Buch - Thriller
Happy Weekend – Die perfekte Auszeit. Euer schlimmster Albtraum
Ein verlängertes Wochenende, ein kurzer Halt an einer Raststätte und ein gestohlener Koffer – mehr braucht Arno Strobel nicht, um seinen neuen Psychothriller ins Rollen zu bringen. Aus einer Situation, die zunächst fast alltäglich wirkt, entwickelt sich schnell ein Albtraum. Mit „Happy Weekend – Die perfekte Auszeit. Euer schlimmster Albtraum“ setzt Strobel erneut auf ein hohes Erzähltempo, zahlreiche Wendungen und ein beklemmendes Setting. Gleichzeitig fällt der Roman deutlich härter aus als viele seiner früheren Bücher und dürfte selbst eingefleischte Thriller-Fans nicht kaltlassen.
HANDLUNG
Katja und Marcel sind bester Laune, als sie an diesem Freitag mit dem Auto aufbrechen. Eine kleine Auszeit über das verlängerte Wochenende, einfach mal ausspannen. Doch beim kurzen Halt an einer Raststätte wird ihnen das Gepäck aus dem Kofferraum gestohlen. Zum Glück hat Katja einen kleinen GPS-Tracker in den Koffer gelegt, über den sie ihn orten kann. Und tatsächlich sehen sie den Koffer auf der Karte in Richtung Autobahn verschwinden. Ohne lange nachzudenken, nehmen sie die Verfolgung auf. Doch statt ihr Gepäck zurückzubekommen, geraten sie in eine Falle, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt.
KRITIK
Arno Strobel verliert keine Zeit. Schon nach wenigen Seiten kippt die zunächst harmlose Ausgangssituation und entwickelt sich zu einem Thriller, der über weite Strecken ein hohes Tempo hält. Durch die kurzen Kapitel und den flüssigen Schreibstil kommt kaum Leerlauf auf. Immer wieder werden neue Informationen eingestreut, die den Blick auf die Ereignisse verändern und den Spannungsbogen aufrechterhalten. Dieser schnelle Erzählstil gehört seit Jahren zu Strobels Markenzeichen und funktioniert auch hier sehr gut.
Einen großen Anteil an der Atmosphäre hat das gewählte Setting. Ein großer Teil der Handlung spielt in einer verlassenen Klinik beziehungsweise ehemaligen Psychiatrie. Dunkle Flure, leerstehende Räume und das Gefühl, den Tätern vollkommen ausgeliefert zu sein, sorgen für viele beklemmende Momente.
Auch inhaltlich geht Strobel diesmal einen deutlich härteren Weg. Die Gewaltdarstellungen fallen wesentlich drastischer aus als in vielen seiner früheren Thriller. Ob einem das gefällt, hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Wer intensive und kompromisslose Thriller mag, dürfte damit gut zurechtkommen. Leser, die psychologische Spannung gegenüber expliziter Gewalt bevorzugen, könnten sich an einigen Szenen stören.
Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte nicht nur von der Flucht der beiden Hauptfiguren lebt. Nach und nach werden weitere Hintergründe offengelegt, wodurch sich die Ereignisse in einem anderen Licht darstellen. Gerade im letzten Drittel zieht der Roman noch einmal deutlich an und hält einige Überraschungen bereit. Ohne zu spoilern lässt sich sagen, dass sich vieles erst zum Ende hin zusammensetzt.
Ganz ohne Kritik kommt „Happy Weekend“ allerdings nicht aus. Einige Entwicklungen wirken konstruiert und nicht jede Entscheidung der Figuren erscheint immer nachvollziehbar. Außerdem bleiben einige Nebenfiguren vergleichsweise blass. Auch der eine oder andere Thriller-Leser dürfte bestimmte Zusammenhänge schon relativ früh erahnen.
