Filme - Action

Hotel Artemis

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Hotel Artemis
Hotel ArtemisFilme - Action | mit: von: Drew Pearce; mit: Jodie Foster, Sterling K. BrownBewertung:★★★★★ Actionfilme mit Ensemblecasts können nur gut werden – mit dieser Meinung gehe ich in jeden Film rein, auf den diese Beschreibung zutrifft. Ob das stimmt, sehe ich dann später. Aber ich bleibe ein Fan des „Genres“, egal was kommt. Deswegen wollte ich unbedingt „Hotel Artemis“ gucken, wurde aber zum Kinostart von den schlechten Kritiken abgeschreckt. Jetzt wo der Film auf DVD und Bluray rauskommt, konnte ich ihm nicht widerstehen.
Handlung Wasser ist kein Grundrecht, sondern privates Gut. Im Los Angeles des Jahres 2028 leider wahr. Während sich Menschen auf den Straßen versammeln und gegen die Reichen und Mächtigen randalieren, treffen im Hotel Artemis verschiedene Menschen aufeinander: Zwei Bankräuber, eine Profi-Killerin und ein Waffenhändler. Ein ganz normaler Abend für das Hotel eben. Denn es ist kein normales Hotel, sondern ein Underground-Krankenhaus für die Unterwelt. Mitglieder werden im Hotel Artemis medizinisch versorgt und können sich ungescholten ausruhen. Doch dann bekommt das Hotel einen weiteren Gast: Wolfking, der oberste Gangsterboss und Herrscher über die Unterwelt von L.A. Wird das Hotel – und seine Gäste – die Nacht überleben?
Trailer BewertungEin Hotel für Verbrecher – wer da an einen anderen Actionfilm denkt, ist nicht alleine. Aber „Hotel Artemis“ hat nichts mit dem Hunderächer John Wick zu tun. Obwohl Sofia Boutella als Killerin Nizza es sicherlich mit ihm aufnehmen könnte und er an Everest, gespielt von Dave Bautista, bestimmt zu knabbern hätte. Aber das futuristische, dystopische Szenario von „Hotel Artemis“ hat wenig mit der schicken Welt der Profi-Killer zu tun, in der John Wick zuhause ist. Denn das Hotel zwar beherbergt die neueste Technik, die die Medizin im Jahre 2028 zu bieten hat: Laser-Skalpelle, 3D-Organ-Drucker oder smarte Krankenschwester-Roboter. Dennoch ist das Hotel ziemlich düster und altmodisch eingerichtet. Das gibt dem Film einen dreckigen retro-futuristischen Look, den ich sehr gerne mochte. Gepaart mit der tollen Gruppe an Kriminellen, die dort Unterschlupf gefunden haben, erzeugt der Film eine tolle Atmosphäre. Viel mehr hat der Film leider nicht zu bieten, denn die Story ist sehr dünn und für den größten Teil sehr vorhersehbar. Vor allem zum Ende des Films wird das immer deutlicher. Aber bis dahin hatte ich sehr viel Spaß mit den tollen Figuren und den Dialogen. Denn wenn man schon so tolle Schauspieler wie Jodie Foster und Sterling K. Brown im Cast hat, diesen dann noch um witzige Leute wie Dave Bautista und Charlie Day ergänzt und Sofia Boutella das Badass, der sie ist, spielen lässt (sie hat ihren eigenen „Hallway”-Moment à la Daredevil, der choreografisch ganz gut mit der Serie mithalten kann) – da kann man als Regisseur nicht viel falsch machen. Die tollen Schauspieler bringen ihre Dialoge so witzig und pointiert rüber und spielen ihre Charaktere so gut (Jodie Foster hat eine tolle Laufart für die Figur der alternden Krankenschwester mit krassen Angststörungen entwickelt), dass „Hotel Artemis“ zumindest in der ersten Hälfte bzw. in der ersten zwei Dritteln des Films großen Spaß macht. Doch mit der Einführung des Wolfking (der übrigens auch sehr toll von Jeff Goldblum gespielt wird), kann die dichte Atmosphäre die lückenhafte Geschichte nicht mehr retten. Es hilft auch nicht, dass die schlimmste Figur im Film mehr Raum bekommt. Zachary Quinto spielt den jüngsten Sohn des Wolfkings und ist dabei so nervig, dass man keinerlei Sympathie mit ihm hegt. Selbst wenn die Figur so gedacht wurde, war er für mich im Film einfach nur überflüssig, was ziemlich schade ist, weil Quinto eigentlich ein super Schauspieler ist, der vor Charme und Charisma nur so trotzt.
Fazit „Hotel Artemis“ hätte ein hervorragender Genrefilm werden können, denn die Atmosphäre und die Figuren sind hervorragend und neben den tollen Schauspielern definitiv das Highlight des Films. Aber zum Ende hin wird die Geschichte immer dünner und die positiven Aspekte des Films können diese lückenhafte Story einfach nicht mehr überdecken. Trotzdem kann ich den Film empfehlen, man darf einfach nicht allzu hohe Erwartungen haben.
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