Rezension
Knives Out - Mord ist Familiensache
Knives Out - Mord ist FamiliensacheFilme - Thriller | mit: Christopher Plummer, Daniel Craig, Michael Shannon, Jaeden Martell, Jamie-Lee CurtisBewertung:★★★★★ "Knives Out - Mord ist Familiensache" ist eine Agatha Christie ähnliche Verfilmung von "Star Wars 8" Regisseur Rian Johnson. Er kehrt zu seinen Wurzeln zurück, denn mit "BRICK" konnte er den originellsten, kühnsten und aufregensten Meta-Noir-Film der letzten Jahre abliefern. Ob "Knives Out" wieder so ein Erfolg ist oder eher ein Desaster á la "Star Wars: Die letzten Jedi" lest ihr in meinem Fazit. Handlung Inzwischen ist es eine Woche her, dass der krimischreibende Familienpatriarch Harlan Thrombey (Christopher Plummer) am Abend seines 85. Geburtstages in seinem herrschaftlichen Anwesen Selbstmord begangen hat. Während die hinterbliebenen Familienmitglieder der Eröffnung des Testaments entgegenfiebern, hat der von einem unbekannten Auftraggeber auf den Fall angesetzte weltberühmte Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) noch ein paar offene Fragen zu klären.
Mit den offiziellen Ermittlern Elliott (LaKeith Stanfield) und Wagner (Noah Segan) befragt er alle an jenem Abend anwesenden Gäste. Dabei stellt sich schnell heraus, dass scheinbar keiner der Zeugen die Wahrheit sagt. Trotzdem kann niemand der Täter sein, denn das Opfer war zum Tatzeitpunkt allein auf seinem Zimmer. Dementsprechend kann er sich nur selbst die Kehle durchgeschnitten haben. Daran besteht kein Zweifel... oder etwa doch?!?! Trailer BewertungZu Beginn werden die einzelnen Familienmitglieder ganz traditionell nach einander befragt-eben typisch Agatha Christie oder etwa doch nicht? In jeder Szene zeigt uns Rian Johnson Hinweise darauf dass "Knives Out" eben doch kein normaler Krimi ist. Damit ist zum Beispiel der Eiserne Thron aus "Game of Thrones" gemeint, den sich Harlan Thrombey extra hat anfertigen lassen. Dieser Thron steht nun als Symbol, hinter den Verdächtigen, dafür das jeder dem anderen ansatzlos ein Messer in den Rücken rammen würde.
Schnell entwickelt sich eine atemberaubende Dynamik, obwohl die Verdächtigen einzeln von einander befragt werden. Das kommt daher das jede Aussage schnell ineinander geschnitten wurde. Es gibt zum Beispiel ein Verhör wo Walt Thrombey (Michael Shannon) seinen ständig am Smartphone hängenden Sohn Jacob (Jaeden Martell) in den Himmel lobt, woraufhin aber der Teenager von anderen Befragten als onanierender Alt-Right-Nazi geoutet wird. Alle Antworten sind so rassiermesserscharf formuliert. Bieten aber auch genug Details, die man leicht überhören kann, die aber auch viel über unsere Figuren preisgeben. Das ist die hohe Kunst des Drehbuchschreibens die Rian Johnson da an den Tag legt.
Die Rollen der meisten Hollywoodstars sind kleiner als man nach dem Trailer vermutet hat, aber alle Beteiligten genießen ihre Zeilen- das ist bei der Schärfe der Dialoge auch kein Wunder. Die Kulisse des altehrwürdigen Herrenhauses mit quietschenden Treppen, geheimen Fenstern und Salon trügt, denn trotz diesen klassischen Agatha Christie Zutaten ist "Knives Out" hochaktuell. Wenn auf einmal eine Figur etwas von Instagram erzählt, kann es einen fast aus dem Film reißen.
