Comic - DC

Mera – Königin von Atlantis

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Mera – Königin von Atlantis
Mera – Königin von AtlantisComic - DC | mit: von: Dan Abnett, Lan MedinaBewertung:★★★★★ Nur noch wenige Wochen, dann startet der neue DCEU-Film „Aquaman“. Grund genug, in die Welt von Atlantis einzutauchen (ha ha) und das von Panini frisch herausgegebene Soloabenteuer „Mera – Königin von Atlantis“ zu lesen. Ob es sich aber tatsächlich als Einstiegslektüre für Gelegenheits- oder DCEU-Fans eignet?
Handlung Der König ist tot, lang lebe die Königin! Nachdem Atlantis vom extremistischen Corum Rath erobert wurde, versammelt Arthur alias Aquaman seine Truppen. Nicht für sich selbst will er den Thron zurückzuerobern, sondern für seine Geliebte Mera, die zur Königin im Exil erklärt wird. Doch sie wurde bei einem Kampf schwer verwundet – so schwer, dass sie ihre Aquakinese (die Fähigkeit, Wasser zu manipulieren) und sogar ihre Fähigkeit, unter Wasser zu atmen, verlor. Nun erholt sie sich im Leuchtturm, der das Zuhause ihres geliebten Arthurs war. Doch lange kann sie sich nicht ausruhen, denn Ocean Master will sie zum Wohle von Atlantis ermorden!
Bewertung„Mera – Königin von Atlantis“ ist eine – mehr oder weniger – in sich geschlossene Geschichte. Mehr oder weniger, weil sie die Handlung von den aktuellen Aquaman-Comics aufgreift, erzählt aber die Geschichte Meras und das, was mit ihr nach der Machtübernahme Atlantis durch Corum Rath passiert. Da am Anfang des Comics ein kurzer Text die Vorgeschichte zusammenfasst, muss man nicht unbedingt die vorhergehenden Comics lesen. Und da vieles erklärt wird, wie z.B. Meras Herkunft und dass sie die Prinzessin der atlantischen Kolonie Xebel ist, kommt man auch als Aquaman-Laie (wie ich) ganz gut mit der Story klar.
Aber dadurch, dass das Soloabenteuer doch zur Kontinuität der Aquaman-Comics gehört, ist seine Geschichte ziemlich dünn. Mera wird von Orm alias Ocean Master angegriffen, sie versöhnen sich und machen sich auf den Weg nach Xebel, um deren Unterstützung für den Kampf gegen Corum Rath zu gewinnen. Hier und da wird gekämpft, es wird viel erzählt und gegeneinander Intrigen geschmiedet. Dass Orm eine neue Familie (Luftatmer!) gefunden hat, oder dass Mera nach etlichen Jahren nach Xebel zurückkehrt, wird sehr schnell abgehandelt. Viel über die Gefühlswelt der Figuren wird nicht erzählt. Und wenn doch, dann ziemlich abgehackt. Was in meinen Augen aber noch schlimmer war, war die schnelle Freundschaft – oder zumindest Partnerschaft – die Mera mit Orm geschlossen hat. In dem einen Panel tötet er sie beinahe, im nächsten schlürfen sie zusammen Kaffee und unterhalten sich. Das ging mir dann doch ein bisschen zu schnell.
Eine andere Sache, die mich beim Lesen gestört hat, war dass Mera zwar die Protagonistin der Geschichte ist, dennoch passiert alles, ohne dass sie wirklich die Initiative ergreift. Sie sagt die ganze Zeit, dass sie gegen ihren Willen zur Königin im Exil gemacht wurde und sie diese Bürde eigentlich nicht auf sich nehmen wollte. Dennoch macht sie brav mit und wirkt dadurch eher wie eine Puppe im Spiel um den Thron als eine aktive Persönlichkeit in ihrer eigenen Geschichte.
Die etwas maue Geschichte und die unselbstständige Protagonistin werden von einem unscheinbaren Zeichenstil abgerundet, der nur durch Eins punkten kann: dem Wasser. Jedes Mal, wenn Mera ihre Fähigkeiten einsetzt oder eine Unterwasserszenerie gezeigt wird, sieht das Wasser klasse aus und die Bewegungen der Figuren unter Wasser wirken sehr natürlich. Diese Leichtigkeit hat mir aber bei den Momenten an Land leider gefehlt.

Fazit Dafür, dass es beim Comic um ein Soloabenteuer von Mera, der neuen Königin Atlantis, handelt,bleibt sie weitestgehend passiv. Sie schwimmt eher mit dem Strom mit (ha ha ha), als dass sie ihre Geschichte selbst bestimmt. Mir hat auch ein bisschen mehr Story gefehlt, welche die Figuren etwas mehr hätte ausfüllen können. Ein sehr positiver Aspekt ist bei „Mera – Königin von Atlantis“ die Darstellung von Wasser und der Unterwasserwelt. Für Fans der aktuellen Aquaman-Comics ist das Soloabenteuer von Mera vielleicht interessanter als für Leute, die nichts damit zu tun haben.
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