Comic - DC

Green Arrow Megaband 4

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Green Arrow Megaband 4
Green Arrow Megaband 4Comic - DC | mit: Jackson Lanzing, Collin Kelly u.a.Bewertung:★★★★★ Ganze 12 Einzelhefte und das Annual Nummer 2 werden im aktuellen Green-Arrow-Megaband versammelt. Mit dem letzten Teil, Heft #50, endet dann auch die aktuelle Arrow-Soloserie. Doch es scheint als blieben einige Fragen unbeantwortet. Handlung Der Megaband unterteilt sich grob in vier bis fünf größere, in einander übergehende Handlungsstränge. Zu Beginn reist Oliver Queen in ein fernes, kiregszerrütetes Land, in dem er letztlich nur in der Lage ist als Green Arrow zu helfen. Dann bekommt es Arrow mit Parasite, einem Gegenspieler Supermans zu tun, der in der Lage ist Metafähigkeiten zu absorbieren und sich selbst anzueignen. Doch unter dem deformierten Äußeren steckt noch immer ein Mensch. Und zum Ende hin wird es erneut sehr politisch, als ein Maskierter Selbstjustiz an den Reichen der Stadt Seattle übt und die Bevölkerung über Social Media darüber abstimmen lässt. Auch Oliver Queen gerät ins Visier des brutalen Vigilanten. Und dann findet dieser auch noch Nachahmer, die Team Arrow das Leben schwer machen, als Vertigo auftaucht und Rache an Roy Harper nehmen möchte. Doch wo ist der eigentlich? All das wird dann auch noch umrahmt von der Tatsache, dass „Martian Manhunter“ J´onn J´onzz Arrow eine Waffe hinterlassen hat, die in der Lage sein soll im Notfall die Justice League auszuschalten. BewertungDie Tatsache ein Held ohne Metakräfte zu sein und dabei eben nicht den Status eines Batman zu genießen, quält Green Arrow und bringt so emotionale Momente mit sich. Gerade verbunden mit der Tatsache, dass J´onn J´onzz ausgerechnet ihn ausgewählt hat, die letzte Verteidigungslinie der Erde zu sein, sollte die Justice League einmal die Seite wechseln, ergibt sich daraus eine anspannende und zugleich fesselnde Faszination um den Helden Oliver Queen, die den gesamten Megaband über präsent ist und mir gut gefallen hat.
Die Geschichten, die erzählt werden, sind allesamt recht politisch und so ergibt sich zumindest in thematischer Hinsicht ein stimmiger Band. In den ersten enthaltenen Einzelheften geht es um ein vom Krieg zerstört hinterlassenes Land, welches an den Irak oder Afghanistan erinnert. Dort herrschen Warlords, Familien leben getrennt und selbst Kinder greifen zur Waffe. Verständlicherweise ist der amerikanische Millionär Oliver Queen da nicht so gern gesehen, aber Green Arrow kann doch helfen. Später im Megaband geht es dann um brutale Selbstjustiz durch eine maskierte Person namens „Citizen“, die korrupte Teile der Gesellschaft zur Rechenschaft ziehen möchte und die Bevölkerung per Social Media die Todesurteile fällen lässt. Und Citizen soll nicht der einzige Vigilante bleiben, der Kritik am korrupten System üben will. Gerade die Übertragbarkeit der Geschichten auf unsere Lebenswelt macht den Comic spannend. Leider bleiben die moralischen Pointen, bzw. die Lehren, die die Protagonistinnen und Protagonisten aus den Geschehnissen ziehen, relativ flach und unkonkret. Vor allem mit Kapitalismuskritik tut man sich dann doch in Amerika noch immer etwas schwerer. Gerade der reiche Oliver Queen würde allerdings viel mehr Potenzial bieten, derartige Themen zu beleuchten. Meiner Meinung nach wurden hier Chancen zu mehr Tiefe verpasst.
Während der Band thematisch stimmig ist, sorgt seine Länge aber auch für einige Sprünge in der Chronologie der aufeinanderfolgenden Bände, die hier und da den Lesefluss erschweren. Für Arrow-Neulinge könnte die Lektüre Probleme bereiten. Mindestens Oliver Queens Hintergrundgeschichte und einige Namen aus seinem Bekanntenkreis sollte man schon kennen.
Meine Vorkenntnisse des grünen Bogenschützen, die ausschließlich von der CW-Serie stammen, habe aber eine andere Problematik zu Tage getragen, die mir den Comic ein kleines bisschen schwerer gemacht haben. Arrow ist mir als ein selbstbewusster und teilweise sturer Anführer bekannt, dessen düstere Vorgeschichte ihn auch etwas abgestumpft hat. Teile dieses ernsteren Charakters finden sich auch im Comic und gefallen mir gut. Allerdings gibt es häufig auch den arroganten Sprücheklopfer, der mir weniger zusagt. Die Sprüche, die Arrow mitten im Kampf loslässt, sind weniger lustig als die eines Spider-Man und wirken meist etwas fehl am Platz. Fazit Megaband Nummer 4 des Bogenschützen Green Arrow ist vollgepackt mit guten, politischen Geschichten, die aber ein wenig die Chance verpassen mehr in die Tiefe zu gehen. Die einzelnen Stories sind aber dennoch wirklich interessant und durch eine spannende übergeordnete Hintergrundgeschichte zumindest lose verknüpft. Auch stilistisch macht der Band einen soliden Gesamteindruck.
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