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Messiah

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Messiah
MessiahNetflix | mit: Mehdi Dehbi, Michelle MonaghanBewertung:★★★★★ Der Online-Streaming-Dienst Netflix nimmt sich nun dem Religiösen an. Die Story ist nicht nur so alt, wie die Kreuzigung, sie spiegelt das biblische Verfahren von damals ab. Ein Mann, vermutlich der Sohn Gottes, taucht aus dem Nichts auf und erobert die Welt. Wunder passieren, Zweifel bleiben. In den Hauptrollen kann auf der rationalen Seite Michelle Monaghan das Publikum mitreißen und auf der Spirituellen kann der mir unbekannte Mehdi Dehbi überzeugen. Das religiöse sowie geheimdienstliche Gemisch in „Messiah“ hat mich überzeugt. Handlung Al-Masih (Mehdi Dehbi) rettet Damaskus vor dem Untergang. Zieht danach mit seinen Jüngern gen Israel und wird an der Grenze abgewiesen. Er kommt in Gefangenschaft und kann fliehen. Und wo taucht er auf? In Amerika. Dort findet er neue Anhänger und löst einen religiösen Massenansturm aus. Doch kann man dem unbekannten Mann trauen? Ist er wirklich der Sohn Gottes? Und wenn ja, warum schickt Gott ihn? Es passieren zudem einige Dinge, die wir als Wunder bezeichnen würden. Sind diese inszeniert oder sind es wahrhaftige Wunder? Trailer BewertungDas Thema an sich, also eine Figur zu inszenieren, die Gottes Sohn darstellen soll, ist genial. Nicht nur, dass die Idee Public Domain, somit günstig im Einkauf ist, sondern die Möglichkeiten, die sich aus den Fragen ergeben. Nach wie vor kann man darüber streiten, ob es einen Himmel, ob es einen allmächtigen Schöpfer gibt. Dabei serviert die Serie „Messiah“ keine Antworten. Es geht oftmals in eine Richtung und dann werden wieder Zweifel gestreut. Zwischenzeitig liegt es auf der Hand, dass Al-Masih derjenige ist, für den ihn alle halten. Doch dann wird bewusst Misstrauen gestreut. Bedenken, die ein Test sein könnten. Warum muss ein Mensch ständig davon überzeugt werden an etwas zu glauben und sobald ein berechtigter Zweifel auftritt, ein Widerspruch, zerfällt der Glauben zu Staub. Die größten Befürworter werden zu den größten Skeptikern. Die Vertrauensfrage, wie einst schon bei der Opferung Isaaks, stellt der Allmächtige immer mal wieder. Die Thematik der schwarz/weiß Malerei zieht sich durch die komplette erste Staffel zu „Messiah“.

Das klingt auf den ersten Blick nicht spannend, doch, wenn man bedenkt, dass die Hauptzweiflerin bei der CIA arbeitet und dadurch an Hintergrundinfos herankommt, die der Normalsterbliche nicht zu sehen bekommt, dann entsteht ein spannendes Katz- und Mausspiel um die Deutungshoheit. Die Medien sind dafür ein Spiegelbild. Sie berichten vom neuen Sohn Gottes und alle sind hin und weg. Ängste treten auf, andere wiederum freuen sich. Das Gefühlschaos ist das Ergebnis des ewigen Hin und Hers. Dramatische Züge nimmt es an, als krebskranke Kinder zu Al-Masih gebracht werden. Was passiert? Heilt er das Kind? Stirbt das Kind, weil er ein Betrüger ist? Fragen über Fragen, auf die es nicht immer eine Antwort gibt und wenn es doch zu einer Auflösung kommt, dann fällt diese recht deftig aus.

Der Cast ist ebenfalls gut besetzt. Allen voran Mehdi Dehbi, dem man den „Jesus-Style“ abnimmt. Ja, so könnte er in der heutigen Welt wirklich aussehen. Toll auch, dass man hier nicht stereotypisch einen weißen Mann gewählt hat. Michelle Monaghan verkörpert den Realismus, sie will unbedingt aufdecken, dass es sich um einen großen Schwindel handelt. Dabei stolpert sie immer wieder über ihre Vergangenheit und persönliche Schicksalsschläge. Fazit „Messiah“ von Netflix ist ein gelungenes Experiment, dass immer wieder gekonnt gute Fragen stellt und diese oftmals bewusst offenlässt. Es sind Fragen, mit denen sich die Menschheit schon seit Jahrhunderten beschäftigt. Alleine aus dem Grund zündet die erste Staffel auch so gut.
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