Comic - Komödie

Freak Brothers - Gesamtausgabe #2

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Freak Brothers - Gesamtausgabe #2
Freak Brothers - Gesamtausgabe #2Comic - Komödie | mit: Gilbert Shelton und Lutz MüllerBewertung:★★★★★ Wer Robert Crump und die „MAD“-Comics als Vorbild hat, zudem angibt, dass er Drogen konsumiert, um den Militärdienst zu umgehen, der schafft nun einmal Underground-Comics. Es ist einfach so. Es ist natürlich noch kein Siegel für anspruchsvolle Qualität, doch wie ich bereits in der Review zur ersten Gesamtausgabe zu Protokoll gegeben habe, haben die "Freak Brothers" durchschlagenden Erfolg verbuchen können und bekommen nun im Avant Verlag die nötige Anerkennung: Hardcover, ein wenig Zusatzmaterial und ein toller, dicker Gesamteindruck! Handlung In den späten 60ern war San Francisco nicht nur der Dreh- und Angelpunkt der Hippieszene, sondern auch der amerikanischen Underground-Comix. 1968 zog es auch den Comiczeichner Gilbert Shelton nach „Frisco“, wo er mit anderen den Underground-Verlag „Rip Off Press“ ins Leben rief – die legendäre Heimstatt der meisten Underground-Hefte jener Zeit.

Seine bekannteste Schöpfung und ein weltweiter Bestseller wurden die Stories der drei drogenaffinen, zotteligen Hippie-Aussteiger Phineas, Free Wheelin‘ Franklin und Fat Freddy, der „Fabulous Furry Freak Brothers“. Die chaotischen Abenteuer dieser Hippie-WG gehören selbst nach 50 Jahren zu den bekanntesten und lustigsten US-Comics aller Zeiten.BewertungDer zweite und letzte Teil ist wieder einmal ein Genuss der gehobenen Comic-Literatur. Der "Avant-Verlag" hat hier wirklich ein Schmuckstück gezaubert. Die Kollegen und Kolleginnen haben nämlich alle Comicstripts, Cover, Werbeposter, Illustrationen und Fundstücke zusammengetragen und in besagte zwei Bände gepresst. Ein Schmankerl für Liebhaber.

Sicherlich, heute stellen die gezeigten Darstellungen keinen Tabubruch mehr da, schocken niemanden, doch der Witz, der Charme der Zeit ist lebendig und rockt auch heute noch. Zeitlose Panels eben, die einen Klassiker nun mal ausmachen. Dennoch muss ich natürlich auch den mahnenden Zeigefinger heben. "Freak Brothers" wird nicht für jedermann etwas sein. Ihr müsst schon Bock drauf haben, in eine Zeit einzutauchen. Ich schrieb, dass das Werk zeitlos ist, was ich natürlich weiterhin unterstreichen würde. Dennoch, so ehrlich muss auch ich sein, gilt das nur für Leute, die sich auf die Materie einlassen, die das Genre lieben und die eben dem Geschmack entsprechen. Einen "Marvel" oder "DC" Leser zu empfehlen, hier nun einzusteigen, ist vielleicht doch zu gewagt.

Das Drogen-Thema ist in der Form zumindest irgendwie aus der Mode geraten. Die Panels zeigen sich zunächst im gewohnten Schwarz/Weiß-Stil und münden dann in ein Feuerwerk der Farben. Schön mit anzusehen. Fazit Die zweite Gesamtausgabe von "Freak Brothers" steht der ersten in nichts nach und der Leser spürt die Arbeit, die man sich damit gemacht hat. Toll!
ZURÜCK INS ARCHIV