Comic - Drama

Lebenslinien

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Lebenslinien
LebenslinienComic - Drama | mit: Brigit WeyheBewertung:★★★★★ Brigit Weyhe schreibt Comics, die Preise gewinnen, wie zum Beispiel für „Madgermanes“. Für dieses Werk, welches sich mit Vertragsarbeitern der DDR beschäftigt, erhielt sie im Jahr 2015 den höchstdotierten deutschen Comicpreis der Berthold-Leibinger-Stiftung und die Auszeichnung als „Bester deutscher Comic" beim Max-und-Moritz-Preis. „Lebenslinien“ ist eine Serie, die zunächst beim „Berliner Tagespiegel“ erschienen ist und von unterschiedlichen Schicksalen berichtet. Ein Band, für den man sich Zeit nehmen sollte. Handlung Es sind Schicksale die berühren. In der heutigen Welt der Globalisierung, in Zeiten vieler Kriege, ist es fast schon zur Normalität geworden, dass Menschen ihre Heimat aufgeben. Es sind Randnotizen, doch steckt hinter jeder kleinen Zeitungsmeldung mindestens ein Menschenleben. „Flüchtlingsschiff gesunken“, „Massaker in…“ oder vieles mehr. Nachrichten die uns nicht mehr berühren. „Lebenslinien“ blickt hinter die Kulissen und zeigt die Menschen hinter den Headlines. BewertungHört doch mal zu! Ja, hört Euren Mitmenschen endlich einmal zu. Hört auf nur zu konsumieren, habt Anteil an Schicksalsschlägen, die täglich und weltweit stattfinden. Es sind Geschichten aus dem Krieg, es sind Erzählungen von Flucht und Vertreibung und es sind zerrissene Familien. Es gibt Väter die trinken, die ihre Kinder schlagen. Es gibt bewaffnete Konflikte, die die Bevölkerung zur Flucht antreibt. Die Opfer prallen oftmals auf die Weltpolitik. Es sind geschlossenen Grenzen, es sind finanzielle Hürden, die dem Glück des Einzelnen entgegenstehen. Das Streben nach Glück war noch nie einfach, doch ist es der Traum von vielen. Wie sich das gestaltet, verrät uns Weyhe. Sie berichtet zum Beispiel von einer Deutschen, die harte Jahre durchlebt hat, nun aber ihr Glück in Afrika gefunden hat. Andersrum berichtet die Autorin von einem Mann aus Afghanistan, der von den Taliban gesucht wird. Einem Land, das nach aktueller Lesart zu einem sicheren Herkunftsland zählt.

Der Leser wird mit einer großen Anzahl von Geschichten konfrontiert. Es sind die Storys von unseren Nachbarn oder von jemanden, der weit entfernt ist. Obwohl sie nur ein paar Seiten Raum bekommen, können wir uns in jede Figur hineinversetzen. Zur Unterteilung gibt es unterschiedliche Farben, sodass sich alle auch rein optisch voneinander unterscheiden. Der Zeichenstil weiß dabei zu gefallen. Realitätsnah, nur an einigen Stellen wird weggewischt, wenn zum Beispiel eine Person bei den Waffen-SS war. Wüste Striche kritzeln auf dem Familienbild wild herum und verschönern es im Endeffekt. Fazit „Lebenslinien“ richtet eine Botschaft, einen Appell an seine Leser: Redet miteinander, geht aufeinander zu! Die Welt ist schrecklich und wir haben die Möglichkeit ihr wieder Menschlichkeit zu geben! Ein toller Comic, der zum Nachdenken anregt.
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