Filme - Thriller

Greta

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Greta
GretaFilme - Thriller | mit: Regisseur: Neil Jordan; Darsteller: Isabelle Huppert, Chloë Grace MoretzBewertung:★★★★★ Eigentlich wollte Chloë Grace Moretz eine Schauspielpause einlegen – und Schwups gibt’s wieder 10234958039763908540 Filme mit ihr. Finde ich persönlich aber nicht schlecht, ich mag sie sehr gerne als Schauspielerin. Gepaart mit Isabelle Huppert, was kann bei Greta da noch schiefgehen? Handlung Frances ist frisch vom College nach New York City umgezogen. Sie lebt zusammen mit ihrer besten Freundin in einem riesigen Loft und arbeitet als Kellnerin. Eines Tages findet sie eine verlorene Handtasche in der U-Bahn und entschließt sich, sie ihrer rechtmäßigen Besitzerin Greta zurückzubringen. Sie freunden sich an, doch schon bald merkt Frances, dass Greta nicht die freundliche, einsame Witwe ist, die sie vorgibt zu sein. Sie bricht den Kontakt ab, aber Greta fängt an, Frances zu stalken. Die Lage verschlimmert sich immer mehr. Trailer BewertungIch muss ganz ehrlich sagen, Greta ist ein ordentlicher Thriller. Die Handlung fängt seicht an, die Freundschaft der beiden Protagonistinnen scheint echt und ehrlich zu sein. Die Erkenntnis, dass Greta eine kranke Psychopathin ist, kommt recht schnell um die Ecke. Dadurch wird schnell Spannung aufgebaut. Was ich aber am interessantesten finde: So bekommt der Zuschauer zu sehen, wie sich die Belästigung durch Greta immer weiter verschlimmert – und was das für die Person bedeutet, die gestalkt wird. Frances versucht bei der Polizei um Hilfe zu bitten, doch diese haben keine rechtliche Grundlage, etwas dagegen zu tun. Das zeigt sehr eindringlich, wie sich gestalkte Menschen fühlen müssen. Denn Frances hat ab dem Zeitpunkt, wo sie sich entschließt, den Kontakt abzubrechen, keine ruhige Minute mehr. Wenn sie ein echter Mensch wäre, wäre das sehr bedauerlich. Diese Situation schafft es im Film aber, immer mehr Spannung aufzubauen. Während ich im ersten Drittel schon öfters aufs Handy geschaut habe, konnte ich irgendwann nicht mehr entspannt auf dem Sofa liegen.
Dass diese Spannung sich aufbauen und –was vielleicht noch viel wichtiger ist – aufrecht gehalten werden kann, liegt an den Hauptdarstellerinnen Isabelle Huppert und Chloë Grace Moretz. Moretz spielt die naive junge Frau sehr gut, sodass sie nicht dumm wirkt, sondern aufrichtig hilfsbereit. Die zunehmende Belästigung durch Greta belastet sie und das ist sehr spürbar. Sie handelt aber nicht, wie man es vielleicht erwartet. Sie ist weder übertrieben hysterisch noch dauerhaft depressiv. Sie lebt ihr Leben, aber manche Situationen lösen Panik und Angst aus.
Obwohl Chloë Grace Moretz ihre Rolle sehr gut spielt, stiehlt ihr Isabelle Huppert fast durchgängig die Show. Der Wandel von der einsamen, aber freundlichen Frau zur besessenen Psychopathin geschieht so fließend, dass man sich nie fragt, wie es dazu kommen konnte. Am Anfang lässt ein Blick oder die Körpersprache ihr „wahres Gesicht“ zwischendurch durchscheinen und zur Mitte hin hat man zeitweise auf einer irrationalen Ebene sogar Mitleid mit ihr, als sie verzweifelt versucht, ihre Freundschaft mit Frances wieder aufleben zu lassen.
Bei aller Liebe zu den Darstellerinnen und zum guten Spannungsaufbau kann ich dem Film aber nicht mehr als drei Sterne geben. Obwohl die Darstellerinnen sehr gute Arbeit leisten, sind ihre Rollen doch sehr oberflächlich. Frances schwankt zwischen uninteressant bis hin zu unglaublich klischeehaft. Sie ist die junge naive Frau, die den Tod ihrer Mutter nicht verkraften kann und sich von ihrem Vater distanziert hat. Dass sie auf dem Bildschirm nicht langweilig wirkt, liegt wirklich nur an die schauspielerische Leistung von Moretz. Ähnlich verhält es sich mit Greta. Wo sie am Anfang recht vielseitig und komplex wirkt, verkommt sie zum Schluss fast zum Bösewicht eines Horrorfilms. Nichts kann sie stoppen, nicht einmal eine fette Gehirnerschütterung.
Auch der Spannungsaufbau kommt bei mir nicht ohne Kritik weg. Denn eigentlich hätten das Schauspiel und die Kameraarbeit meiner Meinung nach allein gereicht, um die angespannte Situation darzustellen. Doch dann kam die Musik. Der Soundtrack ist sehr generisch und hat sogar an der einen oder anderen Stelle ein bisschen die Spannung gedämpft. Ähnlich wie in Horrorfilmen, wo die Musik schon viel vorher ankündigt, dass gleich das Monster um die Ecke kommen wird. Fazit Trotz meiner Kritik finde ich Greta ein guter durchschnittlicher Thriller. Die Spannung hat mich gepackt und die Schauspielerinnen sind einfach fantastisch. Hätten sie bessere Rollen vorgelegt bekommen und wäre der Film nicht so sehr in Klischeefallen getappt, hätte Greta das Zeug dazu gehabt, eine Perle des Genres zu werden.
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