Comic - Geschichte

Knock out!

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Knock out!
Knock out!Comic - Geschichte | mit: Reinhard KleistBewertung:★★★★★ Der wohl erfolgreichste Comicautor und Zeichner Reinhard Kleist hat beim CARLSEN Verlag "Knock out!" veröffentlicht. Wieder einmal hat er sich ein wichtiges gesellschaftliches Thema herausgesucht und dies mit einer wahren Begebenheit kombiniert. Diesmal geht es um Rassismus sowie Homophobie. Kleist geht auf diese Themen ein, indem er die Geschichte des schwulen, schwarzen Boxers Emile Griffith erzählt. Handlung Emile Griffith ist ein fröhlicher Mensch. Er geht seiner Arbeit nach und ist in seiner Firma sehr beliebt. Sein Chef überredet ihn wegen seiner Statur jedoch zum Boxsport. Er möchte dies eigentlich nicht, gibt jedoch irgendwann nach. Fast schon schüchtern bestreitet er seine Kämpfe und gewinnt sie. Einen nach dem anderen. Damit erlangt er Ruhm und Geld. Doch er trägt - für die damalige Zeit - ein dunkles Geheimnis mit sich rum. Er steht auf Männer. Schwule waren in den 60er Jahren nicht gerne gesehen und wenn man dann noch ein Schwarzer war, war das Leben nicht einfach. Emile schaffte es aber die Gunst der Menschen zu gewinnen, bis zu jenem Tag, den 24. März 1962, als sich das Leben für den Migranten und das der Boxwelt total verändern sollte...BewertungZunächst fällt das Cover sofort ins Auge. Es fühlt sich durch die Einstanzung nicht nur gut an, es hat eine tolle Botschaft. Zu sehen ist Griffith, der boxt. Er teilt aus, so kennen ihn die Fans aus dem Ring. Sein Schatten ist aber auch abgebildet. Jener Schatten ist sein wahres Ich. Er steht auf Männer und hat eine schwere Kindheit hinter sich. Nach dem tödlichen Unfall im Ring plagen ihn die Geister.

Er wird im Jahr 1992 brutal zusammengeschlagen, als er aus einer Kneipe kommt und schleppt sich nach Hause. Als Geist erscheint sein alter Gegner mit dem er einen Dialog führt. Der Plot wechselt dann immer wieder in die Vergangenheit und erzählt so die wichtigsten Stationen. Der ehemalige Boxer ist so zugerichtet, dass er ums Überleben kämpft. Es waren weiße Rassisten. Die Rechten sind noch immer auf der Straße und machen Jagd. Es ist jene Ausgrenzung und Hass, die ihn schon das ganze Leben verfolgt. Aber auch seine Homosexualität kommt in der Gesellschaft nicht gut an. Es gibt Polizeirazzien, die nur ein Ziel haben, die „Homos“ zu verprügeln. Zudem kommt ein Outing im Boxsport nicht in Betracht, es wäre das Ende aller Träume. Dabei wollte Emile kein Boxer werden, sondern lieber Hüte kreieren, und niemandem etwas antun.

Die Zeichnungen sind typische Kleist Panelkunst. Selbstverständlich bedient sich der Comic-Meister wieder an seinen schwarzen Stiften und ignoriert jegliche Farbe. Zum Abschluss gibt es noch einen guten Anhang, indem es um Rassismus und Homophobie geht, aber weniger um den Hauptdarsteller.
Fazit „Knock out!“ ist ein beeindruckendes Porträt von Emile Griffith, der den tödlichen Unfall im Ring nie richtig verkraftet hat und so musste ihm erst die Boxerdemenz die Erinnerung nehmen...
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