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In den Iran. Zu Fuß. Ohne Pass.: Auf der Suche nach meiner Mutter
In den Iran. Zu Fuß. Ohne Pass.: Auf der Suche nach meiner MutterFilme - Doku | mit: Mehdi MaturiBewertung:★★★★★ Mehdi Maturi kam als Säugling, von seinem iranischen Vater entführt, nach Deutschland und wuchs in Schwäbisch Hall auf. Mit der Unterstützung der SZ-Magazin Redakteurin Kerstin Greiner dokumentiert er in seinem Buch „In den Iran. Zu Fuß. Ohne Pass.“, das vor kurzem beim Fischer Verlag veröffentlicht wurde, seinen Weg zu seiner Mutter in den Iran und nach Deutschland zurück. Handlung Mehdi Maturi hat von klein auf geglaubt, dass seine Mutter tot sei und bereits zu ihren Lebzeiten weder von ihm noch von seinen älteren Geschwistern etwas wissen wollte. Als 4 Monate alter Säugling kam er als Flüchtling mit seinem Vater und zwei älteren Geschwistern nach Deutschland. Mit Mitte zwanzig bekam er von seinem Onkel aus dem Iran die Nachricht, dass seine Mutter lebt und die ganzen Jahre nach ihren Kindern gesucht hat. Von seinen Freunden bestärkt, fasst Mehdi den Entschluss, in den Iran zu reisen und seine Mutter kennenzulernen. Als er jedoch in München im Konsulat vorspricht, bekommt er eine ernüchternde Antwort: Mit seinem Flüchtlingspass wird er nie legal in den Iran reisen können. Daraufhin trifft er die verrückteste Entscheidung seines Lebens, packt seinen Rucksack und macht sich zu Fuß und ohne gültige Dokumente auf den Weg in den Iran und folgt dabei der Flüchtlingsroute in die entgegengesetzte Richtung. Ein lebensgefährliches Unterfangen. Und dabei will Mehdi Maturi nicht nur seiner Mutter in die Augen schauen, sondern auch zurück nach Deutschland kehren. Ob das gut gehen kann? BewertungEine unglaublich spannende und rührende Geschichte eines jungen Mannes, der viele Gefahren auf sich nimmt, um seine Mutter lächelnd zu erleben. Es ist zugleich auch die Suche nach seinen Wurzeln, die uns wieder erinnert, welche wichtige Rolle die Familie, die Eltern in unserem Leben spielen. Für einen westlichen Leser, der in einer von Individualismus geprägten Gesellschaft aufgewachsen ist, wird dieses Buch vielleicht ein Denkanstoß sein. Der Autor selbst reflektiert seine eigene Wahrnehmung und seine Ansichten in Bezug auf die Familie im Hinblick auf seine Sozialisation in Deutschland und seine Erlebnisse im Iran. Neben den Live-Erlebnissen entlang der Flüchtlingsroute mit Gebirgs- und Flussüberquerungen, Schleuserpfaden, Militärpatrouillen, durch Stacheldraht und Minenfelder gesicherte Grenzen aber auch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Couchsurfer und einfacher Leute, enthält das Buch viele Hintergrundinformationen. Landschaften, Leute, Häuser, Städte, Dörfer werden beim Lesen lebendig. Man hofft, zweifelt, lächelt, verzweifelt, freut sich, zittert, friert, schwitzt, lacht und hält gemeinsam mit dem Autor den Atem an. Fazit Sehr spannend und ein bisschen verrückt.
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