Über weite Strecken ist der Film gar nicht dieses "Katz und Maus" Spiel á la "Mord im Orientexpress" sondern eine rabenschwarze Thriller-Satire, die weit entfernt an "Parasite" von Bong Joon-ho erinnert. Leider macht es sich Johnson oft selbst unnötig schwer, indem er uns in Rückblenden zeigt wie es wirklich passiert ist. Am Ende gelingt es ihm mit einer Auflösung zu überraschen, die noch einmal alles gezeigte auf den Kopf stellt. Der eigentliche Star des Films, der auch die meiste Screentime bekommt, kann man aus Spoilergründen gar nicht erwähnen. Fazit "Knives Out" ist ein wirklich grandioser Film geworden. Das Drehbuch mit seinen bissig bösen Dialogen ist Weltklasse und lässt den von Kenneth Branagh gemachten "Mord im Orientexpress" alt aussehen. Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Rian Johnson zeigt einmal mehr was für ein guter Autorenfilmer er sein kann, wenn er nicht gerade für Disney/Lucasfilm arbeitet.
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Mit den offiziellen Ermittlern Elliott (LaKeith Stanfield) und Wagner (Noah Segan) befragt er alle an jenem Abend anwesenden Gäste. Dabei stellt sich schnell heraus, dass scheinbar keiner der Zeugen die Wahrheit sagt. Trotzdem kann niemand der Täter sein, denn das Opfer war zum Tatzeitpunkt allein auf seinem Zimmer. Dementsprechend kann er sich nur selbst die Kehle durchgeschnitten haben. Daran besteht kein Zweifel... oder etwa doch?!?! Trailer BewertungZu Beginn werden die einzelnen Familienmitglieder ganz traditionell nach einander befragt-eben typisch Agatha Christie oder etwa doch nicht? In jeder Szene zeigt uns Rian Johnson Hinweise darauf dass "Knives Out" eben doch kein normaler Krimi ist. Damit ist zum Beispiel der Eiserne Thron aus "Game of Thrones" gemeint, den sich Harlan Thrombey extra hat anfertigen lassen. Dieser Thron steht nun als Symbol, hinter den Verdächtigen, dafür das jeder dem anderen ansatzlos ein Messer in den Rücken rammen würde.
Schnell entwickelt sich eine atemberaubende Dynamik, obwohl die Verdächtigen einzeln von einander befragt werden. Das kommt daher das jede Aussage schnell ineinander geschnitten wurde. Es gibt zum Beispiel ein Verhör wo Walt Thrombey (Michael Shannon) seinen ständig am Smartphone hängenden Sohn Jacob (Jaeden Martell) in den Himmel lobt, woraufhin aber der Teenager von anderen Befragten als onanierender Alt-Right-Nazi geoutet wird. Alle Antworten sind so rassiermesserscharf formuliert. Bieten aber auch genug Details, die man leicht überhören kann, die aber auch viel über unsere Figuren preisgeben. Das ist die hohe Kunst des Drehbuchschreibens die Rian Johnson da an den Tag legt.
Die Rollen der meisten Hollywoodstars sind kleiner als man nach dem Trailer vermutet hat, aber alle Beteiligten genießen ihre Zeilen- das ist bei der Schärfe der Dialoge auch kein Wunder. Die Kulisse des altehrwürdigen Herrenhauses mit quietschenden Treppen, geheimen Fenstern und Salon trügt, denn trotz diesen klassischen Agatha Christie Zutaten ist "Knives Out" hochaktuell. Wenn auf einmal eine Figur etwas von Instagram erzählt, kann es einen fast aus dem Film reißen.
Über weite Strecken ist der Film gar nicht dieses "Katz und Maus" Spiel á la "Mord im Orientexpress" sondern eine rabenschwarze Thriller-Satire, die weit entfernt an "Parasite" von Bong Joon-ho erinnert. Leider macht es sich Johnson oft selbst unnötig schwer, indem er uns in Rückblenden zeigt wie es wirklich passiert ist. Am Ende gelingt es ihm mit einer Auflösung zu überraschen, die noch einmal alles gezeigte auf den Kopf stellt. Der eigentliche Star des Films, der auch die meiste Screentime bekommt, kann man aus Spoilergründen gar nicht erwähnen. Fazit "Knives Out" ist ein wirklich grandioser Film geworden. Das Drehbuch mit seinen bissig bösen Dialogen ist Weltklasse und lässt den von Kenneth Branagh gemachten "Mord im Orientexpress" alt aussehen. Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Rian Johnson zeigt einmal mehr was für ein guter Autorenfilmer er sein kann, wenn er nicht gerade für Disney/Lucasfilm arbeitet.