Comic - Komödie
Erste Sahne
Erste SahneComic - Komödie | mit: Bendik Kaltenborn Bewertung:★★★★★ Der norwegische Künstler Bendik Kaltenborn eilt seinem Ruf voraus. Er hat bereits in den Ländern Norwegen, Italien, Taiwan und Großbritannien seine Werke ausgestellt und konnte dafür Preise einheimsen. Illustrationen zeichnet er unter anderem für "The New Yorker", "The New York Times" und den norwegischen Musikstar Todd Terje. Dabei ist sein Zeichenstil sehr markant und voller persönlicher Eigenarten. "Erste Sahne" zeigt optisch einige Höhepunkte, doch inhaltlich konnte mich das Comic nicht überzeugen. Handlung In der Welt von "Erste Sahne" ist alles auf den Kopf gestellt. Eine verrückte Welt, in der uns Bendik Kaltenborn entführt. So nehmen Gorillas ein Diktat auf, Frösche bekommen ihren eigenen Sessel und orange Männer lauern im Garten. Klingt crazy!? Das ist es auch! Es geht um eine Realität, die in einem Paralleluniversum zu spielen scheint. Überspitzt zeigt Kaltenbron die Wirkungen der menschlichen Seele.
"Erste Sahne" beinhaltet viele Kurzgeschichten, Comicstrips und wortlose Kommentare.BewertungInhaltlich muss ich scharfe Kritik äußern, obwohl ich normalerweise auf das Genre der überspitzten Darstellung stehe, gerade dann, wenn sich ein Comic soziologischen Themen annimmt. Ja, Gesellschaftskritik muss sein und sollte satirisch und scharfsinnig geäußert werden. Dabei darf aber niemals der Humor als Unterhaltungsmedium vernachlässigt werden, denn kein Mensch auf dieser trockenen und witzlosen Welt will bei solch einem Thema nicht zum Lachen gebracht werden. Das ist schließlich der wichtigste Kaufgrund für Satire. Bendik Kaltenborn gelingt die Herausforderung nicht. Sicherlich habe ich an der einen oder anderen Stelle leicht geschmunzelt, dennoch musste ich nach diesen Momenten krampfhaft suchen. Von daher habe ich mich eher durch "Erste Sahne" gequält, als dass ich meinen Spaß hatte. Ein Beispiel möchte ich natürlich noch nennen. Ein jeder kennt den Spruch, dass auf jeden Topf ein Deckel passt. In einer kurzen Geschichte brüllt ein Mann mit einem Deckel in der Hand, wer denn hier kocht. Scheinbar kommt ein Kind vorbei und ist schockiert von dem Mann. Für mich ist das schon ein Stück weit eine Andeutung auf einen Kinderschänder, als dass es lustig erscheint.
Da das Comic in seiner Hauptdisziplin nicht die nötigen Punkte einfahren konnte, gibt es folgerichtig eine schlechte Bewertung. Dennoch habe ich mich für zwei Sterne entschieden. Denn die Zeichnungen, das optische Gesamtbild, haben mich überzeugt. Kaltenborn hat seine Panels sehr dynamisch, cartoonhaft und überspitzt dargestellt. Genauso erwarte ich dies bei einer groß angelegten Satire in einem Comic. Alles gestaltet sich sehr abwechslungsreich, obwohl einiges vertraut daher kommt. Im Anhang "Darfs noch etwas mehr sein?" erfährt der Leser noch einiges über die Geschichten. Dieser Bereich ist ebenfalls gelungen, denn ab und an helfen die Hintergrundgeschichten. Fazit "Erste Sahne" konnte mich inhaltlich so gar nicht mitreißen, sodass ich mich allein wegen der Rezension durch den Comic regelrecht gequält habe. Die tollen Zeichnungen hingegen waren so etwas wie ein Lichtblick und entlockten mir zwischendurch Neugierde auf die nächste Story. Aber wie gesagt, die aufkeimende Euphorie flaute schnell wieder ab.
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"Erste Sahne" beinhaltet viele Kurzgeschichten, Comicstrips und wortlose Kommentare.BewertungInhaltlich muss ich scharfe Kritik äußern, obwohl ich normalerweise auf das Genre der überspitzten Darstellung stehe, gerade dann, wenn sich ein Comic soziologischen Themen annimmt. Ja, Gesellschaftskritik muss sein und sollte satirisch und scharfsinnig geäußert werden. Dabei darf aber niemals der Humor als Unterhaltungsmedium vernachlässigt werden, denn kein Mensch auf dieser trockenen und witzlosen Welt will bei solch einem Thema nicht zum Lachen gebracht werden. Das ist schließlich der wichtigste Kaufgrund für Satire. Bendik Kaltenborn gelingt die Herausforderung nicht. Sicherlich habe ich an der einen oder anderen Stelle leicht geschmunzelt, dennoch musste ich nach diesen Momenten krampfhaft suchen. Von daher habe ich mich eher durch "Erste Sahne" gequält, als dass ich meinen Spaß hatte. Ein Beispiel möchte ich natürlich noch nennen. Ein jeder kennt den Spruch, dass auf jeden Topf ein Deckel passt. In einer kurzen Geschichte brüllt ein Mann mit einem Deckel in der Hand, wer denn hier kocht. Scheinbar kommt ein Kind vorbei und ist schockiert von dem Mann. Für mich ist das schon ein Stück weit eine Andeutung auf einen Kinderschänder, als dass es lustig erscheint.
Da das Comic in seiner Hauptdisziplin nicht die nötigen Punkte einfahren konnte, gibt es folgerichtig eine schlechte Bewertung. Dennoch habe ich mich für zwei Sterne entschieden. Denn die Zeichnungen, das optische Gesamtbild, haben mich überzeugt. Kaltenborn hat seine Panels sehr dynamisch, cartoonhaft und überspitzt dargestellt. Genauso erwarte ich dies bei einer groß angelegten Satire in einem Comic. Alles gestaltet sich sehr abwechslungsreich, obwohl einiges vertraut daher kommt. Im Anhang "Darfs noch etwas mehr sein?" erfährt der Leser noch einiges über die Geschichten. Dieser Bereich ist ebenfalls gelungen, denn ab und an helfen die Hintergrundgeschichten. Fazit "Erste Sahne" konnte mich inhaltlich so gar nicht mitreißen, sodass ich mich allein wegen der Rezension durch den Comic regelrecht gequält habe. Die tollen Zeichnungen hingegen waren so etwas wie ein Lichtblick und entlockten mir zwischendurch Neugierde auf die nächste Story. Aber wie gesagt, die aufkeimende Euphorie flaute schnell wieder ab.