Game - Strategie
Kingdom Two Crowns
Kingdom Two CrownsGame - Strategie | mit: Bewertung:★★★★★ Mit Kingdom: Two Crowns erhält die Kingdom-Reihe herausgegeben von Raw Fury einen neuen Ableger. Am 11. Dezember erschien der Titel für Nintendo Switch, Xbox One und Microsoft Windows. Nachdem ich den Vorgänger des Indie-Strategie-Titels, Kingdom: New Lands auf der Switch noch verpasst hatte, konnte ich jetzt zum ersten Mal die Krone aufsetzen und mein eigenes Königreich errichten. Handlung Kingdom: Two Crowns hält es mit der Geschichte simpel und erklärt gar nicht erst groß was los ist. Die Rahmenhandlung ergibt sich aus der zugrundeliegenden Prämisse des Spiels. Wir sind ein Herrscher oder eine Herrscherin ohne Königreich und wollen das ändern. Mit dem Einsatz von Geld locken wir Gefolgsleute, die uns dann unterstützen, uns verteidigen, uns beim Errichten einer Festungsanlage helfen und etwa durch Jagd für Goldnachschub sorgen. Trailer BewertungKingdom: Two Crowns möchte, getreu der Tradition der Reihe, vor allem eins sein: simpel und weitestgehend selbsterklärend. Es wird sich nicht lange mit komplexen Erklärungen herumgeschlagen, was ja auch eigentlich ein erfrischender Ansatz ist. Leider beginnen gleich hier schon die ersten Probleme, vor denen vor allem Neueinsteiger stehen. Schon beim Start ist nicht klar, was wir da eigentlich beim Wechsel zwischen den zwei großen Kingdom-Two-Crowns-Schriftzügen genau auswählen. Erst durch Ausprobieren wird klar: Es geht hier scheinbar nur um das Setting, einmal europäisch- einmal asiatisch-mittelalterlich. Ob es weitere Unterschiede gibt, etwa im Schwierigkeitsgrad? Keine Ahnung. Das wird schlicht weg nicht erwähnt.
Ähnliches gilt dann für das Spielprinzip als Ganzes. Am Anfang gibt es eine kurze Erklärung, Münzen durch kurzes Drücken von „A“ hinwerfen, um Bauern zu rekrutieren, vor Objekte stellen und lange „A“ drücken, um diese unter Einsatz der angezeigten Anzahl Münzen auszubauen, mit einem der Controlsticks nach links und rechts bewegen und gegebenenfalls eine der Schultertasten drücken, um schneller zu reiten. Mehr nicht. Danach sind wir auf uns allein gestellt. Und eigentlich hat mich dieser Ansatz auch neugierig gemacht. Ich war gespannt darauf, selbst zu erkunden und auszuprobieren.
Aber schon sehr schnell gab es die Ernüchterung, denn hinter der simplen Fassade verbergen sich eigentlich komplexere Entscheidungsmöglichkeiten und ist einem nicht vollends klar, was nun eigentlich zu tun ist, kann das schnell schief gehen. In meinem ersten Spiel kam ich so scheinbar an den Punkt, an dem sich scheinbar kein Fortschritt mehr erreichen ließ. Ging ich nach recht war der Weg versperrt, ging ich zu weit nach links griffen mich Wesen an, die es auch auf meine Festung abgesehen haben. Die Verteidigung hielt dem Stand, ich hatte bereits Bogenschützen und einen einfachen Palisadenzaun. Aber ich konnte schlicht kein neues Gold mehr finden. Und die Jäger hörten auch plötzlich auf Neues zu generieren. Also konnte ich keine Gebäude ausbauen, um das Problem zu beheben. Und was hätte das Problem überhaupt beheben können? Welche Gebäude sind überhaupt genau für WAS zuständig? All das können Spielerinnen und Spieler nur mutmaßen, es gibt diesbezüglich keinerlei Hilfestellungen.
