Comic - Fantasy
Jupiter´s Circle
Jupiter´s CircleComic - Fantasy | mit: Autor: Mark Millar, Zeichner: Wilfredo TorresBewertung:★★★★★ Mit Jupiter´s Legacy schuf Star-Autor Mark Millar eine eigeneständige Superheldenserie. Die Union of Justice – Utopian, Lady Liberty, Blue-Bolt, Brainwave, Skyfox und Flare – erhielt 1932 auf einer geheimnisvollen Insel ihre Kräfte und verteidigte fortan von New York aus die ganze Welt vor dem Bösen. Doch Mark Millar betrachtet vor allem auch die Schattenseiten des Superheldendaseins und gibt jedem einzelnen Charakter zutiefst menschliche Makel oder Probleme, die im gesellschaftlichen Kontext der 50er Jahre ihre Entfaltung finden. Mit Jupiter´s Circle erscheint nun erstmals das Prequel zu Jupiter´s Legacy komplett in einem Band und erläutert die Anfänge der Union of Justice, und vor allem ihre private Seite. Handlung New York in den 1950ern: Homosexualität ist geächtet, es herrschen starre Rollenbilder zwischen Mann und Frau, und der gesellschaftliche Druck ist enorm hoch. So geht es auch den Helden der Union of Justice in ihrem privaten Leben. Das führt zu Problemen abseits ihres Kampfes gegen das Böse. Die Homosexualität Blue-Bolts ruft FBI-Chef J. Edgar Hoover auf den Plan, der die Union of Justice kontrollieren möchte und Blue-Bolt erpresst. Flare betrügt seine Frau und hadert mit der Schande, die es bedeuten würde, wenn er seine Familie verlässt. Skyfox und Brainwave streiten um ein und dieselbe Frau. Lady Liberty ist einsam, weil sie als einzige Superheldenfrau selbst in ihrem Privatleben einschüchternd auf die Männerwelt wirkt. Und Utopian ist einfach nur perfekt, aber auch das kann manchmal ganz schön anstrengend sein.BewertungJupiter´s Circle ist für mich der Einstieg in Mark Millars Superheldenserie. Als Prequel zur bekannteren Reihe Jupiter´s Legacy ist das aber auch ein guter Einstiegspunkt. Die Geschichte setzt kapitelweise die einzelnen Probleme der Helden und der Heldin in den Fokus und führt diese ein. Nichtsdestotrotz ist der Comic nicht zu episodenhaft aufgebaut, sodass gleichzeitig auch eine fortlaufende Story entstehen kann. Im Mittelpunkt stehen ganz klar die privaten Komplikationen die zum einen das Superheldendasein mit sich bringt, zum anderen aber auch wie das Private die Superheldenrolle beeinflussen kann. Kämpfe und Heldentaten bilden nur den Rahmen für diese Geschichten. Bis zum letzten Drittel des Comics gibt es keinen Signifikanten Gegenspieler und auch der am Ende eingeführte Jack Hobbs, der der Union of Justice ihre Kräfte nehmen will, bleibt relativ charakterlos. Nur in ein paar wenigen Szenen können Leserinnen und Leser sehen, ja, die Union of Justice muss auch mal gegen Monster kämpfen, die die Erde bedrohen. Aber auch in diesen Szenen und Panels stehen wieder andere Dinge im Vordergrund und während der Kämpfe unterhalten sich die Protagonisten und die Protagonistin teils über andere Dinge. Das alles zeigt schon etwas überdeutlich auf die Tatsache, dass Jupiter´s Circle eben ein „anderer“ Superheldencomic sein soll.
Manchmal ist mir das etwas zu plump, denn teilweise wären klassische Superheldenthemen und Erklärungen dazu gar nicht so fehl am Platz. Zum Beispiel verpasst das Prequel, noch einmal die Fähigkeiten der Helden und der Heldin zusammenzufassen. Ich konnte beim Lesen oft nur mutmaßen. Einige Fähigkeiten werden recht gut deutlich, da sie essenzieller Bestandteil der Geschichte sind. In Gänze gibt es aber keinen Überblick darüber, wer was kann.
