Comic - Komödie
I’m Every Woman
I’m Every WomanComic - Komödie | mit: Autorin: Liv StrömquistBewertung:★★★★★ „I’m Every Woman“ – wer bei dem Titel nicht sofort einen Ohrwurm bekommt, der sollte diesen Comic nicht lesen! Nein, Spaß beiseite, jeder sollte sich mit den Themen, die Liv Strömquist in ihrem dritten Werk beschäftigt, auseinandersetzen. Handlung Albert Einstein, Picasso, Edvard Munch: Hinter jedem genialen Mann steht immer eine psychisch überlastete, ausgebeutete Frau. Das ist die Hauptaussage von Liv Strömquists „I’m Every Woman“. In kurzen, witzigen Episoden erzählt sie die „Liebes“-Geschichten vieler bekannter Persönlichkeiten aus der Perspektive der Frauen und bringt diese aus dem Schatten ihrer bekannten Männer hervor. Die Autorin teilt aber auch ordentlich gegen das heutige Patriarchat aus, indem sie sich mit der „Kernfamilie“ oder mit der Frage, warum sie Kinder für rechtskonservativ hält beschäftigt.BewertungWitzig, provokativ und sehr, sehr lehrreich – so würde ich „I’m Every Woman“ von Liv Strömquist in Kurzform beschreiben. Ihr trockener Humor spiegelt sich sowohl in den sarkastischen Texten als auch in den etwas kindlich wirkenden Karikaturen des Comics wider. Wie zum Beispiel in ihrer Erklärung, was Munchs bekanntestes Bild „Der Schrei“ darstellen soll. Wo Kunsthistoriker und -wissenschaftler seit Ewigkeiten versuchen, das Bildmotiv zu entschlüsseln, hat Strömquist die sehr simple Idee: „Aber kann es nicht vielleicht einfach sein, dass Munch seiner Ex, Tulla Larsen, begegnete und dass er in dem Bild ihren Gesichtsausdruck dokumentierte?!“ Solche bissigen Kommentare auf die Beziehung berühmter Männer zu ihren Frauen bilden den Großteil des Comics.
Diese Art und Weise, sich das Schicksal dieser Frauen anzunähern, ist das, was „I’m Every Woman“ meiner Meinung nach ausmacht. Denn wer kennt schon die Leidensgeschichte von Priscilla Presley, die vom „King of Rock“ jahrelang manipuliert und von ihm, nach seinen Vorstellungen der perfekten Frau, geformt wurde? Die gerade einmal 14 Jahre alt war, als sie sich kennenlernenten und dann in seiner Villa „Graceland“ lange Zeit gefangen gehalten wurde, weil Elvis eifersüchtig war. Er selbst hatte währenddessen unzählige Affären.
Durch ihre offene, aber sehr bissige und humorvolle Art, diese und ähnliche Geschichten zu erzählen, kratzt sie gekonnt an die Mauer des Patriarchats, die sehr lange solche Frauen entweder nicht in das öffentliche Bewusstsein vorstoßen ließen oder bekannte Frauen ihre Erfolge absprachen. Wie etwa Yoko Ono, die die meisten als die nervige Frau an John Lennons Seite, die die Beatles auseinandergebracht hat, kennen. Dass sie eine erfolgreiche Künstlerin war, lange bevor sie etwas mit John Lennon zu tun hatte, oder dass ihre Beziehung auseinanderging, weil Lennon ein Alkoholproblem hatte, wurde und wird immer noch nicht wirklich von der breiten Masse wahrgenommen.