Durch mehrere neue Spielstarts konnte ich mich dann schrittweise an einzelne Problemlösungen herantasten. Jedoch wird es natürlich mit zunehmender Spielzeit und wachsendem Königreich teurer, weiter auszubauen. Und auch dieses Geld muss wieder irgendwo herkommen und so steht man regelmäßig vor neuen Problemen. Na gut, eigentlich geht es doch darum in Videospielen… kreativ sein und Lösungen finden. Aber Kingdom: Two Crowns fehlt es meiner Meinung nach etwas an Ausgewogenheit. Immer wenn man das Gefühl hat es läuft einigermaßen steigt mit jedem neuen Tag der Schwierigkeitsgrad der Angriffswellen und kleinste Verluste sind immer schwieriger zu kompensieren. Bei jedem neuen Start kam ich relativ schnell an den Punkt, an dem ich mich nur noch auf der Stelle bewegte. Irgendwie durch ein Fällen von ein paar Bäumen, schicken des Händlers und Sammeln von den Jägern ein paar Münzen generieren, um die Verteidigung zu reparieren, nur um in der nächsten Nacht mindestens genau dieselben Verluste wieder hinnehmen zu müssen, nur um das ganz von vorne zu starten. Das ist sehr schnell frustrierend. Sicherlich könnte man sagen, dass es doch auch den einen funktionierenden Weg geben muss. Dass ich möglicherweise einfach nicht gut in dem Spiel bin, würde ich mir auch gefallen lassen. Aber ich finde schon, dass man ein Spiel auch nach den Möglichkeiten bewerten dürfen muss, die es Neueinsteigern bietet, sie zu verstehen. Und dabei scheitert Kingdom: Two Crowns leider.
Hinzu kommt – der Vollständigkeit halber – das Fehlen der Auswahlmöglichkeit des Spielstands beim Start des Spiels (wir müssen jedes Mal das zuletzt gespielte Spiel automatisch laden lassen und können erst dann über das Ingame-Menü andere Spielstände aufrufen), sowie grundsätzlich etwas lange Ladezeiten.
Alles in allem ist es sehr schade, dass ich derartige Probleme mit dem Einstieg in das Spiel hatte, die mir das Weiterspielen gehörig vermiest haben. Denn Kingdom: Two Crowns ist vor allem atmosphärisch und in
Optik und Sound liebevoll designt. Während wir durch die hübsche Pixellooklandschaft reiten und sich unser Antlitz im See vor uns spiegelt hören wir fast nur die sanften Klänge der Natur: zwitschernde Vögel, das Rauschen des Windes in den Bäumen oder das Plätschern eines Baches. Das macht trotz des simplen Indie-Pixel-Looks, der mittlerweile ja gar nicht mehr so besonders ist, schon was her.
Neu und auch ganz nett ist ein Splitscreemodus. Ein zweiter Spieler kann so im selben Königreich als Partner oder Partnerin des Monarchen oder der Monarchin ebenfalls beim Aufbau helfen. Auch hier steht man aber im Grunde vor denselben spielerischen Problemen, wenn es einem so ergeht, wie es mir erging.
Fazit Optik und Sound, sowie die grundlegende Spielidee rechne ich Kingdom: Two Crowns durchaus positiv an. Leider hapert es meiner Meinung nach bei der Umsetzung ebenjener Spielidee. Gerade für Einsteiger fehlen einfach grundlegende Erläuterungen. Fast alles muss man sich selbst erschließen und nicht nur das: selbst wenn man meint den Dreh mehr oder weniger raus zu haben, ist das Spiel schon wieder einen Schritt weiter, zieht den Schwierigkeitsgrad an und die eben erworbenen Erkenntnisse sind schon wieder kaum etwas wert. Mir jedenfalls erging es so und so gebe ich auch gerne abschließend relativierend zu: viele der Fähigkeiten, Gebäude und andere Upgrademöglichkeiten, die es im späteren Verlauf des Spiels noch zu geben scheint, habe ich nie zu Gesicht bekommen.
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Ähnliches gilt dann für das Spielprinzip als Ganzes. Am Anfang gibt es eine kurze Erklärung, Münzen durch kurzes Drücken von „A“ hinwerfen, um Bauern zu rekrutieren, vor Objekte stellen und lange „A“ drücken, um diese unter Einsatz der angezeigten Anzahl Münzen auszubauen, mit einem der Controlsticks nach links und rechts bewegen und gegebenenfalls eine der Schultertasten drücken, um schneller zu reiten. Mehr nicht. Danach sind wir auf uns allein gestellt. Und eigentlich hat mich dieser Ansatz auch neugierig gemacht. Ich war gespannt darauf, selbst zu erkunden und auszuprobieren.
