Filme - Drama

LBJ - John F. Kennedys Erbe

Veröffentlicht am 30.11.-0001
LBJ - John F. Kennedys Erbe
LBJ - John F. Kennedys ErbeFilme - Drama | mit: Woody Harrelson (Darsteller), Michael Stahl-David (Darsteller), Richard Jenkins (Darsteller), Rob Reiner (Regisseur) Bewertung:★★★★★ Der Film mit dem Titel „LBJ“ ist ein Biopic über den US-Präsidenten Lyndon B. Johnson. Zumindest über seine Ambitionen den Chefsessel im Weißen Haus zu erhalten und wie er im Schatten von John F. Kennedy stand. In der Hauptrolle spielt Hollywood-Ikone Woody Harrelson, den ich gerade in den letzten Jahren immer mehr schätze und der bei „Shock and Awe“ gerade einen tollen Job gemacht hat. Im Ergebnis herausgekommen ist ein solider Streifen, der mit wenig Höhepunkten daher kommt. Handlung Lyndon B. Johnson (Woody Harrelson) hat irgendwie ein Ziel. Er will Präsident werden. Er ist Demokrat seit Uhrzeiten und gilt als erfahrener Haudegen im Politikalltag. Er ist in der Lage Gesetze durchzubringen, was er nicht immer auf die nette Art und Weise schafft. Im parteiinternen Wettstreit verliert er gegen Kennedy und bekanntlich gewann sein Kontrahent die Wahlen gegen seinen Herausforderer Nixon. Knapp, aber er gewann. Das Land war aber gespalten, gerade in der Gleichberechtigungsfrage zwischen Weißen und Schwarzen. Als am 22. November 1963 Kennedy einem Attentat zum Opfer fiel und an den Folgen verstarb, wurde Johnson kraft Gesetz der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der bis dato eher unbeliebte Vize wurde von vielen skeptisch betrachtet und sein Start als mächtigster Mann der Welt war holprig. Trailer BewertungWie er denn nun besagten holprigen Start überwunden hat, verrät uns der Film „LBJ“ nicht. Er zeigt eher das Davor, also schwenkt von der Gegenwart in die Vergangenheit um uns die Meilensteine aufzuzeigen, wie er Vizepräsident wurde. Er steckte zurück, um dann doch alles zu bekommen. Das es so läuft, hätte wohl keiner ahnen können, aber er wählte den richtigen Weg. Instinktiv oder war es ein ausgeklügelter Plan? Verschwörungsfans kommen an dieser Stelle nicht auf ihre Kosten. Politikanhänger schon eher, denn der Streifen zeigt wenige Höhepunkte, die Mitreißen könnten.

Ein paar Einstellungen sind einprägsam, weil sie vom Erzählton abweichen. So das Verhältnis zu Senator Ralph Yarborough (Bill Pullman), das zwischenzeitig für Schmunzler sorgt. Das Lyndon B. Johnson das Erbe von Kennedy angetreten hat und so zu einem erfolgreichen Vollstrecker für die Gleichbehandlung geworden ist, steht in den Geschichtsbüchern. Wird auch nur am Ende erwähnt. Es sind wirklich nur die Stationen, die Meilensteine auf die sich der Plot konzentriert. Interessant ist zudem noch der Kampf zwischen Bobby Kennedy (Michael Stahl-David) und Lyndon B. Johnson. Die beiden konnten sich nämlich nicht ab. Auf der einen Seite waren sie sehr unterschiedlich und auf der anderen haben wohl beide ein Auge auf das Amt des Präsidenten gehabt.

Woody Harrelson macht einen guten Job. Er mimt seine Figur eindringlich und realistisch, sodass man meint den wahren Johnson zu sehen. Genial sind seine Wutausbrüche am Telefon. Der restliche Cast steht mindestens eine Stufe unter ihm. Wirklich aufgefallen sind mir eben nur Michael Stahl-David wegen seiner Rolle und Bill Pullman wegen seiner Haltung. Ansonsten steht die Rassendiskriminierung stets im Rampenlicht. Es ist im Jahr 2018 schon ziemlich krass, was in den USA in den 60er Jahren noch alles verboten war. Ein einheitliches und freies Land sieht in meinen Augen nämlich anders aus. Die Blockadehaltung der Südstaaten wird thematisiert und die angebliche Unterjochung des Nordens. Fazit „LBJ“ ist etwas für Geschichts- und Politikfans. In vielen Aspekten interessant, dennoch kommt der Streifen dramaturgisch ohne große Höhepunkte daher, sodass nur genannte ihre Freude damit haben werden. „LBJ“ ist kein Popcornkino und ist kein Mainstreamfilm, er ist ein solides Biopic.
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