Comic - Star Wars

Han Solo - Kadett des Imperiums

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Han Solo - Kadett des Imperiums
Han Solo - Kadett des ImperiumsComic - Star Wars | mit: Autor: Robbie Thompson, Zeichner: Leonard KirkBewertung:★★★★★ Die Backstory des Schmugglers und späteren Helden der Rebellion, Han Solo, ist spätestens nach dem Film „Solo: A Star Wars Story“ weitestgehend bekannt. Aufgewachsen ist er auf dem Schrottplaneten Corellia von dem er flüchten möchte aber nicht kann. Eines Tages gelingt es ihm doch, aber seine große Liebe Qi´ra bleibt zurück. Beim Versuch zurück nach Corellia zu kommen, schließt er sich dem Imperium an, aber verlässt auch dieses, um wieder Schmuggler zu sein. Über die Zeit beim Imperium ist durch den Film nur wenig bekannt. Diese Lücke möchte jetzt ein neuer Comic füllen. Handlung Han Solo ist Kadett beim Imperium. Seine Flugfähigkeiten sorgen für Aufsehen, aber er ist nicht gut darin Befehlen zu folgen und gerät so immer wieder in Schwierigkeiten. Außerdem ist er zwar egoistisch und verfolgt seine eigenen Ziele, nämlich über das Imperium die Gelegenheit zu bekommen, nach Corellia zurückzukehren, aber neugewonnene Freunde lässt er nicht im Stich. Seine neue Trainingseinheit ist da keine Ausnahme, auch nicht als es im ersten echten Einsatz wirklich brenzlig wird. BewertungHan Solo ist – betrachtet man einmal nur die Filme – ein Charakter, der gerade aufgrund seiner Undurchschaubarkeit so interessant ist. Seine Motive sind immer auch eigennützig, aber wenn es drauf ankommt, lässt er sich beinahe unter Scham doch dazu hinreißen ein Held zu sein. Das macht vor allem eine nicht im Detail bekannte Hintergrund- und Herkunftsgeschichte umso spannender. Der 2018 erschiene Film hat meiner Meinung nach noch gerade genug offen gelassen. Was ich also beim Lesen des Comics immer im Hinterkopf hatte, war die Frage, ob es dadurch, dass Lücken im Lebenslauf des Charakters geschlossen werden, einen Zugewinn gibt oder es dem Charakter Solos sogar schadet.
Was mir diesbezüglich immer wieder aufgefallen ist, sind vor allem charakterliche Züge Solos, die im Blick auf die Filme widersprüchlich wirken, bzw. die Frage aufwerfen, wieso sich Solo charakterlich noch einmal charakterlich so gewandelt hat. Vor allem zögert Han kaum seinem Team zu helfen. Geld und persönlicher Vorteil spielen keine so große Rolle für ihn, wie beispielsweise in Episode 4. Er geht sogar so weit, dass er bei einem Streit einen gegen ihn aggressiven Kameraden schützt, anstatt ihn zu verpfeifen. Dieser Han wirkt etwas zu sehr zum Helden gemacht, fast ein bisschen weichgespült.
Die Geschichte in Han Solo – Kadett des Imperiums hat mich – gerade in dem Zusammenhang der oben gestellten Frage – leider nicht überzeugt. Sie stellt nur eine kurze, unbedeutende Episode in Solos Leben dar, die mit Blick auf den späteren Charakter Solos scheinbar keine Auswirkungen hat. Für sich allein stehend – und damit die Tatsache betrachtend, dass Comics ja ohnehin permanent dem Kanon hinzugefügt und aus ihm entfernt werden – ist die Handlung aber auch nicht spannend genug. Solo kommt auf die Akademie, ist auffällig, freundet sich an, es kommt zu einer Kampfhandlung in einer Mission, er hilft jemandem zu seinen eigenen Ungunsten weiter und das wars. Der Story in diesem Band fehlt einfach der besondere Kniff, eine Wendung, ein spannender Querverweis oder Charakter.
Auch der Zeichenstil gefällt mir nicht besonders gut. Gerade Gesichter wirken irgendwie aufgedunsen und ähneln sich untereinander. Gerade die Kadetten der Akademie kann man gerade in etwas actionreicheren Szenen dadurch schnell verwechseln. Die Panels wirken dann auch immer etwas unübersichtlich.
Fazit Die mir eingangs gestellte Frage kann ich klar beantworten: Durch den Comic gewinnt Han Solo nicht an charakterlicher Tiefe. Die Geschehnisse tragen nicht entscheidend zur späteren Figur Solos bei und könnten daher ebenso gut nicht existieren. Um für sich allein zu stehen fehlt es der Geschichte aber definitiv an Spannung und der zündenden Idee.
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