Comic - Drama
Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit
Meine lesbische Erfahrung mit EinsamkeitComic - Drama | mit: Von: Kabi NagataBewertung:★★★★★ Die Mangakünstlerin Kabi Nagata erzählt in ihrem autobiografischen Manga „Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit“ von ihren Depressionen und der Entdeckung ihrer Sexualität. Dabei stehen Themen und Darstellung meiner Meinung nach in krassem Kontrast zueinander und machen den Manga zu einem schwer verdaulichen, aber unglaublich interessanten Werk. Handlung Nach ihrem Schulabschluss verfällt Kabi Nagata in immer tiefere Depressionen. Sie entwickelt eine Essstörung und kann kein Job halten. Am meisten macht es ihr aber zu schaffen, dass sie den Erwartungen ihrer Eltern nicht genügen kann. Nach vielen Jahren der Qual entdeckt sie mit 28 Jahren, wie sie vielleicht aus der Depression emporsteigen kann. Sie will Mangakünstlerin werden. Und mit einer lesbischen Prostituierten ihr erstes Mal erleben.BewertungLasst euch nicht vom süßen Zeichenstil täuschen, denn „Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit“ ist extrem harte Kost. Denn Kabi Nagata stellt darin schonungslos ihre jahrelangen Depressionen und die Folgen daraus dar. Man möchte sie in einem Augenblick am liebsten wachrütteln, im nächsten aber fest in die Arme nehmen – teilweise sogar gleichzeitig. Nagata schafft es ganz gut, ihre Gefühle von damals so zu beschreiben, dass man sie versteht – auch wenn man solche Erfahrungen nicht durchgemacht hat.
Das liegt aber vor allem daran, dass sie tolle Bilder schafft. Wie z.B. in der Art, wie sie ihren inneren Kampf zwischen ihren eigenen Wünschen, und dem Drang, ihren Eltern zu gefallen, zeichnet. Indem sie diese Gefühle vermenschlicht und sie zu Doppelgängerinnen von sich selbst macht, die um eine Plakette mit der Aufschrift „Macht“ ringen, wird der innere Kampf veräußerlicht und für alle bildlich gemacht. Zwar hätte man das auch vielleicht nur über die textliche Ebene verstanden, so aber wird dieses Verständnis von einer abstrakten Idee zu einem greifbaren Bild. Das zieht sich über den ganzen Manga hinweg und macht ihn noch stärker, als wenn man ihre Autobiografie nur lesen würde.
Nagatas Zeichenstil passt aber auf den ersten Blick so gar nicht zu den Themen, die sie behandelt. Die Figuren sind sehr verniedlicht, mit großen Augen, sehr simplen Formen und haben eine sehr Manga-typische Mimik und Gestik. Auch die Farbgebung ist sehr mädchenhaft. Die einzige Farbe neben den schwarzen strichen ist ein dezentes Rosa. Das macht den Manga etwas zugänglicher. Wenn sie ein bisschen realistischer ihre Erfahrungen gezeichnet hätte, wäre das Ganze zu einem noch größeren Fausthieb in die Magengrube geworden. So ergänzen sich Thematik und Zeichenstil zu einer gelungenen Symbiose, die erträglich aussieht und trotzdem dem Leser Nagatas Erfahrungen näherzbringt.
Fazit Ich bin echt angetan von Kabi Nagatas „Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit“. Wie sie es schafft, ihre Erfahrungen greifbar zu machen, hat mich überrascht. Auch der Zeichenstil hat mir gut gefallen. Der Kontrast zwischen dem Thema und der Niedlichkeit der Bilder hat mich erst ein bisschen irritiert, aber nach kurzer Zeit ist das Gefühl verflogen.
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Das liegt aber vor allem daran, dass sie tolle Bilder schafft. Wie z.B. in der Art, wie sie ihren inneren Kampf zwischen ihren eigenen Wünschen, und dem Drang, ihren Eltern zu gefallen, zeichnet. Indem sie diese Gefühle vermenschlicht und sie zu Doppelgängerinnen von sich selbst macht, die um eine Plakette mit der Aufschrift „Macht“ ringen, wird der innere Kampf veräußerlicht und für alle bildlich gemacht. Zwar hätte man das auch vielleicht nur über die textliche Ebene verstanden, so aber wird dieses Verständnis von einer abstrakten Idee zu einem greifbaren Bild. Das zieht sich über den ganzen Manga hinweg und macht ihn noch stärker, als wenn man ihre Autobiografie nur lesen würde.
Nagatas Zeichenstil passt aber auf den ersten Blick so gar nicht zu den Themen, die sie behandelt. Die Figuren sind sehr verniedlicht, mit großen Augen, sehr simplen Formen und haben eine sehr Manga-typische Mimik und Gestik. Auch die Farbgebung ist sehr mädchenhaft. Die einzige Farbe neben den schwarzen strichen ist ein dezentes Rosa. Das macht den Manga etwas zugänglicher. Wenn sie ein bisschen realistischer ihre Erfahrungen gezeichnet hätte, wäre das Ganze zu einem noch größeren Fausthieb in die Magengrube geworden. So ergänzen sich Thematik und Zeichenstil zu einer gelungenen Symbiose, die erträglich aussieht und trotzdem dem Leser Nagatas Erfahrungen näherzbringt.
Fazit Ich bin echt angetan von Kabi Nagatas „Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit“. Wie sie es schafft, ihre Erfahrungen greifbar zu machen, hat mich überrascht. Auch der Zeichenstil hat mir gut gefallen. Der Kontrast zwischen dem Thema und der Niedlichkeit der Bilder hat mich erst ein bisschen irritiert, aber nach kurzer Zeit ist das Gefühl verflogen.