Game - Action

Fallout 76

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Fallout 76
Fallout 76Game - Action | mit: Bewertung:★★★★★ Die Fallout-Reihe ist eine der beliebtesten Rollenspielreihen, welche mit jedem neuen Teil Fans von Neuem begeistern. Auch ich habe seit Fallout 3 jeden Teil gespielt. Als Bethesda Fallout 76 angekündigt hat, wuchs die Vorfreude. Eine riesige Onlinewelt ohne NPC, nur mit Spielern gefüllt, das klang sehr spannend. Wie sich Fallout als Onlinegame schlägt, habe ich getestet. Handlung Es ist das Jahr 2102. 25 Jahre ist es nun her, dass die Bomben fielen und unser Charakter endlich aus dem sicheren Atombunker Vault 76 steigen kann. Der sogenannte Rückeroberungstag ist gekommen. Ziel ist es das Ödland im Bundesstaat West Virginia neu zu besiedeln. Trailer BewertungMehr kann zur Story leider nicht gesagt werden, da diese meiner Meinung nach nicht so gut ausfällt wie bei den Vorgängern. Aber eins vorweg, Fallout 76 ist keine wirkliche Fortsetzung, da man es eher als eigenständiges Spiel sehen sollte und nicht als Teil der Reihe.
Aber ich fange erstmal von vorne an. Nach einer kurzen Anfangssequenz beginnen wir natürlich Fallout-Typisch mit der Erstellung unseres Charakters. Geschlecht, Gesichtsform, Augenfarbe, Haarfarbe, Narben... Bethesda gibt uns hier kaum Grenzen, sodass es nahezu unmöglich ist, dass zufällig 2 Spieler gleich aussehen. Nur noch ein passender Name und ein Foto für die Visitenkarte des Spielers. Im Vault 76 gibt uns das Spiel noch unsere Ausrüstung. Zunächst natürlich der Pip-Boy. Dieser zeigt uns unseren momentanen Status an, unser Inventar, angenommene Quests und es dient auch als Taschenlampe und sogar als Radio.

Neu im Inventar ist das Computer-Assistenzsystem für mobile Produktion kurz C.A.M.P. genannt.
Mit diesem können wir in der Spielwelt eine eigene Basis errichten. Zu Beginn hat man einige Standardobjekte zur Verfügung. Im Spiel selbst findet man aber immer wieder Blaupausen, um neue Objekte herzustellen. Allem natürlich vorausgesetzt man besitzt das nötige Level für manche Objekte, die Rohstoffe und bei einigen die erforderliche Elektrizität. Der Bau an sich erinnert mich sehr an Fallout 4. Allerdings kann man in Fallout 76 überall sein Camp errichten und nicht an fest vorgegeben Orte. Will man weiter ziehen kann man gegen eine kleine Gebühr das Camp verlegen. Sobald man offline geht, ist auch das Camp bis zum nächsten einloggen nicht vorhanden. So können andere Spieler nicht während der eigenen Abwesenheit das Lager plündern.

Die Spielwelt an sich ist, wie man es von Bethesda gewohnt ist, sehr abwechslungsreich mit vielen Details gestaltet. Es gibt verschiedene Gebiete und zum Teil real nachgebaute Gebäude. Da das Spiel serientypisch nach dem Atomkrieg spielt, ist ein Großteil natürlich zerstört.

Viele Gegner aus den Vorgängern haben es wieder in den neuen Teil geschafft. Vom Guhl bis zur Todeskralle ist alles dabei, was die Fans erwarten. Es gibt aber auch ein paar neue Gegner.

Andere Spieler können allerdings auch zu Feinden werden. Damit diese das eigene Spielerlebnis nicht trüben, hat sich der Entwickler ein sehr gutes System einfallen lassen. Wenn ein Spieler ab Level 5 auf PvP aus ist, schießt er erstmal seinen „Gegner“ an. Wenn er den Schuss erwidert registriert dies das Spiel und es kann zum Kampf kommen. Wird dies aber nicht erwidert und man wird trotzdem durch den anderen Spieler getötet, so setzt das Spiel ein Kopfgeld auf den Mitstreiter aus und jeder kann sich auf die Jagd begeben. Klingt für mich nach einem guten System Spieler in die richtige Bahn zu bringen. In meinem Test kam es nie zu einer Kopfgeldjagd. Alle hatten nicht gegen, sondern eher miteinander gespielt.

Natürlich werden mit jedem neuen Level auch Skillpunkte gutgeschrieben. Es gibt diesmal allerdings Skillkarten die man einsetzen muss. Ab und an erhält man auch mit dem neuen Level ein neues Kartenpack. Man kann aber nur soviele Karten ausrüsten, wie man das Attribut geskillt hat. Hat man zum Beispiel Stärke auf Stufe 5, kann man Karten mit einer gesamten Wertigkeit von 5 ausrüsten. Das neue System ist für mich eines der Highlights.

Klingt erstmal nach einem soliden Endzeitrollenspiel, welches man nun auch mit Freunden zusammen genießen kann. Leider gibt es da meiner Meinung nach einige Haken.

Bethesda hatte ziemlich zu Beginn angekündigt, dass es keine NPC's geben wird. Jede Person auf der Karte ist ein Spieler. Klang für mich sehr interessant, hat aber im Test einen faden Beigeschmack gehabt. Kaum raus aus der Vault trifft man noch öfters andere Überlebende. Da die Welt allerdings so riesig ist und maximal 32 Personen auf einen Server passen, verläuft es sich sehr schnell und man sieht zum Teil stundenlang keine andere Person. Auf der Karte werden die anderen Spieler angezeigt. Diese waren zum Teil so gut verteilt, dass wirklich keiner einem anderen in der Not hätte helfen können. Durch das Fehlen von jeglichen NPC's kam mir die Spielwelt toter vor, als es denke ich beabsichtigt war. In anderen Fallouts gab es auch Überlebende aus anderen Vaults oder in anderen Onlinegames gibt es auch NPC's. Für mich persönlich eher ein Rückschritt.

In früheren Teilen konnte man selbst entscheiden, ob man sich auch um den Hunger und Durst des Charakters kümmern möchte oder dies einfach ausstellt. Fallout 76 nimmt diese Wahl dem Spieler ab und jeder muss auch immer genügend Nahrung und Getränke bei sich tragen.
Übrigens das Inventar ist so begrenzt, dass ich nach der ersten Stunde bereits überlastet war. Man kann die Traglast aber durch den Skill Stärke erhöhen.

Die Story wird durch elendig lange Textdokumente bzw. Audiologs erzählt. Gefühlt hatte jede Leiche, die man so findet noch während des Sterbens Zeit eine Audiodatei aufzunehmen. Diese Art eine Geschichte zu erzählen ist für mich alles andere als unterhaltsam.
Die Server laufen leider noch nicht ganz stabil. Während meines Tests bin ich des Öfteren, trotz stabiler Internetverbindung, vom Server geflogen. Viermal ist das Spiel abgestürzt. Während ein und der selben Quest. Das Spiel hat leider so einige Bugs, welche hoffentlich durch viele Updates behoben werden. Fazit Fallout 76 ist für mich leider ein schwacher Ableger der Reihe mit vielen Ecken und Kanten. Hoffentlich werden diese mit den nächsten Updates behoben. Wer mit ein paar Freunden das Ödland unsicher machen möchte, wird seinen Spaß haben, Soloüberlebenskünstler werden es schwerer haben.
ZURÜCK INS ARCHIV