Filme - Drama

Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung
Lizzie Borden – Mord aus VerzweiflungFilme - Drama | mit: von: Craig Macneill; mit: Chloe Sevigny, Kristen StewartBewertung:★★★★★ True Crime. Das sind echte Kriminalgeschichten, die Menschen schon seit jeher fasziniert haben. Der Fall von Lizzie Borden regt schon seit mehr als 125 Jahre die Fantasie an. Hat sie ihren Vater und ihre Stiefmutter grausam mit einem Beil umgebracht? Damals hat das Gericht sie freigesprochen, nun erzählt Craig Macneill seine Version der Geschichte.
Handlung Lizzie Borden ist die Tochter einer der reichsten und einflussreichsten Männer in Massachusetts Ende des 19. Jahrhunderts. Sie ist knapp über 30, unverheiratet und obendrein leidet sie unter Epilepsie. Ihre einzig wahre Freundin ist das Hausmädchen Bridget. Doch bald ist ihre Beziehung mehr als nur Freundschaft. Als Lizzie Vater – der selbst Bridget hinterherjagt und sie jeden Abend vergewaltigt – ihre Liebschaft entdeckt, fasst Lizzie den Entschluss: Entweder sie lässt sich von ihrem Vater in eine Anstalt wegsperren oder sie befreit sich von diesem Mann.
Trailer Bewertung„Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung“ erzählt die Geschichte des echten Kriminalfalls um Lizzie Borden. Chloe Sevigny, die die titelgebende Heldin spielt, hat den Film produziert. Sie wollte nicht nur die Morde an Borden und seiner Ehefrau nacherzählen, obwohl diese den Höhepunkt des Films darstellen. Es geht vielmehr um eine selbstbewusste Frau, die die Enge und Einschränkungen des Lebens ihrer Gesellschaft nicht akzeptieren will. Vor allem was die Liebe angeht. Denn im Zentrum des Geschehens steht die blühende Freundschaft und später die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Lizzie und dem Hausmädchen Bridget. Chloe Sevigny und Kristen Stewart spielen die beiden sehr zurückhaltend, aber dennoch fühlt man mit ihnen mit. Wie sie zueinander finden und die zarten, fast beiläufigen Berührungen und Zeichen ihrer Zuneigung zueinander sind sehr subtil, was mir sehr gut gefallen hat. Ich mag diese Art und Weise, Romantik zu erzeugen. Doch diese währt nicht lange. Denn einerseits ist es nicht erlaubt, zweitens hegt der Mann des Hauses eine ungesunde Beziehung zu Bridget. Er wird von Anfang an als unsympathischen Mann dargestellt, der zwar seine Töchter liebt, der aber dennoch auf sein Ruf und sein Geld mehr Wert legt. Und der seine Macht gerne zeigt. Direkt nach ihrer Ankunft im Hause Borden wird Bridget nachts von ihm „besucht“. Doch weil sie auf ihren Job angewiesen ist und Angst vor seiner Macht hat – zu dem Thema gibt es eine sehr kurze, aber unglaublich gute Szene zwischen den beiden Hauptfiguren, in der vor allem Kristen Stewart glänzen kann –, lässt sie die Situation über sich ergehen.
Dadurch, dass beinahe der gesamte Film im Haus der Familie Borden spielt, ergibt sich eine sehr interessante Dynamik. Einerseits ist alles sehr bekannt und vertraut. Wenn sich die Abgründe dieser Familie auftun, wirkt das Haus eher beengend und fast wie ein Gefängnis. Dieser Wandel im Laufe des Films ist – wie die Beziehung zwischen Lizzie und Bridget – sehr subtil inszeniert. Doch diese subtile Art und Weise hat auch seine Nachteile. „Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung“ ist über lange Strecken relativ langweilig. Das liegt nicht nur daran, dass es kaum Musik gibt oder dass auch dramatische Szenen still und leise dargestellt werden. Das gibt dem Film einen sehr realistischen Touch. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass der Film nur knapp 90 Minuten lang war, sondern dass ich mir ein mehrere Stunden langes Drama angesehen hatte.
Fazit Wer einen hochspannenden Krimifilm erwartet, wird mit „Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung“ enttäuscht werden. Das Drama setzt den Fokus eher auf die Beziehungen zwischen den Menschen, die im gleichen Haus wohnen und trotzdem nicht miteinander leben können. Wer aber ein tolles Drama um die verbotene Liebe zwischen zwei Frauen sehen will, sollte sich „Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung“ angucken.
ZURÜCK INS ARCHIV