Buch - Drama

Man kann auch in die Hölle fallen

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Man kann auch in die Hölle fallen
Man kann auch in die Hölle fallenBuch - Drama | mit: Joachim Meyerhoff Bewertung:★★★★★ "Man kann auch in die Hölle fallen" ist der sechste Band der Reihe "Alle Toten fliegen hoch" von Joachim Meyerhoff. Joachim Meyerhoff ist im übrigen nicht nur Buchautor sondern auch ein guter Schauspieler. Die Reihe startete im Übrigen bereits im Jahr 2011 und hatte hierzulande großen Erfolg, da der Schreibstil stets gespickt ist mit Tragik, Humor und einer Priese rauer Realität. Von daher bin ich um so neugieriger, wie nun der neuste Teil daher kommt. Wie immer erfahrt ihr meine Meinung ein paar Zeilen tiefer.

"Man kann auch in die Hölle fallen" wurde bereits am 07.11.2024 veröffentlicht, kommt auf 368 Seiten und wurde vom Verlag "Kiepenheuer&Witsch" gedruckt. Handlung Mit Mitte fünfzig zieht der Erzähler zu seiner Mitte achtzigjährigen Mutter aufs Land, um dort an einem Roman über das Theater mit dem Titel »Scham und Bühne« zu schreiben. Es werden unvergleichliche, ereignisreiche Wochen, in denen er durch die Hilfe seiner Mutter aus einer tiefen Lebenskrise findet.

Nachdem er in Wien von einem Schlaganfall aus der Bahn geworfen wurde, hofft Joachim Meyerhoff, durch einen Neuanfang in Berlin wieder Fuß zu fassen. Doch alles kommt anders als gedacht. Die neue Stadt zerrt an den Nerven und die künstlerische Arbeit als Schriftsteller und Schauspieler fällt ihm von Tag zu Tag schwerer.

Auf der Geburtstagsfeier seines kleinen Sohnes ereignet sich ein Zwischenfall, der keinen Zweifel daran lässt, dass es so nicht weitergehen kann. Der Erzähler verlässt Berlin und zieht zu seiner Mutter aufs Land, die auf einem herrlichen Grundstück unweit vom Meer ein sehr selbstbestimmtes Leben führt. Mutter und Sohn sind sich immer schon sehr nah gewesen, aber diese gemeinsamen Wochen werden zu einer besonderen Zeit. Der Sohn klinkt sich ein in den Tagesablauf der Mutter, beginnt seinen Theaterroman und andere Geschichten zu schreiben und findet allmählich heraus aus Zorn und Nervosität, die ihn sein ganzes Leben begleitet haben.BewertungEs ist doch irgendwie super niedlich und megasüß. Hier schreibt ein guter Autor über seine Mutter. Herzzerreißend widmet sich Joachim Meyerhoff seiner Mutter, die nach erstmaligen Durchlesen ebenfalls begeistert ist. Das Schöne ist, dass hier keine Reinwaschung stattfindet, sondern angenehm ehrlich präsentiert wird. Nicht immer vorbildlich, aber stets mit Humor und Ehrlichkeit und genau diese Mischung kommt an, der Leser kann sich auch im sechsten Teil der Reihe noch erfreuen und gerade das neue, frische Setting erweist sich als gelungene Abwechslung. Es sind eben diese Ecken und Kanten, die dieses Buch und seine Charaktere auszeichnen. Weiter überzeugt die Offenheit, mit der Meyerhoff die Dinge anspricht. Das berühmte Blatt wird hier gar nicht erst vor den Mund genommen.

Lange Zeit ist aber überhaupt nicht klar, ob hier überhaupt ein Buch entsteht. Wir befinden uns mitten im Entstehungsprozess und die berühmte leere Seite ist allgegenwärtig. Erst Stück für Stück setzt sich die Kreativität durch. Melancholisch und mit einer guten Portion Selbstironie erfindet er ein Leben, mischt dazu noch Ernst, Tragik und Komik hinzu und es kommt ein stilhafter Teil der Reihe heraus. Fazit Mein erster Gedanke zu "Man kann auch in die Hölle fallen": Ich möchte die Mutter kennenlernen. Mein zweiter: Gutes Buch!
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