Filme - Action

Hard Powder

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Hard Powder
Hard PowderFilme - Action | mit: mit: Liam Neeson, Tom Bateman, Tom JacksonBewertung:★★★★★ Liam Neeson ist wieder als Racheengel unterwegs. Das verspricht nach Filmen wie 69 Hours oder Non-Stop rasante Action. Kann Hans Petter Molands Hard Powder sich in die Riege dieser Action-Blockbuster einreihen? Handlung Im Skigebiet der Kleinstadt Kehoe in den Rocky Mountains stirbt Nels Coxmans Sohn an einer Überdosis Heroin. Seine Frau verkraftet den Tod des Sohnes nicht und verlässt ihren Mann. Doch der Schneepflugfahrer glaubt nicht an den selbst herbeigeführten Drogentod seines Sohns und geht der Sache auf den Grund. Schnell findet er tatsächlich mehr heraus und beginnt an den Mitgliedern eines Drogenkartells Rache zu nehmen, die für den Mord verantwortlich sind. Trailer BewertungWenn man einen Film startet, auf dessen Cover ein grimmig dreinblickender Liam Neeson zu sehen ist, erwartet man nicht weniger als ein rasantes Actionfeuerwerk mit wildem Geballer und erbarmungslosen Alleingängen. Dafür ist Liam Neeson in einem Großteil seiner Filme seit 69 Hours bekannt. Und diese Formel verspricht in der Regel gute, wenn auch wenige tiefsinnige Unterhaltung.
Doch Hard Powder versucht die Racheorgie ganz anders zu inszenieren. Fast episodenhaft sucht Nels Coxman nach dem Mord an seinem Sohn die Mitglieder und Mittelsmänner eines Drogenkartells einen nach dem anderen auf, um sie zur Rede zu stellen und letztlich umzubringen. Durch diese Eins-Gegen-Eins-Kämpfe, mit dem Überraschungseffekt auf Seiten des Protagonisten, kommt selten wirkliche Spannung auf. Überraschend ist lediglich hier und da der Moment, in dem sich Coxman dazu entscheidet, dem Leben des Gegenübers ein Ende zu bereiten.
Dies tut er mit einer stoischen Ruhe, die die gesamte Rachetat recht plump wirken lässt. Coxman ist ein einfacher Schneepflugfahrer und kennt sein Vorgehen nur aus Krimis, die er gelesen hat. Dennoch geht er gezielt und effektiv vor, und verzieht dabei keine Miene. Er ist weder besonders aufgeregt aufgrund seiner Taten, noch wirkt er wirklich wütend wegen dem Verlust seines Sohnes. Emotionen kann der Film kaum vermitteln.
Ebenfalls plump ist der Versuch, dem Film eine leicht komödiantische Note zu geben. In einer Handvoll Szenen wird eine Situationskomik eingesetzt, die vollkommen Fehl am Platz wirkt. So wird etwa der verstorbene Sohn den Eltern auf einer höhenverstellbaren Bare zur Identifikation präsentiert. Diese muss aber erst eine absurd lange Zeit hochgepumpt werden. Wenn man sich dazu entschließt, eine Komödie zu machen, okay, dann ist das vielleicht gerade in der unpassenden Situation zum Fremdschämen witzig. Aber in einem Film mit dieser Geschichte, in der der Tod des Sohnes beim Vater einen blutigen Rachefeldzug auslöst, ist das einfach vollkommen unsinnig.
Und so zieht sich diese seichte Aneinanderreihung einzelner Morde und plumper Szenen durch den Großteil des Films. Erst gegen Ende werden weitere Komponenten hinzugefügt, die eine viel spannendere, komplexere Grundlage geboten hätten, wären sie ausführlicher inszeniert und ausgearbeitet worden. Zum Beispiel entführt Coxman den Sohn des Kartellbosses und dieser freundet sich mit ihm an, da selbst ein Fremder für ihn eine bessere Vaterfigur darstellt, als der Gangsterboss. Und dann gibt es noch eine Fehde der Gangster mit einem Stamm Utah, die Coxmans Eingreifen in die bestehende Ordnung wieder aufkeimen lässt und in blutigen Auseinandersetzungen endet. Diese beiden Thematiken enden aber abrupt mit dem Ende des Filmes und bleiben damit genauso plump und oberflächlich, wie der Rest des Films.
Die einzigen positiven Aspekte des Films sind zum einen das kreative, ungewöhnliche Setting in der Winterlandschaft der Rocky Mountains. Zum anderen ist da natürlich noch Liam Neeson, der in seiner Art, ohne mit der Wimper zu zucken den Racheengel gebend, halt einfach cool ist. Auch wenn es in diesem Fall seiner Figur wie erwähnt an Tiefe fehlt.
Fazit Bei einem Film wie Hard Powder erwartet man nicht viel. Liam Neeson, Rache, Action, Wut. Wenn man dann aber selbst das nur mit angezogener Handbremse geboten bekommt, ist das dennoch enttäuschend. Hard Powder ist zu plump und die übergeordnete Prämisse des Films – was möchte der Film genau sein? – wird nicht wirklich deutlich.
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