Filme - Drama
Galveston – Die Hölle ist ein Paradies
Galveston – Die Hölle ist ein ParadiesFilme - Drama | mit: von: Mélanie Laurent; mit: Ben Foster, Elle FanningBewertung:★★★★★ Die Oscars haben mal wieder keine Filme unter den Nominierten, die von Frauen stammen – weder in der Kategorie „Film“ oder „Kamera“ noch bei der „Regie“. Da stellt sich die Frage, ob es einfach keine Filme gibt, die von Frauen gedreht werden oder ob die, die es gibt, einfach nicht gut genug sind. Dieser Frage wollte ich nachgehen und habe deswegen besonders darauf geachtet, Filme von weiblichen Regisseuren zu gucken. Einer davon ist „Galveston – Die Hölle ist ein Paradies“ von Mélanie Laurent. Handlung Drogen ohne Ende, Drecksarbeit für andere erledigen und jetzt auch noch von seinem Arzt eine tödliche Diagnose erhalten. Profikiller Roy lebt am Limit. Doch sein letzter Auftrag läuft nicht wie geplant. Zusammen mit der jungen Prostituierten Rocky und ihrer kleinen Schwester muss er in seine Heimatstadt Galveston fliehen. Denn mittlerweile sind die Leute seines alten Auftraggebers nicht die einzigen, die hinter dem Trio her sind. Trailer BewertungDie Handlung ist eigentlich nichts Besonderes: Ein einsamer Gauner gerät in Schwierigkeiten und muss sich plötzlich um zwei andere kümmern, die sonst wegen ihm von seinen Verfolgern geschnappt und vielleicht sogar getötet werden würden. Das Besondere an „Galveston – Die Hölle ist ein Paradies“ ist aber seine Machart. Die Geschichte wird sehr langsam erzählt und kommt (fast) ohne große Action-Szenen aus. Damit hebt sich der Film von Genre-Verwandten ab.
Durch die langsame Erzählweise hat der Film auch die Zeit, Szenen wirken zu lassen. Kombiniert mit wirklich schönen Aufnahmen ergibt sich eine dichte Atmosphäre, die eher an einem Roadmovie erinnert als an Gauner-Filme. Und wenn es mal actionreicht wird, verfällt der Film trotzdem nicht in Genre-Klischees. Die Action kommt immer überraschend und unerwartet. Wie die Figur ist der Zuschauer nicht darauf vorbereitet und das macht die Action-Szenen um einiges spannender. Die beste Action-Szene im Film ist ein einziger, langer Shot. Aber anders als vielleicht bei einem Film wie „John Wick“ wird wenig geprügelt. Trotzdem fiebert man mit der Hauptfigur mit und verfolgt gespannt das Geschehen. Dadurch wirkt das Ganze wenig choreografiert – obwohl sehr viel Planung in der Szene stecken muss – und somit sehr spontan.
Diese ganzen Brüche mit den Erwartungen der Zuschauer – sowohl auf filmischer als auch auf erzählerischer Basis (auf diese werde ich aber nicht eingehen: Spoiler!) – haben mich wirklich überrascht. Trotzdem konnte mich der Film nicht auf ganzer Linie überzeugen. Die Handlung hatte ein paar Sprünge, sodass ich vor allem am Anfang Schwierigkeiten hatte, in den Film reinzukommen. Was mich vor allem gestört hat, war die Beziehung zwischen Roy und Rocky. Die beiden werden zwar sehr gut von Elle Fanning und Ben Foster gespielt, eine Liebesbeziehung zwischen den beiden habe ich aber nicht gebraucht. Bis zu dem Zeitpunkt war ihre Beziehung eine schöne Freundschaft zwischen zwei Menschen, deren Leben nicht einfach war und die fast an ihren Umständen zerbrochen wären. Aber durch ihr Treffen haben sie eine Chance auf einen Neuanfang entdeckt. Wäre es bei einer freundschaftlichen Basis geblieben, hätte der Film für mich ganz viel richtig gemacht. Doch daraus unbedingt eine für mich sehr gewollte Liebesgeschichte spannen zu müssen, hat diese beiden Figuren fast ruiniert.
Fazit Weil der Film sich nicht an Genre-Konventionen festhält und die Geschichte plausible aber – für mich zumindest – unerwartete Wendungen bietet, konnte „Galveston – Die Hölle ist ein Paradies“ mich weitestgehend überzeugen. Obwohl die Story vor allem am Anfang ein bisschen sprunghaft erzählt wird und die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten aufgesetzt wirkt, hat Regisseurin Mélanie Laurent es geschafft eine tolle Atmosphäre zu kreieren und spannende Action zu bieten, ohne auf Klischees zurückgreifen zu müssen.
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Durch die langsame Erzählweise hat der Film auch die Zeit, Szenen wirken zu lassen. Kombiniert mit wirklich schönen Aufnahmen ergibt sich eine dichte Atmosphäre, die eher an einem Roadmovie erinnert als an Gauner-Filme. Und wenn es mal actionreicht wird, verfällt der Film trotzdem nicht in Genre-Klischees. Die Action kommt immer überraschend und unerwartet. Wie die Figur ist der Zuschauer nicht darauf vorbereitet und das macht die Action-Szenen um einiges spannender. Die beste Action-Szene im Film ist ein einziger, langer Shot. Aber anders als vielleicht bei einem Film wie „John Wick“ wird wenig geprügelt. Trotzdem fiebert man mit der Hauptfigur mit und verfolgt gespannt das Geschehen. Dadurch wirkt das Ganze wenig choreografiert – obwohl sehr viel Planung in der Szene stecken muss – und somit sehr spontan.
Diese ganzen Brüche mit den Erwartungen der Zuschauer – sowohl auf filmischer als auch auf erzählerischer Basis (auf diese werde ich aber nicht eingehen: Spoiler!) – haben mich wirklich überrascht. Trotzdem konnte mich der Film nicht auf ganzer Linie überzeugen. Die Handlung hatte ein paar Sprünge, sodass ich vor allem am Anfang Schwierigkeiten hatte, in den Film reinzukommen. Was mich vor allem gestört hat, war die Beziehung zwischen Roy und Rocky. Die beiden werden zwar sehr gut von Elle Fanning und Ben Foster gespielt, eine Liebesbeziehung zwischen den beiden habe ich aber nicht gebraucht. Bis zu dem Zeitpunkt war ihre Beziehung eine schöne Freundschaft zwischen zwei Menschen, deren Leben nicht einfach war und die fast an ihren Umständen zerbrochen wären. Aber durch ihr Treffen haben sie eine Chance auf einen Neuanfang entdeckt. Wäre es bei einer freundschaftlichen Basis geblieben, hätte der Film für mich ganz viel richtig gemacht. Doch daraus unbedingt eine für mich sehr gewollte Liebesgeschichte spannen zu müssen, hat diese beiden Figuren fast ruiniert.
Fazit Weil der Film sich nicht an Genre-Konventionen festhält und die Geschichte plausible aber – für mich zumindest – unerwartete Wendungen bietet, konnte „Galveston – Die Hölle ist ein Paradies“ mich weitestgehend überzeugen. Obwohl die Story vor allem am Anfang ein bisschen sprunghaft erzählt wird und die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten aufgesetzt wirkt, hat Regisseurin Mélanie Laurent es geschafft eine tolle Atmosphäre zu kreieren und spannende Action zu bieten, ohne auf Klischees zurückgreifen zu müssen.