Comic - Drama

König Kohle

Veröffentlicht am 30.11.-0001
König Kohle
König KohleComic - Drama | mit: MaxBewertung:★★★★★ Den Comic „König Kohle“ bitte nicht mit dem gleichnamigen Roman von Upton Sinclair verwechseln. Alleine daher nicht, weil das geschriebene Wort nicht nur standartgemäß mit viel mehr Wörtern daher kommt, sondern das Panelfeuerwerk von Autor und Zeichner Max so gut wie keine Wörter enthält. Die Zeichnungen sprechen für sich, geben der Handlung buchstäblich ihr Profil. Handlung In seiner Naturalis historia berichtet uns Plinius der Ältere von den Ursprüngen der Malerei: Ein Jüngling muss in den Krieg ziehen; als er sich von seiner Verlobten verabschiedet, bemerkt diese seinen Schatten an der Wand, nimmt ein Stück Kohle und zeichnet den Umriss seines Profils nach, um ein Andenken an ihn zu bewahren.

Ausgehend von Plinius‘ Fabel erzählt Max eine Geschichte, in welcher der Erzählfaden und der Umriss ein und dasselbe sind, und entwirft einen freien visuellen Fluss, in dem die Zeichnung für sich und über sich selbst spricht.BewertungDem Grunde nach kann ich gar nicht weniger als fünf Geek-Whisper-Sterne für das Comic „König Kohle“ geben. Alleine die Idee, dass der Erzählenden und der Umriss des Hauptprotagonisten ein und das selbe sind, schreit nur so vor Aufmerksamkeit. Im Portfolio des Avant-Verlags befinden sich Graphic Novels, die durchaus einen höheren intellektuellen Anspruch verfolgen. „König Kohle“ gehört eindeutig in diese Kategorie.

Das Stumm-Comic beschäftigt mich nämlich schon seit Tagen. Zunächst war ich doch recht schockiert. Ich durchblätterte es mit Windeseile und konnte mir keinen Reim drauf machen. In der darauffolgenden Nacht musste ich aber noch einmal kurz drüber nachdenken. Ganz frei nach dem Motto „Hä, was war das denn!?“. Nun ja, der nächste Tag brachte dann ein wenig Erleuchtung, als ich mir „König Kohle“ noch einmal zu Gemüte führte. Und siehe da, in mir reifte die Erleuchtung und ich verstand langsam den Sinn hinter den eher spärlichen Zeichnungen.

Doch dann - und das meine ich ernst - musste ich mir einfach noch einmal das kleine Schwarze (das Cover ist bis auf die Schrift und einer Strichzeichnung in der Farbe schwarz gehalten) greifen. Selbst beim dritten Mal lesen, fielen mir wieder neue Dinge auf, die ich zuvor einfach nicht gesehen habe. Dabei sind die Panels schlicht und einfach gehalten. Dennoch verbergen sie Vieles und die Interpretation überlassen sie uns. Ich habe das Werk von Max nun drei Mal gelesen und immer hatte ich eine andere Vorstellung davon, was uns der Künstler sagen will.

Selbst beim Schreiben der Review und beim Nachschlagen sind es wieder die kleinen Dinge, die interessant machen. So handelt es sich laut dem Cover nicht um ein Graphic Novel, sondern um ein Graphit Novel. Der Rohstoff Graphit wird heutzutage u.a. für Bleistiftminen benutzt. Im Laufe der Handlung kommt auch das Wort „Elhok Nökig“ vor, das mir grundsätzlich unbekannt ist. Eine Suche im Internet blieb erfolglos. Erst ein Übersetzungstool brachte mich wohlmöglich auf die Spur: „Elhok Nökig“ ist ungarisch und heißt übersetzt „Ich gehe schlafen“. Okay…

Wenn Du mehr über den Inhalt sagen kannst, dann melde Dich bitte im Kontaktformular. „König Kohle“ hat mich in einer gewissen Art an meine Grenzen gebracht. Wohlmöglich muss ich es noch einmal lesen… Fazit „König Kohle“ von Max ist ein Comic, welches den Leser an seine Grenzen bringt, da es gradlinig ungradlinig ist. Die Interpretation wechselt sich im Auge des Betrachters und die Suche nach einer Erklärung treibt an, „König Kohle“ öfters zu lesen.
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