Filme - Komödie

Ideal Home – Ein Vater kommt selten allein

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Ideal Home – Ein Vater kommt selten allein
Ideal Home – Ein Vater kommt selten alleinFilme - Komödie | mit: von: Andrew Fleming; mit: Steve Coogan, Paul RuddBewertung:★★★★★ Was ist Familie? Konservative würden vielleicht jetzt sagen, eine Familie besteht aus Mutter, Vater und ihren gemeinsamen Kindern. Dass aber viel mehr Familienkonstellationen heutzutage möglich sind, wird auch in Filmen immer sichtbarer. Meist handeln solche Filme von Patchworkfamilien, die zueinander finden müssen. Ob „Ideal Home – Ein Vater kommt selten allein“ zu dieser Art von Filmen gehört? Handlung Erasmus Brumble ist der Moderator von „Ideal Home“, einer erfolgreichen Lifestyle-Fernsehsendung. Er wohnt in einer extravaganten Villa und gibt gerne den Gastgeber für elaborierte Dinner-Partys. Paul ist der Produzent der Sendung und Erasmus Partner. Ihre Beziehung ist geprägt von neckischen Zankereien, die aber tieferliegende Probleme nur kaschieren. Als Erasmus Enkel vor deren Tür steht, müssen sie sich nicht nur um das Kind kümmern, sondern auch ihre eigene Beziehung überdenken. Trailer BewertungMan könnte jetzt meinen, „Ideal Home – Ein Vater kommt selten allein“ wäre ein ernstes Drama um die Beziehung zweier Männer zueinander und ihre Schwierigkeiten, ein Kind großzuziehen. Zwar geht es im Kern wirklich darum, doch der Film schafft es, dieses Thema mit einer Lockerheit zu erzählen und die Komik dieser ganzen Situation ganz gut rüberzubringen. Die Dialoge sind sehr spitz und von den Darstellern Steve Coogan und Paul Rudd sehr gut umgesetzt. Ihre Zankereien sind sehr lustig anzuhören und trotzdem schaffen es die beiden, auch die dramatischeren Szenen glaubwürdig zu spielen. Coogan spielt den extravaganten Erasmus in seiner ganzen Übertriebenheit – er fährt mit seinem Enkel zu Taco Bell und trägt dabei einen riesigen Pelzmantel, obwohl sie im heißen Santa Fé, New Mexico, wohnen. Die Figur ist eigentlich dafür gemacht, nicht gemocht zu werden. Denn er hat seinen Sohn – laut eigener Aussage das Produkt von zu vielen Drogen und Zweifeln an seiner Sexualität – vernachlässigt und irgendwann nichts mehr mit ihm zu tun gehabt. Als dann der Enkel vor der Tür steht, weil der Vater im Gefängnis gelandet ist, weiß er nichts mit ihm anzufangen. So bleibt die Verantwortung für das Kind an Paul hängen. Der weiß zwar auch nicht, was er tun soll, versucht aber wenigstens, sich um den Jungen zu kümmern. Und selbst Paul ist eigentlich auf dem Papier kein liebenswerter Typ. Er ist eitel und ein bisschen arrogant. Aber ich glaube nicht, dass Paul Rudd eine Figur spielen kann, ohne charismatisch und liebenswert zu sein. Trotzdem hat auch seine Figur ihre Marotten. Er sagt immer, er sei unzufrieden mit seinem Leben und wäre ohne Erasmus viel besser dran, bleibt aber trotzdem bei Erasmus – aus Liebe oder aus Angst, doch nicht so gut zu sein, wie er glaubt. Neben diesen beiden großen Schauspielern ist noch der Enkel zu loben. Er ist ein stoischer, wortkarger Junge, der einfach seine Umstände akzeptiert. Man weißt seinen Namen bis etwa zur Hälfte des Films nicht, weil er ihn nicht preisgeben will. Doch nach und nach tauen die drei Männer auf und man fühlt mit ihnen mit, als es heißt, dass das Kind wieder zurück zu seinem Vater soll. Er ist die einzige Figur, die etwas blass bleibt. Das ist aber auch gut so. Denn die Beziehung zwischen Erasmus und seinem Sohn ist und bleibt während des gesamten Films schlecht. Es wird auch zum Ende hin nicht ausschließlich heile Welt gespielt, was der Geschichte im Gesamten eine durchaus realistische Glaubwürdigkeit verleiht. Fazit „Ideal Home – Ein Vater kommt selten allein“ ist ein typischer Patchwork-Familien-Film, ohne, dass er zu tief in die Klischeekiste greifen muss. Die Figuren sind charakterlich eigentlich unsympathisch, dennoch schaffen es die Schauspieler sie sehr charmant und liebevoll rüberzubringen. Was mir aber vor allem gefallen hat ist, dass diese eigentlich sehr dramatische Geschichte mit viel Witz und Humor erzählt wird.
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