Filme - Horror
Luz
LuzFilme - Horror | mit: Luana Velis, Jan Bluthardt, Julia RiedlerBewertung:★★★★★ Das Spielfilm-Debüt von Regisseur Tilman Singer und Bühnenbildner Dario Mendez Acosta (und gleichzeitig ihre Abschlussarbeit von der Kunsthochschule für Medien Köln) ist ein erstaunlich reifer Beitrag im allzu dünn besiedelten Feld des deutschen Genrefilms. Irgendwo zwischen David Lynch und italienischen Giallos angesiedelt, ist „Luz“ eine surreale Reise, die man hierzulande nur sehr selten serviert bekommt. Handlung Eine junge Taxifahrerin, ein forensischer Psychiater und eine unheimliche, dämoni-sche Präsenz treffen in einer verregneten Nacht aufeinander. Was anfänglich wie ein klarer Fall wirkt, entwickelt sich langsam aber sicher in einen Albtraum… Trailer BewertungIm Allgemeinen ist immer etwas Vorsicht geboten, wenn es um Abschlussfilme von Film- oder Kunsthochschulen geht. Das ist eine Tatsache, der man sich auch als Film-Student schmerzlich bewusst ist, denn auch wenn der Film am Ende des eige-nen Studiums steht, ist man doch noch am Anfang seiner filmischen Reise. So er-staunlicher ist es deshalb, wenn ein Abschlussfilm so stilsicher daherkommt wie „Luz“.
Ob man etwas mit Tilman Singers Spielfilm-Debüt anfangen kann, erfährt man wahr-scheinlich bereits nach den ersten fünf Minuten. Die ruhige Erzählweise, die eigenar-tige Stimmung und das Wirrungen der Gespräche sorgen für eine Atmosphäre der Anspannung, die man so recht selten sieht. Man ist sich einer gruseligen Präsenz im Hintergrund bewusst, aber wirklich fassbar wird diese im Laufe des Films nie so wirk-lich. Wie seine Figuren, bleibt der Film ein undurchsichtiges Mysterium.
Der, auf 16mm Film gedrehte, Albtraum hat dabei recht vielseitige Inspirationen. Da-vid Lynch, Dario Argento oder John Carpenter würden sich in der Welt von „Luz“ wie Zuhause fühlen. Die langsamen Fahrten und der sphärische Soundtrack laden zu einer Reise in das Genre-Kino der 70er / 80er Jahre ein, was nicht nur durch Retro-Charme, sondern über enorm viel Liebe zum Detail funktioniert. Auch das Bühnen-bild, mit dem auch Dario Mendez Acosta sein Studium an der KHM Köln abschloss, ist ebenfalls ein Kunstwerk für sich. Die Polizeistation in „Luz“ ist ein gespenstischer Ort, der zu keiner Sekunde ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.
Letztlich muss man sich auf den Film einlassen. Selbst bei einer Laufzeit von knapp 80 Minuten hat „Luz“ ein recht langsames Erzähltempo, was meiner Meinung nach gut in das erzählerisches Gesamtkonzept passt, aber sicherlich nicht jedem gefallen wird - hinzu kommt die Traumlogik, die einen Großteil der Handlung ausmacht. Wenn man sich allerdings darauf einstellt, liefert der Film eine der intensivsten Erfah-rungen des jüngeren deutschen Genre-Kinos.
Fazit „Luz“ ist frisches deutsches Genre-Kino mit eigenen Ideen, einer einzigartigen Atmo-sphäre und hypnotischen Handlung. Tilman Singer setzt gleich mit seinem Spielfilm-Debüt ein Statement, welches hoffentlich nur den Anfang einer interessanten Karrie-re darstellt.
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Ob man etwas mit Tilman Singers Spielfilm-Debüt anfangen kann, erfährt man wahr-scheinlich bereits nach den ersten fünf Minuten. Die ruhige Erzählweise, die eigenar-tige Stimmung und das Wirrungen der Gespräche sorgen für eine Atmosphäre der Anspannung, die man so recht selten sieht. Man ist sich einer gruseligen Präsenz im Hintergrund bewusst, aber wirklich fassbar wird diese im Laufe des Films nie so wirk-lich. Wie seine Figuren, bleibt der Film ein undurchsichtiges Mysterium.
Der, auf 16mm Film gedrehte, Albtraum hat dabei recht vielseitige Inspirationen. Da-vid Lynch, Dario Argento oder John Carpenter würden sich in der Welt von „Luz“ wie Zuhause fühlen. Die langsamen Fahrten und der sphärische Soundtrack laden zu einer Reise in das Genre-Kino der 70er / 80er Jahre ein, was nicht nur durch Retro-Charme, sondern über enorm viel Liebe zum Detail funktioniert. Auch das Bühnen-bild, mit dem auch Dario Mendez Acosta sein Studium an der KHM Köln abschloss, ist ebenfalls ein Kunstwerk für sich. Die Polizeistation in „Luz“ ist ein gespenstischer Ort, der zu keiner Sekunde ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.
Letztlich muss man sich auf den Film einlassen. Selbst bei einer Laufzeit von knapp 80 Minuten hat „Luz“ ein recht langsames Erzähltempo, was meiner Meinung nach gut in das erzählerisches Gesamtkonzept passt, aber sicherlich nicht jedem gefallen wird - hinzu kommt die Traumlogik, die einen Großteil der Handlung ausmacht. Wenn man sich allerdings darauf einstellt, liefert der Film eine der intensivsten Erfah-rungen des jüngeren deutschen Genre-Kinos.
Fazit „Luz“ ist frisches deutsches Genre-Kino mit eigenen Ideen, einer einzigartigen Atmo-sphäre und hypnotischen Handlung. Tilman Singer setzt gleich mit seinem Spielfilm-Debüt ein Statement, welches hoffentlich nur den Anfang einer interessanten Karrie-re darstellt.