Comic - Drama

Lagos - Leben in Suburbia

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Lagos - Leben in Suburbia
Lagos - Leben in SuburbiaComic - Drama | mit: Text: Elnathan John · Zeichnungen: Àlàbá ÒnájinBewertung:★★★★★ In den letzten Jahren gibt es in der westliche Welt sehr viele Ausschnitte aus dem Leben von Menschen, die eigentlich total langweilig sind. Auf „Netflix“ können wir reichen Marklerinnen oder der ersten Bloggerin der Welt dabei zu sehen, wie sie leben. Es sind Ausschnitte, die belanglos und nicht gerade Teil einer Wirklichkeit sind, obwohl viele ihnen, dank ihres finanziellen Erfolgs, nacheifern.

Mit dem Comic „Lagos - Leben in Suburbia“ von Autor Elnathan John und Zeichner Alaba Onajin bekommen wir nun einen Einblick in eine andere Welt. Wir gehen nach Lagos und erfahren dort, was Soap Operas auf afrikanisch sind… Handlung In der Ajayi Crowther Street in Lagos treffen sich Nachbarn, um zu tratschen, sich heftig zu zerstreiten … um dann doch wie jeden Sonntag gemeinsam in die Kirche zu gehen. Lagos – Leben in Suburbia erzählt von Reverend Akpoborie und seiner Familie. Sein Sohn wagt es nicht sich in der homophoben Umgebung als schwul zu outen, während seine Tochter ihre uneheliche Schwangerschaft verheimlichen muss, um das Ansehen der Familie zu wahren. Dazu heimliche Affären, spirituelle Quacksalber und religiöse Heuchler, aber es ist der Reverend selbst, der das dunkelste Geheimnis verbirgt!BewertungDie ersten 100 Seiten von einem Buch sind entscheidend. Sie sagen aus, ob ein Buch beim Leser ankommt oder nicht. Bei einem Comic sind es weniger Seiten. Ich kann sie an dieser Stelle nicht beziffern, dennoch habe ich „Lagos - Leben in Suburbia“ 100 Seiten lang die Chance gegeben, mich zu begeistern. Es hat es nicht geschafft. Vielleicht hätte ich nie das Panel-Kunstwerk in die Hand nehmen dürfen, denn ich stehe eigentlich nicht so sehr auf den Klatsch und Tratsch von Promis, Reichen oder irgendwelchen TV-Familien. Genauso hat mich daher die Pastorenfamilie angesprochen.

Sicherlich, einige soziale und moralische Grundsatzdebatten und Fragestellungen wurden im Text aufgeworfen, sie zeigen auf, wie schwer es einige Menschen haben, aber sie zeigen eben auch nur eine Welt, die nicht so wirklich real ist. Die Realität sieht meistens anders aus, es geht nicht um Ansehen, also eine Schwangerschaft wegen der Familienehre zu verheimlichen, sondern es geht ums nackte Überleben. An dieser Stelle dürfen wir nicht vergessen, dass in Lagos über 50 Prozent der Menschen in Armut leben. Und um noch mal eine Zahl zu nennen: in Lagos leben mehr als 14 Millionen Einwohner. Es gibt also mehr Arme in Lagos als Berlin und Hamburg zusammen Einwohner hat. Es sind andere Dimensionen. Für uns vielleicht nicht vorstellbar.

Aber jeder bringt nun einmal seine Probleme mit und so hat auch die Oberschicht ihre Rucksäcke zu tragen. Nur wie gesagt, mich konnte der Plot nicht fesseln. Die ersten 100 Seiten waren sehr zäh. Daher - ich bin ehrlich - habe ich die letzten 114 Seiten auch nicht mehr gelesen. Es war einfach zu viel. Ich kann nun auch nicht wahrlich sagen, woher meine Abneigung stammt, aber das viele Banale, die vielen Unterredungen konnten nicht zünden. Die Längen waren einfach zu erdrückend.

Optisch reiht sich der Look in die durchschnittliche Handlung ein. Die Panels sind nicht schlecht, aber versprühen auch nicht sonderlich den Reiz, dass wir uns in sie verlieben.
Fazit „Lagos Leben in Suburbia“ konnte mich nicht überzeugen.
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