut, würde man niemals auf die Idee kommen, dass die Graphic Novel die Zombieapokalypse als Thema hat. Der Zeichenstil erinnert an Kinderbücher wie etwa die „Conny“-Reihe, mit einem Hauch von Manga (vor allem was die Mimik der Figuren angeht). Wie kann eine so unschuldig wirkende Szenerie sich mit Tod, Mord und Zombies beschäftigen? Wie kann das funktionieren? Die Antwort: sehr gut! Ach was, das funktioniert auf so großartige Art und Weise, dass ich „Endzeit“ verschlungen habe und nicht fassen konnte, als ich sie fertiggelesen hatte. Weder die Figuren noch die Landschaft sind sehr detailliert gezeichnet und die Zombies sind nicht so furchteinflößend gezeichnet wie in einem „Walking Dead“-Comic. Dennoch schafft es Vieweg in ihrer Graphic Novel, das Grauen und die Angst der beiden Hauptfiguren – vor allem von Vivi – pointiert darzustellen, ohne diese in einem Splatter-Fest untergehen zu lassen. Klar gibt es Blut und Verderben, das bleibt bei einer Zombieapokalypse nicht aus. Diese Stellen werden aber nicht nur für billige Schockmomente ausgenutzt, sondern dienen immer dazu, die Entwicklung der Figuren voranzutreiben.
Was mir vor allem gefällt, ist die Farbgestaltung. „Endzeit“ spielt während eines sehr heißen Sommers, weswegen die Farben in sehr sommerliche Gelb-, Braun- und Rottönen gehalten werden. Und da die Natur die Straßen und Dörfer wieder eingenommen haben, gehen die beiden Hauptfiguren durch wunderschöne sommerliche Wiesen voller Blumen. Weil die Geschichte aber noch immer in einer postapokalyptischen Welt spielt, sieht man hier und da mal ein verwahrlostes Auto in der Gegend stehen oder ein verlassenes Haus. Und man hat die Zeit, sich diese Bilder anzugucken. Denn es wird kaum geredet und die Panels sind weitestgehend frei von Sprechblasen. Gesprochen wird nur, wenn wirklich nötig und die Vorgeschichte bekommt man in kleine Portionen von den Figuren erzählt. Zwar hätte ich mir hier und da gewünscht, dass man ein bisschen mehr Informationen bekommen hätte, dennoch finde ich, dass „Endzeit“ sehr knackig erzählt ist.
Fazit „Endzeit“ von Olivia Vieweg ist eines der Highlights meiner Comic-Sammlung. Vor allem die niedlichen, fast naiven Bilder gepaart mit dem blutigen Thema Zombies funktioniert bei der Graphic Novel sehr gut. Ich bin mal gespannt, wie die Verfilmung (Vieweg hat das Drehbuch selber geschrieben) werden wird.
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