Aber schon sehr schnell gab es die Ernüchterung, denn hinter der simplen Fassade verbergen sich eigentlich komplexere Entscheidungsmöglichkeiten und ist einem nicht vollends klar, was nun eigentlich zu tun ist, kann das schnell schief gehen. In meinem ersten Spiel kam ich so scheinbar an den Punkt, an dem sich scheinbar kein Fortschritt mehr erreichen ließ. Ging ich nach recht war der Weg versperrt, ging ich zu weit nach links griffen mich Wesen an, die es auch auf meine Festung abgesehen haben. Die Verteidigung hielt dem Stand, ich hatte bereits Bogenschützen und einen einfachen Palisadenzaun. Aber ich konnte schlicht kein neues Gold mehr finden. Und die Jäger hörten auch plötzlich auf Neues zu generieren. Also konnte ich keine Gebäude ausbauen, um das Problem zu beheben. Und was hätte das Problem überhaupt beheben können? Welche Gebäude sind überhaupt genau für WAS zuständig? All das können Spielerinnen und Spieler nur mutmaßen, es gibt diesbezüglich keinerlei Hilfestellungen.
Durch mehrere neue Spielstarts konnte ich mich dann schrittweise an einzelne Problemlösungen herantasten. Jedoch wird es natürlich mit zunehmender Spielzeit und wachsendem Königreich teurer, weiter auszubauen. Und auch dieses Geld muss wieder irgendwo herkommen und so steht man regelmäßig vor neuen Problemen. Na gut, eigentlich geht es doch darum in Videospielen… kreativ sein und Lösungen finden. Aber Kingdom: Two Crowns fehlt es meiner Meinung nach etwas an Ausgewogenheit. Immer wenn man das Gefühl hat es läuft einigermaßen steigt mit jedem neuen Tag der Schwierigkeitsgrad der Angriffswellen und kleinste Verluste sind immer schwieriger zu kompensieren. Bei jedem neuen Start kam ich relativ schnell an den Punkt, an dem ich mich nur noch auf der Stelle bewegte. Irgendwie durch ein Fällen von ein paar Bäumen, schicken des Händlers und Sammeln von den Jägern ein paar Münzen generieren, um die Verteidigung zu reparieren, nur um in der nächsten Nacht mindestens genau dieselben Verluste wieder hinnehmen zu müssen, nur um das ganz von vorne zu starten. Das ist sehr schnell frustrierend. Sicherlich könnte man sagen, dass es doch auch den einen funktionierenden Weg geben muss. Dass ich möglicherweise einfach nicht gut in dem Spiel bin, würde ich mir auch gefallen lassen. Aber ich finde schon, dass man ein Spiel auch nach den Möglichkeiten bewerten dürfen muss, die es Neueinsteigern bietet, sie zu verstehen. Und dabei scheitert Kingdom: Two Crowns leider.
Hinzu kommt – der Vollständigkeit halber – das Fehlen der Auswahlmöglichkeit des Spielstands beim Start des Spiels (wir müssen jedes Mal das zuletzt gespielte Spiel automatisch laden lassen und können erst dann über das Ingame-Menü andere Spielstände aufrufen), sowie grundsätzlich etwas lange Ladezeiten.
Alles in allem ist es sehr schade, dass ich derartige Probleme mit dem Einstieg in das Spiel hatte, die mir das Weiterspielen gehörig vermiest haben. Denn Kingdom: Two Crowns ist vor allem atmosphärisch und in
Optik und Sound liebevoll designt. Während wir durch die hübsche Pixellooklandschaft reiten und sich unser Antlitz im See vor uns spiegelt hören wir fast nur die sanften Klänge der Natur: zwitschernde Vögel, das Rauschen des Windes in den Bäumen oder das Plätschern eines Baches. Das macht trotz des simplen Indie-Pixel-Looks, der mittlerweile ja gar nicht mehr so besonders ist, schon was her.
Neu und auch ganz nett ist ein Splitscreemodus. Ein zweiter Spieler kann so im selben Königreich als Partner oder Partnerin des Monarchen oder der Monarchin ebenfalls beim Aufbau helfen. Auch hier steht man aber im Grunde vor denselben spielerischen Problemen, wenn es einem so ergeht, wie es mir erging.
Fazit Optik und Sound, sowie die grundlegende Spielidee rechne ich Kingdom: Two Crowns durchaus positiv an. Leider hapert es meiner Meinung nach bei der Umsetzung ebenjener Spielidee. Gerade für Einsteiger fehlen einfach grundlegende Erläuterungen. Fast alles muss man sich selbst erschließen und nicht nur das: selbst wenn man meint den Dreh mehr oder weniger raus zu haben, ist das Spiel schon wieder einen Schritt weiter, zieht den Schwierigkeitsgrad an und die eben erworbenen Erkenntnisse sind schon wieder kaum etwas wert. Mir jedenfalls erging es so und so gebe ich auch gerne abschließend relativierend zu: viele der Fähigkeiten, Gebäude und andere Upgrademöglichkeiten, die es im späteren Verlauf des Spiels noch zu geben scheint, habe ich nie zu Gesicht bekommen.