Game - Shooter

Metro Redux (Nintendo Switch)

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Metro Redux (Nintendo Switch)
Metro Redux (Nintendo Switch)Game - Shooter | mit: Entwickler: 4A Games, Publisher: Deep Silver/ Koch MediaBewertung:★★★★★ Auf der Switch reißt der Nachschub an etwas älteren Titeln, die nun auch Unterwegs gespielt werden sollen, nicht ab. Publisher Deep Silver brachte nun mit Metro Redux die Sammlung der Postapokalypse-Shoote Metro 2033 und Metro: Last Light auf die Nintendo Switch. Die Spiele, die ursprünglich 2010 und 2013 erschienen wurden bereits 2014 für PS4 und Xbox One generalüberholt und bekommen jetzt ihre Switch-Umsetzung. Handlung 2033, zwanzig Jahre nach einer atomaren Katastrophe, leben nur noch wenige Menschen, die es schafften, sich in das Moskauer U-Bahn-System zu retten. Über Tage sind radioaktive Verseuchungen und giftige Luft nur mit Schutzmaske zu durchqueren. Alles was dort überleben konnte hat sich zu blutrünstigen Mutanten entwickelt. In den Stationen der Metro hat sich in der Zwischenzeit eine eigene kleine Unterwelt entwickelt, in der mit Munition gehandelt wird, verschiedene Fraktionen verschiedene Teile des Untergrunds besetzen und in den Tunneln zwischen den Stationen herrscht Überlebenskampf gegen die Mutanten und seltsame, übernatürliche Phänomene. In beiden Spielen der Metro-Redux-Sammlung nehmen Spielerinnen und Spieler die Perspektive des zwanzigjährigen Artjom und kämpfen sich durch die Tunnel der Metro und zwischendurch an die Oberfläche, um verschiedene Aufträge zu erfüllen. In Metro 2033 geht es darum die größte noch bewohnte Metrostation, die „Polis“ zu erreichen, um auf Bitte eines Rangers einen Mann namens Miller zu treffen. Metro: Last Light schließt in der Handlung dann direkt an eines von zwei alternativen Enden des Vorgängers an und führt Artjom zur Untersuchung der übernatürlichen Vorkommnisse zu untersuchen. Trailer BewertungBeide Spiele, die unter dem Titel „Metro Redux“ nun auf Nintendos Handheld-Konsole spielbar sind, geben dort eine beeindruckende Figur ab. Klar, die Spiele haben in Ihrer Urfassung schon ein paar Jahre auf dem Buckel, doch mit der überarbeiteten Redux-Version der Spiele ist ein Port gelungen, der auf der schwächeren Hardware der Nintendo Switch trotzdem eine absolut gute Figur abgibt. Die Spiele kommen grafisch ihren Gegenstücken auf den anderen Konsolen sehr nahe und laufen auf extrem stabilen 30 Bildern pro Sekunde. Einbrüche der Bildrate konnte ich nicht beobachten. Technisch gibt es also eigentlich nichts auszusetzen. Lediglich die Ladezeiten sind beim ersten Start eines neuen Abschnitts ziemlich lang. Beim Neustart eines Abschnitts nach dem Tod des Charakters oder dem Scheitern einer Mission geht das aber dann schon deutlich schneller. Das ist also nicht tragisch, aber durchaus erwähnenswert.
Die stabile grafische Umsetzung trägt auch zur dichten Atmosphäre der Shooter mit Mystery- und Horroranleihen bei. Die Umgebungen, sowohl in den Tunneln der Moskauer Metro, als auch in der Oberwelt, sind detailliert ausgestaltet und vermitteln ein rundum gelungenes, düsteres und postapokalyptisches Feeling. Vor allem die dunklen Tunnel, eingestürzte Gebäude und verlassenen U-Bahn-Stationen, in denen nur vereinzelt stehenden Öllampen, Notbeleuchtungen oder der wolkenverhangene Moskauer Himmel für ein wenig Licht sorgen und wo hinter jeder Ecke blutrünstige Mutanten lauern können, sorgen für eine beklemmende Atmosphäre. Wirklich tief ins Horrorgenre geht es aber nicht, was ich eher positiv hervorheben würde. Es wird eher auf ein bedrückendes Gefühl beim Spielen gesetzt, als auf billige jump scares oder Splatter. Auch das Sounddesign trägt zu dieser effektvollen Kulisse bei. Das geht vom Grunzen und Röcheln der Mutanten, die man hört sobald man sich ihnen nähert, bis hin zum geschäftigen Treiben in den bewohnten Stationen, in denen die Menschen untereinander Gespräche führen, auch ohne das der eigene Charakter sich an ihnen beteiligt.
