Comic - Geschichte
Ernst Busch - Der letzte Prolet
Ernst Busch - Der letzte ProletComic - Geschichte | mit: Jochen Voit und Sophia HirschBewertung:★★★★★ Wer hat die DDR-Nationalhymne komponiert? Es war nicht Ernst Busch, doch auch dieses Stück Geschichte kommt in diesem Comic vor. Durch seine poltische Einstellung war Busch natürlich ein Feind der Nazis. Nach dem Krieg trat er bereits 1947 in die SED ein und gehört somit von Anfang an dazu. Streitbar und doch sind nach dem Schauspieler Straßen benannt. Dennoch sollte man nicht zu schnell urteilen, denn Busch hat zwar keine öffentliche Kritik an der Partei geübt, intern hat er jedoch einige Streitigkeiten vom Zaun gebrochen, weil er mit der Politik der SED nicht zufrieden war. Das alles und noch viel mehr hat nun der "avant-verlag" im Comic "Ernst Busch - Der letzte Prolet" durch den Autor Jochen Vogt und Zeichnerin Sophia Hirsch auf Papier gedruckt, damit sich die Nachwelt und die Jugend von heute ein gutes Bild machen können. Handlung Der junge Maler Ronald Paris will ausgerechnet den exzentrischen Sänger und Schauspieler Ernst Busch auf noch nie gesehene Art porträtieren. Das Gemälde soll 1972 die Kunstausstellung der DDR in Dresden zieren, doch das Vorhaben droht zum Desaster zu werden.
Busch war Werftarbeiter in der Kaiserzeit, Film und Schallplattenstar in der Weimarer Republik, antifaschistischer Sänger im Exil, Gefangener des Naziregimes, widerborstiger Staatskünstler und Vorzeigeprolet in der DDR. So einer kann nicht stillsitzen. Ronald Paris kämpft mit der schier unglaublichen Lebensgeschichte seines Modells. Als das Bild endlich fertig ist, kommt es zum Eklat …
50 Jahre später spüren Ernst-Busch-Biograf Jochen Voit und Zeichnerin Sophia Hirsch dem mehrjährigen Schaffensprozess des Malers nach − und dem skandalumwitterten Gemälde, das bis heute als verschollen gilt. Eine sozialistische Tragödie, ein grafisches Epos über die Widersprüche und verlorenen Träume der Linken im 20. Jahrhundert.
BewertungJochen Voit schreibt gerne über DDR-Themen und hat mit "Nieder mit Hitler" ein Comic auf die Beine gestellt, dass erst vor ein paar Monaten ebenfalls beim "avant-verlag" veröffentlicht wurde. Nun geht es aber mindestens zwei Stufen nach oben. Weg von einer kleinen Widerstandstruppe, hin zu einem Proleten dessen Lebensgeschichte es in sich hat. Sophia Hirsch ist seit 2012 so richtig beim Thema Comic angelangt, denn seit dieser Zeit entwickelt sie Kurzgeschichten in Panelform. Ihr Strich weiß zu gefallen und bringt das gewisse Extra mit für diese Biographie. Die Zeichnungen bringen viele Details mit und haben sicherlich einige Zeit in Anspruch genommen, immerhin umfasst "Ernst Busch - Der letzte Prolet" stolze 248 Seiten.
Dankbar bin ich dem Trio, also Verlag, Autor und Zeichnerin, dass sie mir Ernst Busch auf den Lesestapel gebracht haben, denn sonst, wäre diese Figur nicht auf meinem Radar gewesen. Ulkig, dass ich solch eine Persönlichkeit noch nicht wahrgenommen habe. Auch der Anhang weiß zu gefallen, denn dort gibt es noch einmal ein üppiges Hintergrundmaterial zu den Personen und Liedern. So wird der Geschichtsunterricht irgendwie nicht langweilig. Das liegt auch an der Figur, der deutschen Geschichte und den unendlich vielen Einflüssen, die auf das Gesamtwerk einprasseln. Es ist eine Menge, die einen erschlagen könnte aber das Künstlerpaar kann mit dem Gewicht, der übertragenen Last gut umgehen und schafft es eine gewisse Leichtigkeit unters Volk zu bringen. Daher ist "Ernst Busch - Der letzte Prolet" sehr schön zu lesen.
Fazit "Ernst Busch - Der letzte Prolet" ist ein gutes Biopic, welches eine sehr interessant Figur zum Vorschein bringt.
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Busch war Werftarbeiter in der Kaiserzeit, Film und Schallplattenstar in der Weimarer Republik, antifaschistischer Sänger im Exil, Gefangener des Naziregimes, widerborstiger Staatskünstler und Vorzeigeprolet in der DDR. So einer kann nicht stillsitzen. Ronald Paris kämpft mit der schier unglaublichen Lebensgeschichte seines Modells. Als das Bild endlich fertig ist, kommt es zum Eklat …
50 Jahre später spüren Ernst-Busch-Biograf Jochen Voit und Zeichnerin Sophia Hirsch dem mehrjährigen Schaffensprozess des Malers nach − und dem skandalumwitterten Gemälde, das bis heute als verschollen gilt. Eine sozialistische Tragödie, ein grafisches Epos über die Widersprüche und verlorenen Träume der Linken im 20. Jahrhundert.
BewertungJochen Voit schreibt gerne über DDR-Themen und hat mit "Nieder mit Hitler" ein Comic auf die Beine gestellt, dass erst vor ein paar Monaten ebenfalls beim "avant-verlag" veröffentlicht wurde. Nun geht es aber mindestens zwei Stufen nach oben. Weg von einer kleinen Widerstandstruppe, hin zu einem Proleten dessen Lebensgeschichte es in sich hat. Sophia Hirsch ist seit 2012 so richtig beim Thema Comic angelangt, denn seit dieser Zeit entwickelt sie Kurzgeschichten in Panelform. Ihr Strich weiß zu gefallen und bringt das gewisse Extra mit für diese Biographie. Die Zeichnungen bringen viele Details mit und haben sicherlich einige Zeit in Anspruch genommen, immerhin umfasst "Ernst Busch - Der letzte Prolet" stolze 248 Seiten.
Dankbar bin ich dem Trio, also Verlag, Autor und Zeichnerin, dass sie mir Ernst Busch auf den Lesestapel gebracht haben, denn sonst, wäre diese Figur nicht auf meinem Radar gewesen. Ulkig, dass ich solch eine Persönlichkeit noch nicht wahrgenommen habe. Auch der Anhang weiß zu gefallen, denn dort gibt es noch einmal ein üppiges Hintergrundmaterial zu den Personen und Liedern. So wird der Geschichtsunterricht irgendwie nicht langweilig. Das liegt auch an der Figur, der deutschen Geschichte und den unendlich vielen Einflüssen, die auf das Gesamtwerk einprasseln. Es ist eine Menge, die einen erschlagen könnte aber das Künstlerpaar kann mit dem Gewicht, der übertragenen Last gut umgehen und schafft es eine gewisse Leichtigkeit unters Volk zu bringen. Daher ist "Ernst Busch - Der letzte Prolet" sehr schön zu lesen.
Fazit "Ernst Busch - Der letzte Prolet" ist ein gutes Biopic, welches eine sehr interessant Figur zum Vorschein bringt.