Aber da ohnehin meistens Privates vor Kampf und Action kommen, ist das nur stellenweise ein Problem. Seine selbstauferlegte Hauptaufgabe macht der Comic nämlich wahnsinnig gut. Die emotionalen Privatleben der Union werden ebenso ausführlicher dargestellt und jeder einzelne Charakter hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Vor allem die Homosexualität von Blue-Bolt wird sehr gut mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, zusammengebracht. Und dass ausgerechnet J. Edgar Hoover den Erpresser mimt, von dem die Union weiß, dass er ein Verhältnis mit seinem Berater hat, macht das Ganze noch verzwickter.
Zu Beginn des Comics ist der Ablauf noch sehr simpel und es brauchte für mich ein paar Kapitel, um wirklich gefallen am Lesen zu finden. Der episodenhafte Aufbau stellt schrittweise die einzelnen Charaktere in den Fokus, während die anderen Charaktere dennoch vorkommen. So schließen sich Wissenslücken erst schrittweise. Zum Ende hat sich aber ein komplexes Zusammenspiel der Charaktere untereinander, sowie der Charaktere im gesellschaftlichen Kontext, aufgebaut, welches – sofern man Jupiter´s Circle, wie ich, vor Jupiter´s Legacy liest – in einem offenen Ende mündet. Fazit Jupiter´s Circle braucht ein paar Seiten, um richtig Fahrt aufzunehmen. Dann hat der Comic aber die volle Bandbreite menschlicher Emotionen und Probleme parat. Mir hat die Lektüre sehr viel Spaß gemacht, auch wenn mir stellenweise ein paar Informationen zum Superheldendasein der Union of Justice gefehlt haben und manchmal etwas zu überdeutlich auf das „auch-Superhelden-sind-nur-Menschen“ gedrängt wird. Durch den spannenden Cliffhanger am Ende des Bandes habe ich aber große Lust bekommen, Jupiter´s Legacy zu lesen.
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Manchmal ist mir das etwas zu plump, denn teilweise wären klassische Superheldenthemen und Erklärungen dazu gar nicht so fehl am Platz. Zum Beispiel verpasst das Prequel, noch einmal die Fähigkeiten der Helden und der Heldin zusammenzufassen. Ich konnte beim Lesen oft nur mutmaßen. Einige Fähigkeiten werden recht gut deutlich, da sie essenzieller Bestandteil der Geschichte sind. In Gänze gibt es aber keinen Überblick darüber, wer was kann.
Aber da ohnehin meistens Privates vor Kampf und Action kommen, ist das nur stellenweise ein Problem. Seine selbstauferlegte Hauptaufgabe macht der Comic nämlich wahnsinnig gut. Die emotionalen Privatleben der Union werden ebenso ausführlicher dargestellt und jeder einzelne Charakter hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Vor allem die Homosexualität von Blue-Bolt wird sehr gut mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, zusammengebracht. Und dass ausgerechnet J. Edgar Hoover den Erpresser mimt, von dem die Union weiß, dass er ein Verhältnis mit seinem Berater hat, macht das Ganze noch verzwickter.
Zu Beginn des Comics ist der Ablauf noch sehr simpel und es brauchte für mich ein paar Kapitel, um wirklich gefallen am Lesen zu finden. Der episodenhafte Aufbau stellt schrittweise die einzelnen Charaktere in den Fokus, während die anderen Charaktere dennoch vorkommen. So schließen sich Wissenslücken erst schrittweise. Zum Ende hat sich aber ein komplexes Zusammenspiel der Charaktere untereinander, sowie der Charaktere im gesellschaftlichen Kontext, aufgebaut, welches – sofern man Jupiter´s Circle, wie ich, vor Jupiter´s Legacy liest – in einem offenen Ende mündet. Fazit Jupiter´s Circle braucht ein paar Seiten, um richtig Fahrt aufzunehmen. Dann hat der Comic aber die volle Bandbreite menschlicher Emotionen und Probleme parat. Mir hat die Lektüre sehr viel Spaß gemacht, auch wenn mir stellenweise ein paar Informationen zum Superheldendasein der Union of Justice gefehlt haben und manchmal etwas zu überdeutlich auf das „auch-Superhelden-sind-nur-Menschen“ gedrängt wird. Durch den spannenden Cliffhanger am Ende des Bandes habe ich aber große Lust bekommen, Jupiter´s Legacy zu lesen.