Der trockene Humor und die Art und Weise, wie Strömquist an die Themen herangeht, die sie in „I’m Every Woman“ behandelt, hat mir unheimlich gut gefallen. Dennoch kann ich dem Comic nicht die volle Punktzahl geben. Das liegt daran, dass ich die Zusammenstellung der Themen etwas wirr finde. Die langen Passagen, in denen sie die Geschichten dieser Frauen erzählt, wird durch kurze – auch sehr humorvollen – Episoden unterbrochen, die andere Themen behandelt. Sie drehen sich zum Beispiel um schwule Pinguine und warum wir manche tierischen Verhaltensweisen positiv als „natürlich“, manche aber im negativen Sinn „animalisch“ nennen. Diese sind zwar nicht weniger witzig und gesellschaftskritisch, sie wirken für mich aber dann doch eher als Bruch in einem ansonsten sehr flüssigen und stringent erzählten Comic.
Fazit Meiner Meinung nach ist „I’m Every Woman“ eine sehr tolle und humorvolle Auseinandersetzung mit dem Kult, mit denen manche Männer verehrt werden und wie ihre Frauen zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Die Geschichten haben mich jetzt viele Persönlichkeiten aus der Weltgeschichte mit anderen, kritischeren Augen betrachten lassen. Das einzig Negative ist für mich die Zusammenstellung des Comics, da ich teilweise aus einem sehr guten, flüssigen Leserhythmus herausgebracht wurde.
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Diese Art und Weise, sich das Schicksal dieser Frauen anzunähern, ist das, was „I’m Every Woman“ meiner Meinung nach ausmacht. Denn wer kennt schon die Leidensgeschichte von Priscilla Presley, die vom „King of Rock“ jahrelang manipuliert und von ihm, nach seinen Vorstellungen der perfekten Frau, geformt wurde? Die gerade einmal 14 Jahre alt war, als sie sich kennenlernenten und dann in seiner Villa „Graceland“ lange Zeit gefangen gehalten wurde, weil Elvis eifersüchtig war. Er selbst hatte währenddessen unzählige Affären.
Durch ihre offene, aber sehr bissige und humorvolle Art, diese und ähnliche Geschichten zu erzählen, kratzt sie gekonnt an die Mauer des Patriarchats, die sehr lange solche Frauen entweder nicht in das öffentliche Bewusstsein vorstoßen ließen oder bekannte Frauen ihre Erfolge absprachen. Wie etwa Yoko Ono, die die meisten als die nervige Frau an John Lennons Seite, die die Beatles auseinandergebracht hat, kennen. Dass sie eine erfolgreiche Künstlerin war, lange bevor sie etwas mit John Lennon zu tun hatte, oder dass ihre Beziehung auseinanderging, weil Lennon ein Alkoholproblem hatte, wurde und wird immer noch nicht wirklich von der breiten Masse wahrgenommen.
Der trockene Humor und die Art und Weise, wie Strömquist an die Themen herangeht, die sie in „I’m Every Woman“ behandelt, hat mir unheimlich gut gefallen. Dennoch kann ich dem Comic nicht die volle Punktzahl geben. Das liegt daran, dass ich die Zusammenstellung der Themen etwas wirr finde. Die langen Passagen, in denen sie die Geschichten dieser Frauen erzählt, wird durch kurze – auch sehr humorvollen – Episoden unterbrochen, die andere Themen behandelt. Sie drehen sich zum Beispiel um schwule Pinguine und warum wir manche tierischen Verhaltensweisen positiv als „natürlich“, manche aber im negativen Sinn „animalisch“ nennen. Diese sind zwar nicht weniger witzig und gesellschaftskritisch, sie wirken für mich aber dann doch eher als Bruch in einem ansonsten sehr flüssigen und stringent erzählten Comic.
Fazit Meiner Meinung nach ist „I’m Every Woman“ eine sehr tolle und humorvolle Auseinandersetzung mit dem Kult, mit denen manche Männer verehrt werden und wie ihre Frauen zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Die Geschichten haben mich jetzt viele Persönlichkeiten aus der Weltgeschichte mit anderen, kritischeren Augen betrachten lassen. Das einzig Negative ist für mich die Zusammenstellung des Comics, da ich teilweise aus einem sehr guten, flüssigen Leserhythmus herausgebracht wurde.