Buch - Drama

Ich wollte nur Geschichten erzählen

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Ich wollte nur Geschichten erzählen
Ich wollte nur Geschichten erzählenBuch - Drama | mit: Rafik SchamiBewertung:★★★★★ Rafik Schami, 1946 in Damaskus geboren, wanderte Anfang der 70er-Jahre nach Deutschland aus. Seit 1982 schuf er, mittlerweile der erfolgreichste syrische Schriftsteller der Welt, eine ganze Reihe von Werken, die in 32 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Sein autobiographisches Buch „Ich wollte nur Geschichten erzählen - Mosaik der Fremde“ erschien nun kürzlich beim Deutschen Taschenbuchverlag. Handlung Am 19. März 1971 landete am Frankfurter Flughafen das Flugzeug, mit dem Rafik Schami sein Heimatland Syrien verließ. In einzelnen Kapiteln gibt der Autor Einblicke zu den Hintergründen seiner Flucht, zu seinen Anfängen in Deutschland, erzählt über Hürden, die er überwinden musste, reflektiert über den Begriff Heimat und was es bedeutet, Exilautor zu sein. Eindeutig bringt er seine schonungslos kritische Position dem diktatorischen Regime gegenüber zum Ausdruck. Und gibt angehenden Literaten sehr weise Ratschläge.BewertungRafik Schami besitzt die Gabe, die Leser mit Hilfe seiner Sprache in eine faszinierende Welt der erzählenden Kunst zu entführen. Sein Buch ist keine chronologisch erzählte Autobiographie. So wie bereits der Titel verrät, sind es Mosaiksteine, die zu einem bunten Ganzen verschmelzen. Wie kleine Puzzleteile entstehen vor den Augen Bilder aus Schamis Leben. Jedes Kapitel ein Meisterwerk in sich, eine Sammlung der Weisheiten. Zum ersten Mal gewährt der Autor dem Leser tiefere Einblicke in sein Leben, seine Gefühle, seine Ängste und Nöte. Tief mit seiner Heimatstadt Damaskus verbunden gelang es Schami, eine neue Heimat in der deutschen Sprache zu finden. Der Autor erklärt, warum er nicht auf Arabisch schreiben konnte und wie die Entscheidung auf Deutsch zu schreiben ihm die Befreiung brachte. Viele Kapitel sind der Schreibkunst und der Erzählkunst gewidmet. Auch berichtet er über den Kulturschock, den er bei der Ankunft in Deutschland wie viele Andere erleben musste. Besonders schockiert war er darüber, wie wenig in Deutschland über die arabische Kultur und die komplexen Gesellschaften in den arabischen Ländern bekannt war und dass viele Leute, denen er begegnete, nicht einmal wussten, wo Syrien liegt. Auch seine laute und deutliche Kritik am Assad Regime und dessen Sippenwirtschaft kommt zum Ausdruck.
„Ich wollte nur Geschichten erzählen“ ist ein Buch zum Genießen und zum Verweilen. Fazit Sehr tiefgründig und weise und von unglaublicher Erzählkunst.
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