Filme - Drama
Gloria – Das Leben wartet nicht
Gloria – Das Leben wartet nichtFilme - Drama | mit: Julianne Moore, John TurturroBewertung:★★★★★ Wie oft habe ich eine Review – wohlgemerkt eine über einen US-Film – damit angefangen, zu sagen, dass die Amerikaner keine ausländischen Streifen mögen und daher alles noch einmal neu abdrehen. Das geht oftmals in die Hose, wie zum Beispiel beim Versuch „Ziemlich beste Freunde“. Bei Gloria funktioniert es überraschend besser, was daran liegt, dass Sebastian Lelio nicht nur für das Original verantwortlich war, sondern nun auch für „Gloria – Das Leben wartet nicht“. Darüber hinaus zeigt sich eine Julianne Moore im besten Licht und zeigt was in ihr steckt und was sie hat. Handlung Gloria Bell (Julianne Moore) hat zwei Kinder und lebt nach ihrer Scheidung alleine. Sie stürzt sich immer wieder ins Nachtleben von Los Angeles. Aber selbst in Begleitung von Fremden fühlt sie sich einsam. Sie tanzt gerne um ihre Sorgen zu vergessen. Eines Tages lernt sie beim Tanzen Arnold (John Turturro) kennen. Arnold ist ebenfalls geschieden, fühlt sich aber weiterhin für seine Frau verantwortlich. Das bekommt Gloria stets zu spüren, nachdem beide ein Paar geworden sind. Ständig klingelt das Telefon und Arnold kümmert sich immer wieder um seine alte Familie, dabei verleugnet er seine neue Liebe. Als Arnold auf einer Feier plötzlich, ganz ohne sich abzumelden, verschwindet, fragt sich Gloria, ob sie dieses Verhalten auf Dauer ertragen muss. Ist es der Preis für das Alleinsein? Trailer BewertungDrama-Fans der leichten und sanften, aber dennoch tiefgründigen Unterhaltung hergehört. Mit „Gloria – Das Leben wartet nicht“ bekommt ihr genau das richtige Programm serviert. Aber aufgepasst, ich meine es wirklich ernst, wenn ich meine, dass dies eine leichte und sanfte Unterhaltung ist, denn der Plot ist relativ ereignisarm und schlachtet seine bedeutsamen Szenen gerne einmal etwas länger aus. Es ist der Prozess des Alleinseins im Alter. Einsame Menschen wünschen sich nur zu gerne einen Partner an ihrer Seite, es ist einfach zu traurig abends ohne jemanden ins Bett zu gehen und dann aufzuwachen, ohne mit jemandem zu frühstücken. Gloria verzweifelt und sie ist so weit, dass sie selbst einem Mann zur Seite steht, der sie ohne ein Wort zu verlieren einfach links liegen lässt. Das sich Arnold bei der besagten Party ebenfalls einsam fühlt, ist offensichtlich, denn er wird einfach links liegen gelassen, aber das er einfach so verschwindet, ist nicht entschuldbar. Trotzdem bleibt Gloria an seiner Seite, auch daher, weil sie nach einem Straßenschauspiel wieder an ihre Einsamkeit erinnert wird. Sie nimmt es in Kauf nicht die 1A, 2B oder die 3C Lösung gefunden zu haben, sie begnügt sich auch mit der 5H Lösung. Klingt etwas kryptisch, ist es auch. Denn diese Tatsache kann nicht jeder verstehen. Erst nach einem Absturz im Urlaub, als ihre Mutter sie retten muss, ist der Abstieg so weit, dass Gloria der Boden unter den Füßen entrissen wird. Kleine Ausflüge in aktuelle politische Themen, die immer einen Bezug zu Gloria haben, runden den Plot ab.
Julianne Moore verkörpert Gloria sehr gut. Jeder nimmt es ihr ab. Dass sich die Schauspielerin stark für die Rolle interessiert, sieht der Zuschauer nicht nur an ihrer guten Performance, sondern auch, dass sie ab und an oben ohne zu sehen ist. Ich kann mich an keinen Film mit ihr erinnern, der solche Szenen gezeigt hat. Sie war immer eine starke Charakterdarstellerin – was sie zweifelsohne noch ist – und hatte das bis heute nicht nötig. Ihrem Schauspielkollegen John Turturro nimmt man ebenfalls die verlorene Persönlichkeit ab. Er ist geschieden, kann sich aber emotional nicht von seiner Frau lösen. Ähnlich wie ein Allen Harper in „Two and a half Men“, wird er auch nach der Auflösung der Ehe immer noch fremdgesteuert. Fazit „Gloria – Das Leben wartet nicht“ ist etwas für Genre-Liebhaber. Es ist eine gelungene Amerikanisierung von einem chilenischen Film.
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Julianne Moore verkörpert Gloria sehr gut. Jeder nimmt es ihr ab. Dass sich die Schauspielerin stark für die Rolle interessiert, sieht der Zuschauer nicht nur an ihrer guten Performance, sondern auch, dass sie ab und an oben ohne zu sehen ist. Ich kann mich an keinen Film mit ihr erinnern, der solche Szenen gezeigt hat. Sie war immer eine starke Charakterdarstellerin – was sie zweifelsohne noch ist – und hatte das bis heute nicht nötig. Ihrem Schauspielkollegen John Turturro nimmt man ebenfalls die verlorene Persönlichkeit ab. Er ist geschieden, kann sich aber emotional nicht von seiner Frau lösen. Ähnlich wie ein Allen Harper in „Two and a half Men“, wird er auch nach der Auflösung der Ehe immer noch fremdgesteuert. Fazit „Gloria – Das Leben wartet nicht“ ist etwas für Genre-Liebhaber. Es ist eine gelungene Amerikanisierung von einem chilenischen Film.