Comic - Science Fiction

Enigma

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Enigma
EnigmaComic - Science Fiction | mit: Duncan Fegredo Peter Milligan Sherilyn Van ValkenburghBewertung:★★★★★ Hier geht es nicht um die deutsche Verschlüsselungsmaschine, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis eingesetzt wurde, sondern um einen Comic-Klassiker. Der sehr provokant und brutal daher kommt und mit Sicherheit den einen oder anderen Feinschmecker ansprechen wird. Der Comic Band, der beim Verlag "Cross Cult" in einer schön aufbereiteten Gesamtausgabe - stilecht im Hardcover - erschienen ist, ist aber nichts für das Marvel-/ DC-Mainstream Publikum. FSK 18, sollte man schon sein. Obwohl ich mir gar nicht mehr so sicher bin, ob die Jugend von heute nicht Schlimmeres gewohnt ist...

Das Original erschien im Übrigen bei "Vertigo" im Jahre 1993. Nun erscheint es aber im neuen Gewandt.
Handlung ENIGMA ist eine tiefschürfende, zum Nachdenken anregende postmoderne Story über Selbstfindung und sexuelle Identität, die sich vor dem Hintergrund absurdester Superhelden und Schurken entspinnt. Michael Smith lebt ein Leben ohne jegliche Bedeutung voller Routine und Langeweile. Doch als die schrägen Figuren von Enigma - Michaels liebste Comichelden aus seiner Kindheit - plötzlich zum Leben zu erwachen scheinen, hat dieser lahme Alltag ein Ende. Michael begibt sich auf einen zunehmend obsessiven Kreuzzug, um das alle Vorstellung sprengende Geheimnis hinter ihrer eigentlich unmöglichen Existenz aufzudecken. Gemeinsam mit dem Schöpfer des Enigma-Comics trifft Smith auf einen wahnsinnigen Psychopathen, einen Serienmörder mit fraglichen kulinarischen Vorlieben, einen zum Selbstmord verleitenden Wahrsager und ein teleportierendes Ex-Model. Seine Suche offenbart schockierende Wahrheiten über sein Idol und letztlich Michael selbst.
BewertungEs fängt schon ziemlich deftig an. Auf den ersten Seiten wird der Leser sofort in die abscheuliche Realität hineingezogen, die "Enigma" ausmacht. Ich möchte Euch den Spaß nicht verderben, daher spoiler ich nicht die Aussage, aber ich dachte beim Lesen: Joa, jetzt gehts los! Wir merken sofort, dass Peter Milligan am Werk ist. Schließlich ist der Autor dafür bekannt eher die düsteren Geschichten zu erzählen. So war er der am längsten aktive Autor von Hellblazer, in dem er von den düsteren Geschichten des TV-Charakters John Constantine erzählte. Aber auch seine anderen Arbeiten reihen sich in dieses Bild ein und zwar nahtlos.

Die Verwandlung der Hauptfigur, dass er sich in Helden verirrt, stets auf der Suche nach sich selbst ist, ist schon Chaos genug. Aber was dann passierte, verblüfft. Wir schuckeln uns zunächst in die Handlung. Ein Mörder, ein komischer Mann. Und dann taucht dann der Bösewicht auf. Total unerwartet sagt das Comic: Hallo, hier bin ich und jetzt geht es richtig los! War es bis dahin noch nicht verrückt genug, dann wird es jetzt. Dabei wird uns aber auch die ganze Zeit aufgezeigt, dass die Welt, in der wir leben, eine böse Welt ist. Schwäche wird ausgenutzt und derjenige, der nicht in die Norm passt, wird gnadenlos ausgelacht.

Die Zeichnungen passen sich schnell dieser verrückten Umgebung an. Duncan Fegredo, der seine Finger u.a. in "Hellboy" hat, bringt den ganzen Dreck, den Schmutz der Geschichte eindrucksvoll und stilecht auf Papier. Hier haben sich zwei verstanden! Das Bonusmaterial kann sich zudem sehen lassen: Vorwort, Cover und Zeichnungen. Da sind die angeschlagenen 30 EUR gerechtfertigt. Fazit Inflation hin, Inflation her, die 30 EUR solltet ihr investieren, wenn ihr Feinschmeckerliteratur in eurer Sammlung stehen haben wollt. Sehr geil!
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