Filme - Actionkomödie
First Love
First LoveFilme - Actionkomödie | mit: Takashi MiikeBewertung:★★★★★ Takashi Miikes Debüt war 1991 mit dem Film Eyecatch Junction. Jetzt ist mit First Love sein 103. Film auf DVD, Bluray und VoD herausgekommen. Bei solch einer Masse an Produktionen können nicht alle Meisterwerke sein. First Love gehört aber definitiv zur Kategorie „gute Filme“. Handlung Leo ist ein vielversprechender Nachwuchsboxer, der aber wenig Interesse für seine Umwelt und Mitmenschen verspürt. Selbst das Boxen macht er nur, weil er darin eben gut ist. Doch dann kommt die Diagnose: Er hat einen tödlichen, inoperablen Hirntumor. Als eine um Hilfe schreiende junge Frau an ihn vorbeirennt, reagiert Leo und schlägt ihren Verfolger zu Boden. Damit beginnt für Leo eine Odyssee durch das nächtliche Tokyo, verfolgt von der Yakuza, einer chinesischen Gang und dem korrupten Cop, den Leo bewusstlos geschlagen hat. Denn die junge Frau, Monica, ist der Dreh- und Angelpunkt einer Verschwörung. Trailer BewertungFirst Love erzählt in feinster Pulp-Fiction-Manier parallel verlaufende Storys, die am Ende in einem komischen und gewalttätigen Showdown münden. Einerseits gibt es Leo und Monica, die versuchen, heile aus dem ganzen rauszukommen und nebenbei auch Monicas Geister verscheuchen wollen. Dann gibt es noch Kase, der mit der Hilfe des korrupten Polizisten Otomo eine Ladung Heroin klauen und so seinen Ausstieg aus der Yakuza finanzieren will. Dem Ganzen übergeordnet brodelt zwischen einem Yakuza-Clan und einer chinesischen Gang ein Krieg, denn der frisch aus dem Knast entlassene Ichikawa und zweiter Mann des Yakuza-Clans hat dem Chef der chinesischen Gang den Arm abgeschnitten.
Im ersten Moment wandert First Love zwischen Boxer- und Drogendrama, in dem Leo einerseits lernen soll, für irgendwas oder irgendwen zu kämpfen. Andererseits steht Monica da, die die Drogenschulden ihres Vaters als Prostituierte tilgen soll und nebenbei nicht nur mit der eigenen Drogensucht zu kämpfen hat, sondern mit ihren eigenen Geistern. Diese werden sogar ziemlich Horror-artig in Szene gesetzt, indem ein auf den Boden geworfener Bettlaken sich langsam erhebt und langsam auf Monica zugeht. Das alles wird aber gekonnt gebrochen, denn eigentlich ist First-Love eine Komödie. Die Geschichten, die am Anfang alle sehr ernst wirkten, bekommen einen lustigen Twist. Kases Plan, die Drogen zu stehlen, geht wundervoll nach hinten los und wie er und Otomo versuchen, ihn irgendwie noch zu retten, ist voller Slapstick-Momente. Monicas Geist entpuppt sich als ihr nur in Unterhose gekleideter Vater, den sie mit Leos Hilfe lächerlich macht und ihm so seine Macht über sie entzieht. Das alles spitzt sich zu einer Massenschlacht in einem Lagerhaus, in der sich alle Fraktionen ordentlich auf die Rübe hauen.
Takashi Miikes First Love strotzt nur so vor trockenem, schwarzem Humor. Da wird z.B. eine Schusswunde mal mit Heroin verarztet oder eine Oma k.o. gehauen. Der Wandel von Drama zur abgedrehten Action-Komödie passiert so langsam und natürlich, dass man sich erst darüber wundert, wenn der Film schon fast vorbei ist. Das passiert nicht nur auf der Geschichtsebene, sondern auch bei der Inszenierung. Während der Film anfangs noch sehr bodenständig ist – es gibt keine besonderen Kameraeinstellungen oder Sequenzen –, ändert sich alles mit dem Schlag, mit dem Leo Otomo bewusstlos schlägt. Ab da gibt es Slow-Motion, crazy Schwenks und schnelle Zooms, die sehr an Yakuza-Gangster-Filme erinnert.