Was atmosphärisch einerseits gut gelingt, sorgt spielerisch allerdings immer wieder für Probleme. Zu dunkle Bereiche und sehr monotones, braches Design der Umgebungen sorgen zwar für stimmiges Ambiente, machen es aber spielerisch teilweise sehr schwer sich zurecht zu finden. Stellenweise ist es kaum möglich Ausgänge oder bestimmte Gestände in einem Bereich zu finden, was immer dann problematisch wird, wenn der Erfolg einer Mission genau davon abhängt und gleichzeitig der Strom nachrückender Monster nicht abebbt. Das Spiel ist nicht unbedingt gnadenlos schwierig was den Kampf gegen die Monster angeht, aber wenn man teilweise über eine Stunde herumirrt und laufend neue Gegner spawnen, verliert man extrem schnell Ressourcen und folgende Abschnitte werden dadurch umso schwieriger.
Das Ressourcenmanagement ist ein weiterer Aspekt der Spiele, der mir zwar im Kern gut gefällt, aber durchaus noch Ausbaupotenzial bereithält. In den Stationen der Metro ist es möglich mittels einer Art Standardmunition als Währung Waffen, Equipment wie Medikits oder Filter für die Gasmaske um an der Oberfläche atmen zu können und andere Munition, die dann tatsächlich in den unterschiedlichen Waffentypen nutzbar ist, zu kaufen. Eine gewisse Auswahl an Waffen gibt es schon, aber die Lieblingsausrüstung ist schnell gefunden. In den ersten Missionen wechselt man noch ein paar Mal hin und her, aber später im Spiel gibt es kaum Gründe etwas anderes als Munition einzusammeln. Zwar lassen menschliche Gegner anderer Fraktionen auch teilweise Waffen fallen, jedoch lassen sich diese nur im Austausch gegen die eigenen Waffen aufsammeln. Und das macht nur in absoluten Ausnahmefällen Sinn, denn hat man seine eigenen Waffen erst einmal mit einigen Verbesserungen wie Visieren oder größeren Magazinen ausgestattet, findet man selten Waffen, die dieselben und zusätzliche weitere Anpassungen enthalten.
In das neuere der beiden Spiele, Metro: Last Light hat man in puncto Ausrüstung nur wenige Neuerungen implementiert, sodass Waffen, Granaten und andere Ausrüstungsgegenstände bis auf einige Ausnahmen die gleichen sind. Praktisch ist aber Artjoms Armbanduhr, die in Last Light in Oberflächenpassagen sekundengenau darstellt, wie lange der aktuelle Luftfilter der Gasmaske noch Frischluft zum Atmen bereitstellt. Tatsächlich ein kleines Bisschen optimiert hat man hier allerdings das Problem der zu dunklen Umgebungen, sodass man sich in Last Light insgesamt etwas besser zurechtfindet. Stockdunkel sind dann letztlich vor allem Abschnitte, in denen Gegner gut per Schleichangriff ausgeschaltet werden können, was insgesamt etwas häufiger vielversprechend ist, als noch in Metro 2033.
Die Story des zweiten Teils schließt ebenfalls nahezu nahtlos und inszenatorisch, sowie erzählerisch gleichbleibend an die Geschichte des ersten Teils an. Die Story wird linear zwischen und während den in Kapitel und Abschnitte unterteilten Spielpassagen erzählt. Nur ganz wenige Rückblenden brechen diese stringente Erzählform auf. Einblicke in die Vergangenheit bieten meist nur zurückgelassene Gegenstände, Briefe oder kurze Erzählungen eigentlich unwichtiger NPCs in den U-Bahn-Stationen. Das trägt erneut vor allem zur Atmosphäre der Spiele bei.
Fazit Atmosphärisch sind die ersten beiden Metro-Spiele nach wie vor großartig und geben auch in der Nintendo-Switch-Version diesbezüglich eine sehr gute Figur ab. Das liegt vor allem an einer technisch sehr guten Umsetzung, die nur durch stellenweise lange Ladezeiten minimal ausgebremst wird. Sehr gut funktionieren auch das HD-Rumble, sowie das gyro aiming der Switch-Controller. Spielerisch funktioniert der Shooter zwischen Action, Survival und Mystery gut, wobei das Ressourcenmanagement ausbaufähig wäre. Die Story wird zwar sehr linear erzählt, ist aber durchaus spannend.
Was leider den Spielfluss an vielen Stellen sehr stört ist die oft zu dunkle Umgebung, die ein Aufspüren von Gegenständen oder Türen in dunkelsten Ecken vor allem gepaart mit hektischen, nicht abreißenden Gegnermassen teilweise unmöglich macht. Da dadurch das Vorankommen stark gestört war und es zu vielen Frustmomenten beim Spielen führen kann, hält mich dieser Punkt allein leider davon ab der ansonsten sehr gelungenen Switch-Umsetzung der Metro-Spiele einen vierten Stern zu vergeben.
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