Filme - Horror

ES - Kapitel 2

Veröffentlicht am 30.11.-0001
ES - Kapitel 2
ES - Kapitel 2Filme - Horror | mit: Jessica Chastain, James McAvoy, Bill SkarsgårdBewertung:★★★★★ Auch wenn das zweite Kapitel nicht ganz an den nostalgischen Gruselspaß des ersten Teils anschließen kann, kann auch Geschichte der erwachsenen Loser um Bill Denbrough und Beverly Marsh durchaus überzeugen. Zwar kämpft sich der Film durch ein paar inhaltliche Schwierigkeiten, aber letztlich ist der Film ein würdiger Abschluss. Handlung 27 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils kehren die Mitglieder des Losers Club in die Kleinstadt Derry zurück, um sich ihrer Vergangenheit und dem blutrünstigen ES zu stellen. Doch können Bill, Beverly, Richie und Co. den Clown Pennywise stoppen und die brutalen Morde beenden? Trailer BewertungVor zwei Jahren sorgte die Neuverfilmung von Stephen Kings einflussreichen Roman nicht nur für ein Wiederaufleben des Killer-Clows als internationale Spukgestalt, sondern erreichte ganz nebenbei den Status als erfolgreichster Horrorfilm aller Zeiten. Da der Film allerdings nur die Hälfte des Buches erzählt, die sich mit dem jugendlichen Losers Club beschäftigt, war es klar, dass früher oder später die Hälfte folgen würde, die die Rückkehr der erwachsenen Loser zeigt, die sich dem Clown Pennywise ein allerletztes Mal gegenüberstellen.

Schon bevor die Öffentlichkeit auch nur einen Trailer gesehen hatte, stand das Sequel bereits unter einem guten Stern. Das Casting von Jessica Chastain, James McAvoy und Bill Hader, sowie den eher vergleichsweise unbekannten Jay Ryan, James Ransone, Isaiah Mustafa und Andy Bean in den Rollen des erwachsenen Losers Club ist nahezu perfekt. Nicht nur sehen sie den jungen Schauspielern unglaublich ähnlich, sie adaptieren auch kleine Eigenarten in der Mimik und Gestik, was den Übergang zwischen 1989 und der Gegenwart (im Jahr 2016) besonders faszinierend macht.

Die Rolle von Pennywise – ein weiteres Mal teuflisch gut gespielt von Bill Skarsgård – ist zwar deutlich kleiner als im ersten Teil, dafür wirken seine Auftritte allerdings nochmal ein ganzes Stück bösartiger und brutaler. Speziell die Attacken auf die Kinder von Derry sind an Drastik kaum noch zu überbieten. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass der Film einen gewissen Horrorfaktor eingebüßt hat. In den Szenen, die in den 80ern spielen, ist der Horror durchaus noch da und funktioniert tadellos, während die Szenen in der Gegenwart eher auf die Charakterdynamik und einen nicht von der Hand zu weisenden Humor setzen.

In dieser Hinsicht kann man davon ausgehen, dass gewisse Zuschauer sicherlich einige Probleme mit dem Film haben werden. Vielleicht auch, weil sich der Film im Mittelteil deutlich episodischer und weniger stringent an als der Vorgänger. Bei einer Laufzeit von beinahe drei Stunden sind diese Probleme relativ deutlich ausgeprägt.
Dennoch versteht es Regisseur Andy Muschietti auch diesmal dem Film eine wirklich packende Atmosphäre zu verleihen. Der präsentere Humor mag manchen Leuten nicht ganz gefallen, aber durch das Comedy-Talent von Bill Hader oder auch James Ransone funktioniert dieser in der Gesamtmischung wirklich gut. Auch nimmt sich Andy Muschietti es sich heraus, einige Änderungen gegenüber der Romanvorlage heraus, die der Story wirklich zuträglich sind – gerade, wenn es auf’s Finale zugeht.

Alles in allem muss man feststellen, dass der zweite Teil gegenüber dem Vorgänger mehr Schwächen aufweist. Allerdings wirken sich diese nur bedingt auf die Freude am Film aus. Die Mischung aus den erwachsenen und jungen Schauspielerinnen und Schauspielern bekommt in der fast dreistündigen Laufzeit genug Zeit, um sich zu beweisen. Am Ende gleicht der Film beinahe alle kleineren Probleme durch ein wirklich versöhnliches Finale aus, bei dem so einige Augen nicht trocken bleiben werden. Fazit „ES – Kapitel 2“ erzählt die Geschichte des ersten Teils ausführlich, aber nicht immer so ganz konsequent zu Ende. Die erwachsenen Versionen der Loser sind hierbei allesamt wirklich stark besetzt und noch stärker gespielt. Atmosphärisch bewegt sich das Sequel dabei auf einer Gradwanderung zwischen dem Horror des ersten Teils und einer frischen Prise Humor. Die Rückkehr nach Derry lohnt sich also allemal…
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