Buch - Science Fiction

Freaks – Du bist eine von uns

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Freaks – Du bist eine von uns
Freaks – Du bist eine von unsBuch - Science Fiction | mit: Frank Schmolke Bewertung:★★★★★ Diesmal geht es anders herum! Normalerweise gibt es erst das Comic und dann folgt der Film. Hat sich der eifrige Sammler die Nummer #1 Ausgabe gesichert und ist die Auflage schwindend gering, dann kann hier sogar ein Wertzuwachs verzeichnet werden. Bestes Beispiel für die Zunft ist „The Walking Dead“. Die Nummer #1 wurde nur in geringer Stückzahl herausgegeben, sodass das Heftchen bereits nach wenigen Jahren im besten Zustand mit Sicherheit 8000 bis 10.000 EUR einbringen dürfte.

Frank Schmolke („Nachts im Paradies“) hat das Drehbuch von Mar O. Seng („Dark“) vom gleichnamigen Netflix-Film adoptiert. Dabei hat er sich aber nicht den Streifen angesehen, damit er nicht beeinflusst werden konnte. Er wollte unbedingt seine eigene Interpretation schreiben. Dabei ist sein Werk auf der einen Seite Sci-Fi und auf der anderen spricht er ein ernstes Thema an, welches in den letzten Jahren immer aktueller wird: Die Opiumkrise. Handlung Als Wendy sich von einem freakigen Stadtstreicher überzeugen lässt, ihre Psychopharmaka abzusetzen, macht sie eine unglaubliche Entdeckung: Die Medikamente haben die letzten Jahre weit mehr im Zaum gehalten als ihre unbeherrschten Gefühle. Zunächst kann Wendy kaum fassen, wie ihr geschieht, doch bald findet sie Gefallen an den neugewonnenen Superkräften. Dank ihnen kann sie nun einen ganzen Berg bisher unüberwindbarer Alltagsprobleme mit Links aus dem Weg schaffen. Ihre neuen «Talente» erweisen sich aber mehr und mehr als Fluch …BewertungDie Comics von Frank Schmolke fallen in der Sammlung durch ihr Format auf. Genauso wie „Nachts im Paradies“ veröffentlicht „Edition Moderne“ auch „Freaks – Du bist eine von uns“. Alleine deswegen habe ich zugegriffen. Der unverkennbare, markante schwarz-/ weiß-Stil gehört gleichermaßen zu Schmolkes Aushängeschild. In der Gesamtheit irgendwie gut. Warum? Die Frage ist gar nicht richtig erklärbar. Ist halt so. In einzelnen Abschnitten muss man allerdings kleine Abstriche machen, mir fiel zumindest die eine oder andere misslungene Szene auf, wobei ich mich hauptsächlich auf die Mimik beziehe. Wie eigentlich immer...

Storytechnisch - ich muss sagen, dass ich mir die Handlung zunächst nicht durchgelesen habe - geht es schon ziemlich gut zur Sache und ich dachte, der Comic bekommt ein anderes Ende verpasst. Doch siehe da, dass Sci-Fi-Thema hält sich kontinuierlich, wie ein Karottenbreifleck auf einem Babybody. Und ganz nebenbei, nein hauptsächlich geht es noch um Tablettensucht. Ärzte verschreiben nur zu gerne Pillen. Wie Allen Harper in "Two and a Half Men" gesagt hat: „Hast Du was, nimm eine Pille." In den USA hat dies zu einer Opiumkrise geführt, in der viele Menschen süchtig geworden sind. Doch bei einer stumpfen Kritik gegen Tablettenkonsum bleibt es nicht, denn unterschwellig stellt Schmolke die Frage, was überhaupt als normal bezeichnet werden darf. Nur, weil etwas der Norm nicht entspricht, muss es doch nicht gleich unterdrückt werden. „Feaks“ überspitzt dieses Thema mit einem Monster, was aber durchaus Sinn ergibt, denn das Monster in uns soll schließlich unterdrückt werden.

Schmolke verzichtet dabei seine Hauptprotagonistin als Opfer oder Heldin darzustellen, das wäre zu einfach. Sie ist gleichzeitig Täter und Opfer. Dieses Erscheinungsbild lässt sie dreidimensional erscheinen. Eine Prise Humor und die eine oder andere explizite Koitus-Einstellung rundet das Werk ab. „Freaks“ liest sich allerdings sehr schnell. Was nicht unbedingt eine negative Kritik ist, ich wollte nur zur Sprache bringen, dass die Dialoge etwas spärlicher sind, dafür sprechen die Panels umso mehr. Fazit „Freaks – Du bist eine von uns“ hat mich durchaus positiv überrascht und ist von seiner Aufmachung her ein Hingucker im Regal. Die Story spricht zudem ein ernstes Thema an und überspitzt dieses gekonnt im Genre Science Fiction. Gut!
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