FAZIT
„Happy Weekend“ ist kein subtiler Psychothriller, sondern ein rasanter, stellenweise sehr harter Spannungsroman. Der flüssige Schreibstil, das beklemmende Setting und das hohe Erzähltempo sorgen dafür, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legt. Wer mit deutlichen Gewaltdarstellungen kein Problem hat und temporeiche Thriller mag, bekommt hier spannende Unterhaltung. Wer dagegen eher psychologisch raffinierte Geschichten mit wenig Brutalität bevorzugt, sollte wissen, dass Strobel diesmal deutlich kompromissloser erzählt als gewohnt.
Copyright: Fischer Verlag
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HANDLUNG
Katja und Marcel sind bester Laune, als sie an diesem Freitag mit dem Auto aufbrechen. Eine kleine Auszeit über das verlängerte Wochenende, einfach mal ausspannen. Doch beim kurzen Halt an einer Raststätte wird ihnen das Gepäck aus dem Kofferraum gestohlen. Zum Glück hat Katja einen kleinen GPS-Tracker in den Koffer gelegt, über den sie ihn orten kann. Und tatsächlich sehen sie den Koffer auf der Karte in Richtung Autobahn verschwinden. Ohne lange nachzudenken, nehmen sie die Verfolgung auf. Doch statt ihr Gepäck zurückzubekommen, geraten sie in eine Falle, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt.
KRITIK
Arno Strobel verliert keine Zeit. Schon nach wenigen Seiten kippt die zunächst harmlose Ausgangssituation und entwickelt sich zu einem Thriller, der über weite Strecken ein hohes Tempo hält. Durch die kurzen Kapitel und den flüssigen Schreibstil kommt kaum Leerlauf auf. Immer wieder werden neue Informationen eingestreut, die den Blick auf die Ereignisse verändern und den Spannungsbogen aufrechterhalten. Dieser schnelle Erzählstil gehört seit Jahren zu Strobels Markenzeichen und funktioniert auch hier sehr gut.
Einen großen Anteil an der Atmosphäre hat das gewählte Setting. Ein großer Teil der Handlung spielt in einer verlassenen Klinik beziehungsweise ehemaligen Psychiatrie. Dunkle Flure, leerstehende Räume und das Gefühl, den Tätern vollkommen ausgeliefert zu sein, sorgen für viele beklemmende Momente.
Auch inhaltlich geht Strobel diesmal einen deutlich härteren Weg. Die Gewaltdarstellungen fallen wesentlich drastischer aus als in vielen seiner früheren Thriller. Ob einem das gefällt, hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Wer intensive und kompromisslose Thriller mag, dürfte damit gut zurechtkommen. Leser, die psychologische Spannung gegenüber expliziter Gewalt bevorzugen, könnten sich an einigen Szenen stören.
Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte nicht nur von der Flucht der beiden Hauptfiguren lebt. Nach und nach werden weitere Hintergründe offengelegt, wodurch sich die Ereignisse in einem anderen Licht darstellen. Gerade im letzten Drittel zieht der Roman noch einmal deutlich an und hält einige Überraschungen bereit. Ohne zu spoilern lässt sich sagen, dass sich vieles erst zum Ende hin zusammensetzt.
Ganz ohne Kritik kommt „Happy Weekend“ allerdings nicht aus. Einige Entwicklungen wirken konstruiert und nicht jede Entscheidung der Figuren erscheint immer nachvollziehbar. Außerdem bleiben einige Nebenfiguren vergleichsweise blass. Auch der eine oder andere Thriller-Leser dürfte bestimmte Zusammenhänge schon relativ früh erahnen.
FAZIT
„Happy Weekend“ ist kein subtiler Psychothriller, sondern ein rasanter, stellenweise sehr harter Spannungsroman. Der flüssige Schreibstil, das beklemmende Setting und das hohe Erzähltempo sorgen dafür, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legt. Wer mit deutlichen Gewaltdarstellungen kein Problem hat und temporeiche Thriller mag, bekommt hier spannende Unterhaltung. Wer dagegen eher psychologisch raffinierte Geschichten mit wenig Brutalität bevorzugt, sollte wissen, dass Strobel diesmal deutlich kompromissloser erzählt als gewohnt.
Copyright: Fischer Verlag