Nur hier und da hat First Love seine Schwächen. An einer Stelle wechselt der durchgängige Realfilm ins Animierte – meine Vermutung: Die Szene in echt zu drehen hätte zu viel gekostet. Das Problem ist nicht die Animation, die ist sehr gut gemacht. Der Wechsel ist aber unmotiviert. Die handelnde Person hat keine Drogen genommen, um einen Wechsel in der Wahrnehmung zu erklären. Auch die titelgebende Liebesgeschichte zwischen Leo und Monica bleibt nicht bis zum Schluss interessant, sodass es mir fast egal war, ob sie überleben oder nicht.
Fazit Auch wenn der Film hier und da kleine Schwächen hat, hatte ich bis zum Schluss mit First Love Spaß. Mir hat vor allem der absurde Turn, den der Film macht, echt gut gefallen. Man muss sich nur darauf einstellen, dass sehr viel Blut in den knapp über 100 Minuten Spielzeit fließen wird.
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Im ersten Moment wandert First Love zwischen Boxer- und Drogendrama, in dem Leo einerseits lernen soll, für irgendwas oder irgendwen zu kämpfen. Andererseits steht Monica da, die die Drogenschulden ihres Vaters als Prostituierte tilgen soll und nebenbei nicht nur mit der eigenen Drogensucht zu kämpfen hat, sondern mit ihren eigenen Geistern. Diese werden sogar ziemlich Horror-artig in Szene gesetzt, indem ein auf den Boden geworfener Bettlaken sich langsam erhebt und langsam auf Monica zugeht. Das alles wird aber gekonnt gebrochen, denn eigentlich ist First-Love eine Komödie. Die Geschichten, die am Anfang alle sehr ernst wirkten, bekommen einen lustigen Twist. Kases Plan, die Drogen zu stehlen, geht wundervoll nach hinten los und wie er und Otomo versuchen, ihn irgendwie noch zu retten, ist voller Slapstick-Momente. Monicas Geist entpuppt sich als ihr nur in Unterhose gekleideter Vater, den sie mit Leos Hilfe lächerlich macht und ihm so seine Macht über sie entzieht. Das alles spitzt sich zu einer Massenschlacht in einem Lagerhaus, in der sich alle Fraktionen ordentlich auf die Rübe hauen.
Takashi Miikes First Love strotzt nur so vor trockenem, schwarzem Humor. Da wird z.B. eine Schusswunde mal mit Heroin verarztet oder eine Oma k.o. gehauen. Der Wandel von Drama zur abgedrehten Action-Komödie passiert so langsam und natürlich, dass man sich erst darüber wundert, wenn der Film schon fast vorbei ist. Das passiert nicht nur auf der Geschichtsebene, sondern auch bei der Inszenierung. Während der Film anfangs noch sehr bodenständig ist – es gibt keine besonderen Kameraeinstellungen oder Sequenzen –, ändert sich alles mit dem Schlag, mit dem Leo Otomo bewusstlos schlägt. Ab da gibt es Slow-Motion, crazy Schwenks und schnelle Zooms, die sehr an Yakuza-Gangster-Filme erinnert.
Nur hier und da hat First Love seine Schwächen. An einer Stelle wechselt der durchgängige Realfilm ins Animierte – meine Vermutung: Die Szene in echt zu drehen hätte zu viel gekostet. Das Problem ist nicht die Animation, die ist sehr gut gemacht. Der Wechsel ist aber unmotiviert. Die handelnde Person hat keine Drogen genommen, um einen Wechsel in der Wahrnehmung zu erklären. Auch die titelgebende Liebesgeschichte zwischen Leo und Monica bleibt nicht bis zum Schluss interessant, sodass es mir fast egal war, ob sie überleben oder nicht.
Fazit Auch wenn der Film hier und da kleine Schwächen hat, hatte ich bis zum Schluss mit First Love Spaß. Mir hat vor allem der absurde Turn, den der Film macht, echt gut gefallen. Man muss sich nur darauf einstellen, dass sehr viel Blut in den knapp über 100 Minuten Spielzeit fließen wird.