Comic - Drama
Ernie Pike
Ernie PikeComic - Drama | mit: Héctor Germán Oesterheld (Autor), Hugo Pratt (Zeichner), André Höchemer (Übersetzer)Bewertung:★★★★★ Héctor G. Oesterheld und Hugo Pratt sind Legenden, sie haben mit "Ernie Pike" einen hervorragenden Comic auf die Beine gestellt. Während Pratt uns im Jahre 1995 verlassen hat, ist das Schicksal von Oesterheld unbekannt. Er wurde im Jahr 1976 unter General Jorge Rafael Videla verhaftet und zählt zusammen mit seinen vier Töchtern zu den sogenannten "Verschwundenen". Ein weiteres trauriges Schicksal erlitt 1945 die Reporter-Vorlage Ernie Pyle, der bei Okinawa gestorben ist. Zwei Opfer, doch bei den beiden bleibt es nicht, zumindest in der Handlung. Es geht um Krieg der einfachen Soldaten, wie dreckig er ist und das wir alle froh sein können, dass wir uns heute mehr Sorgen darüber machen müssen, welches Videospiel wir unseren Kinder als erstes kaufen sollen... Handlung Inspiriert von der Figur des amerikanischen Kriegsberichterstatters Ernie Pyle schufen Oesterheld und Pratt 1957 in Argentinien die Figur des Ernie Pike: ein Journalist, an die Schrecken des Schlachtfelds gewöhnt, aber entschlossen, seine Menschlichkeit zu verteidigen und zu bewahren. In seinen Händen hält er keine Waffe, sondern ein Notizbuch, in dem er Geschichten und Zeugnisse aus den Schützengräben der halben Welt sammelt. Verrat, Mut, Flucht oder Heldentum, nichts entgeht dem scharfen Blick dieses Zeitzeugen des Krieges.BewertungZunächst gibt es Bonusmaterial in Form eines satten Vorwortes. Hier werden wir gleich passend eingestimmt, bei vielen Informationen und Bildern, die einfach neugierig machen. Ansonsten kann die Gesamtausgabe damit punkten, dass zehn außerhalb Argentiniens noch nie publizierte Seiten, präsentiert werden. Darüber hinaus gibt es nicht nur Ernie-Pike-Geschichten von Oesterheld und Pratt, sondern auch weitere Kurzgeschichten der beiden Kreativen. Die Ausgabe ist eine Wucht, nicht nur wegen den 364 Seiten, sondern wegen dem schönen Hardcover, das sicherlich Eindruck erwecken wird, in jeder gut sortierten Sammlung.
Es ist auch die Geschichte der einfachen Soldaten. Den Frontschweinen, Menschen die ganz vorne ihren Kopf hinhalten müssen. Auf Knopfdruck. Zuerst sind sie Menschen in ihren Unterkünften. Sie stacheln sich auf, wollen ihre Ängste unterdrücken. Wenn der Befehl kommt, legen sie diese Menschlichkeit ab und werden zu Mördern, kämpfen um ihr Leben. Dabei fallen sie, werden verletzt oder werden verrückt bei Panzerschlachten in der Wüste. Aber es geht, wie gesagt, um die einfachen Soldaten. Die Sichtweise der Kämpfer zeigt auch Situationen in denen sie von Befehlen abweichen und der Fratze des Krieges kurz die kalte Schulter zeigen, indem sie dann doch so etwas wie Nächstenliebe zeigen.
Natürlich geht es auch wieder um Heldenmut und Opferbereitschaft. Das schöne an "Ernie Pike" ist, dass nicht glorifiziert wird. Es werden interessante Geschichten präsentiert, Menschen, die alles geben, jedoch keine gottähnlichen Persönlichkeiten sind. Dabei ist die titelgebende Figur meistens der Erzähler der Handlung. Dabei spielen die Drehorte an den unterschiedlichsten Schauplätzen: Wir reisen nach Afrika, sind im Pazifik oder sehen Osteuropa. Allein daran sehen wir, dass alles breit gestreut ist und für den Leser viele interessante Einblicke geschaffen werden.
Die Panelsprache ist außerdem gut gelungen. In einigen Passagen kommen die Bilder mit wenigen Worten aus, und dennoch wird die ganze Szenerie eindrucksvoll dargestellt. Die Zeichnungen bauen die Atmosphäre stimmungsvoll auf, sodass der Leser den Krieg nicht nur sehen, sondern ihn auch fühlen kann. Fazit "Ernie Pike" ist ein Klassiker, ein Meisterwerk, das natürlich nicht in der Sammlung fehlen darf. Es gehört einfach in jede gut sortierte Comic-Bibliothek. Darüber hinaus ist es erschreckend, dass es aufgrund der zahlreichen, weltweiten Konflikte immer noch nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat...
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Es ist auch die Geschichte der einfachen Soldaten. Den Frontschweinen, Menschen die ganz vorne ihren Kopf hinhalten müssen. Auf Knopfdruck. Zuerst sind sie Menschen in ihren Unterkünften. Sie stacheln sich auf, wollen ihre Ängste unterdrücken. Wenn der Befehl kommt, legen sie diese Menschlichkeit ab und werden zu Mördern, kämpfen um ihr Leben. Dabei fallen sie, werden verletzt oder werden verrückt bei Panzerschlachten in der Wüste. Aber es geht, wie gesagt, um die einfachen Soldaten. Die Sichtweise der Kämpfer zeigt auch Situationen in denen sie von Befehlen abweichen und der Fratze des Krieges kurz die kalte Schulter zeigen, indem sie dann doch so etwas wie Nächstenliebe zeigen.
Natürlich geht es auch wieder um Heldenmut und Opferbereitschaft. Das schöne an "Ernie Pike" ist, dass nicht glorifiziert wird. Es werden interessante Geschichten präsentiert, Menschen, die alles geben, jedoch keine gottähnlichen Persönlichkeiten sind. Dabei ist die titelgebende Figur meistens der Erzähler der Handlung. Dabei spielen die Drehorte an den unterschiedlichsten Schauplätzen: Wir reisen nach Afrika, sind im Pazifik oder sehen Osteuropa. Allein daran sehen wir, dass alles breit gestreut ist und für den Leser viele interessante Einblicke geschaffen werden.
Die Panelsprache ist außerdem gut gelungen. In einigen Passagen kommen die Bilder mit wenigen Worten aus, und dennoch wird die ganze Szenerie eindrucksvoll dargestellt. Die Zeichnungen bauen die Atmosphäre stimmungsvoll auf, sodass der Leser den Krieg nicht nur sehen, sondern ihn auch fühlen kann. Fazit "Ernie Pike" ist ein Klassiker, ein Meisterwerk, das natürlich nicht in der Sammlung fehlen darf. Es gehört einfach in jede gut sortierte Comic-Bibliothek. Darüber hinaus ist es erschreckend, dass es aufgrund der zahlreichen, weltweiten Konflikte immer noch nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat...