Comic - Drama
Gegen mein Gewissen
Gegen mein GewissenComic - Drama | mit: Hannah Brinkmann Bewertung:★★★★★ Hannah Brinkmann erzählt die Geschichte von ihrem Onkel, der in den 70er Jahren nicht zum Militärdienst wollte, der ein Pazifist war und sich eigentlich auf Artikel 4 Absatz 3 des Deutschen Grundgesetzes berufen hat. Im Gesetzestext steht: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Und dennoch war es für die Männer in jener Zeit ein fast aussichtsloses Unterfangen den Dienst an der Waffe erfolgreich zu verweigern. Hermann Brinkmann sorgte mit seinem Selbstmord für bundesweite Schlagzeilen und löste eine Debatte über die Rechtmäßigkeit der Gewissensprüfung aus.
Handlung Keine 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg begriff sich die Bundesrepublik Deutschland wieder als militärische Kraft. Die 1956 neu gegründete Bundeswehr verpflichtete Generationen junger Männer zum Dienst an der Waffe. Das Grundgesetz sah vor, dass man aufgrund von Gewissensnöten den Wehrdienst verweigern konnte, aber noch zu Zeiten von Willy Brandts Kanzlerschaft galt die Kriegsdienstverweigerung als systemzersetzend.
Unter großem Druck und vielen Demütigungen musste die Gewissensnot bewiesen werden. Vor Gutachtern, denen die Bundeswehr mehr galt, als das Wohl der Rekruten. Einer dieser jungen Männer war Hermann Brinkmann, ein überzeugter Pazifist, der 1973 eingezogen wurde. Vergeblich wehrte er sich gegen seinen Einberufungsbefehl. Während der Grundausbildung nahm er sich das Leben…BewertungDarüber spricht man nicht. Das erzählen wir dir, wenn du alt bist. Hermann war ein guter Bruder, aber heute ist Weihnachten. So oder solche Sätze musste sich Hannah ihr Leben lang anhören, als sie mehr über ihren Onkel erfahren wollte. Es war das ganz große Familiengeheimnis, zumindest für die junge Hannah. Sie fing allerdings mit Recherche an und fand erschreckendes heraus. Sie fand heraus, dass ein Mensch gegen seinen Willen zu etwas gezwungen wurde. Ja, es herrschte der Kalte Krieg, die Russen standen vor der Tür und nur die Bundeswehr konnte Schlimmeres verhindern. Doch wieso sprach die Bundesrepublik Deutschland einigen seiner Bürger ein verfassungsmäßiges Recht ab!?
Ein Einzelfall? Mitnichten! Endeten viele Geschichten solcher Soldaten mit einem Selbstmord. Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Eine Recherche darüber habe ich nicht betrieben. Jedoch erfüllt der Tod von Herrmann Brinkmann uns auch heute noch mit einer Art von Schrecken, weil er so sinnlos gestorben ist. Ein Mensch, der sich nur für den Frieden eingesetzt hat und nichts mehr sein wollte, als frei zu sein. Dieses Recht wurde ihm jedoch abgesprochen.
Hannah Brinkmann nimmt uns auf eine Reise mit. Sie erzählt, wie sie die Fragen als Kind gestellt hat und führt uns in die Gegenwart, als sie die Antworten bekommen hat. Gleichartigen Zeitraffer erleben wir bei ihrem Onkel. Wir sehen ihn aufwachsen, wir begreifen, wie sich seine politische Meinung gefestigt hat und wir sehen ihn, wie der Dienst an der Waffe seine Depressionen ausgelöst hat und wie jeder Hilfeschrei unterdrückt wurde. Fazit "Gegen mein Gewissen" stimmt sehr nachdenklich. Wie kann es ein staatlichen System geben, dass junge Menschen dazu zwingt, gegen ihren Willen den Kriegsdienst anzutreten. Die tragischen Folgen werden eindrucksvoll von Hannah Brinkmann geschildert.
ZURÜCK INS ARCHIV
Handlung Keine 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg begriff sich die Bundesrepublik Deutschland wieder als militärische Kraft. Die 1956 neu gegründete Bundeswehr verpflichtete Generationen junger Männer zum Dienst an der Waffe. Das Grundgesetz sah vor, dass man aufgrund von Gewissensnöten den Wehrdienst verweigern konnte, aber noch zu Zeiten von Willy Brandts Kanzlerschaft galt die Kriegsdienstverweigerung als systemzersetzend.
Unter großem Druck und vielen Demütigungen musste die Gewissensnot bewiesen werden. Vor Gutachtern, denen die Bundeswehr mehr galt, als das Wohl der Rekruten. Einer dieser jungen Männer war Hermann Brinkmann, ein überzeugter Pazifist, der 1973 eingezogen wurde. Vergeblich wehrte er sich gegen seinen Einberufungsbefehl. Während der Grundausbildung nahm er sich das Leben…BewertungDarüber spricht man nicht. Das erzählen wir dir, wenn du alt bist. Hermann war ein guter Bruder, aber heute ist Weihnachten. So oder solche Sätze musste sich Hannah ihr Leben lang anhören, als sie mehr über ihren Onkel erfahren wollte. Es war das ganz große Familiengeheimnis, zumindest für die junge Hannah. Sie fing allerdings mit Recherche an und fand erschreckendes heraus. Sie fand heraus, dass ein Mensch gegen seinen Willen zu etwas gezwungen wurde. Ja, es herrschte der Kalte Krieg, die Russen standen vor der Tür und nur die Bundeswehr konnte Schlimmeres verhindern. Doch wieso sprach die Bundesrepublik Deutschland einigen seiner Bürger ein verfassungsmäßiges Recht ab!?
Ein Einzelfall? Mitnichten! Endeten viele Geschichten solcher Soldaten mit einem Selbstmord. Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Eine Recherche darüber habe ich nicht betrieben. Jedoch erfüllt der Tod von Herrmann Brinkmann uns auch heute noch mit einer Art von Schrecken, weil er so sinnlos gestorben ist. Ein Mensch, der sich nur für den Frieden eingesetzt hat und nichts mehr sein wollte, als frei zu sein. Dieses Recht wurde ihm jedoch abgesprochen.
Hannah Brinkmann nimmt uns auf eine Reise mit. Sie erzählt, wie sie die Fragen als Kind gestellt hat und führt uns in die Gegenwart, als sie die Antworten bekommen hat. Gleichartigen Zeitraffer erleben wir bei ihrem Onkel. Wir sehen ihn aufwachsen, wir begreifen, wie sich seine politische Meinung gefestigt hat und wir sehen ihn, wie der Dienst an der Waffe seine Depressionen ausgelöst hat und wie jeder Hilfeschrei unterdrückt wurde. Fazit "Gegen mein Gewissen" stimmt sehr nachdenklich. Wie kann es ein staatlichen System geben, dass junge Menschen dazu zwingt, gegen ihren Willen den Kriegsdienst anzutreten. Die tragischen Folgen werden eindrucksvoll von Hannah Brinkmann geschildert.