Comic - Drama

Grün

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Grün
GrünComic - Drama | mit: Patrick Lacan (Autor), Marion Besançon (Inker), Karen Bo (Übersetzer)Bewertung:★★★★★ Ich finde es immer wieder schön, von Autoren und Zeichnern zu lesen, die ich noch nicht kenne. Erster Blick geht immer in Richtung Biografie, wobei ich auch hier wieder nicht viel Neues über Autor Patrick Lacan und Zeichnerin Marion Besançon erfahren habe. Nur, dass sich beide der Kunst verschrieben haben. Das reicht mir aber auch vollkommen aus, gerade weil sie einen auf den ersten Blick gigantischen Comic-Band auf die Beine gestellt haben. Ob der erste Blick täuscht oder ob es eine echte Liebesbeziehung zwischen mir und *Grün* geworden ist, verrate ich euch ein Stück weiter unten.

„Grün“ kommt mit 264 Seiten daher, erscheint in einem schönen Hardcover, in Deutschland verlegt vom „avant-Verlag“ und hat einen stabilen Preis von 35 Euro. Handlung Die Menschheit wird über Nacht von einer Welle pflanzlicher Mutationen heimgesucht: Neugeborene, deren Kopf von Blättern gekrönt ist, aus deren Armen und Beinen Knospen und Blüten sprießen … So beginnt diese Geschichte einer Metamorphose.

Dieses unerklärliche Phänomen begeistert die einen und ruft bei den anderen Angst und Ablehnung hervor. Die neue „Pro-Menschheit“-Bewegung findet immer mehr Zulauf …BewertungDie Zeichnungen sind großenteils in Schwarz-Weiß gehalten. Erst zum Schluss kommt ordentlich Farbe rein. Besser gesagt: grün. Die Farbe, um die es schließlich geht. Dabei steht Grün sinnbildlich für die Natur. Für den Kreislauf, das Weiterkommen. Die Natur holt es sich immer zurück. So auch ein aktuelles Gedankenexperiment: Erst wenn wir Menschen durch den Klimawandel die Erde vernichtet haben, kann die Natur zurückkommen und auf uns zurückblicken. Es wird Jahre dauern, aber es kommt der Zeitpunkt, da könnten wir nicht mehr da sein – doch die Natur in ihrer unendlichen Vielfalt ist zurück.

„Grün“ konfrontiert uns mit dieser Ausgangslage. Der hektische Alltag, dem wir nicht Goodbye sagen können, hält uns fest. Wir müssen Entscheidungen treffen. Unsere Probleme hinter uns bringen. Unser Klima ist toxisch – und damit meine ich nicht unbedingt das Wetter und die Temperatur dieser Erde. Nein, es geht um das Zusammenspiel der Menschheit. Veränderungen sind stetiger Bestandteil unseres Lebens; wie die Natur müssen wir auf diese Dinge reagieren, uns anpassen und dann weitermachen. Es hilft nichts, die Augen davor zu verschließen: Die Probleme lassen sich nicht wegwischen.

Wenn uns das gelingt, wird es wieder grün. Und wer sich an die Stelle der Farbe in den Zeichnungen erinnert, weiß, wohin die Reise geht. Wenig überraschend, doch hier ist die Reise das Ziel. Damit meine ich, dass in solchen Werken oftmals die Konsequenz logisch ist – doch wie das Leben ist auch *Grün* eine Reise auf einem langen, stolprigen Weg. Fazit *Grün* hat nicht nur eine sehr schöne Aufmachung, die sich sicherlich in vielen Sammlungen gut machen würde, das Comic kommt auch mit einer schönen Botschaft daher und nimmt uns auf seinem Weg gekonnt mit. Sehr gut!
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