Comic - Geschichte
MIES - Mies van der Rohe: Ein visionärer Architekt
MIES - Mies van der Rohe: Ein visionärer ArchitektComic - Geschichte | mit: Agustín Ferrer Casas Bewertung:★★★★★ Nicht jedem dürfte der Name Mies van der Rohe ein Begriff sein. Das ist kein Wunder, denn einen visionären Architekten aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu kennen, bedarf doch ein wenig Expertenwissen. Hat man dies nicht, so wie ich, ist es um so schöner, dass man seinen Horizont erweitern darf. Der Verlag „Carlsen“ hat einen wunderschönen Comic auf die Beine gestellt, der vor allem eine ehrliche Betrachtungsweise ist, indem er nicht die Schattenseiten von Mies wegretuschiert. Handlung Ludwig Mies von der Rohe lebte von 1986 und 1969 und war einer der wichtigsten Architekten der Moderne. Er machte sich bereits in frühen Jahren einen Namen, als er zum Beispiel den deutschen Pavillon zur Weltausstellung 1929 in Barcelona entworfen hat. Im Jahr 1930 hat er die Leitung des Bauhauses in Dessau übernommen, welches aber bereits im Jahr 1932 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Im Jahr 1938 zeigte er Deutschland den Rücken und wanderte in die USA aus, wo er erfolgreich arbeitete. In den 1960er Jahren kam er für ein Projekt nach Deutschland zurück. Er hatten den Auftrag die neue Nationalgalerie in Berlin zu entwerfen.BewertungZeichner und Autor Agustín Ferrer Casas hat mit „Mies“ das Leben des Architekten Mies van der Rohe eindrucksvoll zu Papier gebracht. Das Comic zeigt alle großen Momente in der Karriere des Künstlers. Die Stationen lassen sich sehen. Er hat nicht nur in den Staaten einige vorzügliche Bauwerke geplant, sondern auch hier bei uns in Deutschland. Alleine seine Ideen für die Wolkenkratzer in Berlin hätten der Stadt auch heute noch gut zu Gesicht gestanden. Keine Frage, es wären monumentale Aushängeschilder gewesen, die die Skyline von Berlin über einen langen Zeitraum geprägt hätten. Wären nicht die Nationalsozialisten an die Macht gekommen, es hätte so schön sein können. Und genau dort setzt Casas auch kritische Töne an. Er erzählt recht schonungslos, wie Mies der Mut gefehlt hatte, seine Studenten vor den Nazis zu verteidigen. Aber auch seine zahlreichen Frauengeschichten lassen den Stararchitekten in keinem gültigen Licht stehen. Nicht, dass er strafbare Handlungen begangen hätte, jedoch spürt der Leser eine moralische Verurteilung.
Die Rechtfertigung gibt Mies höchstpersönlich. Denn er erzählt seinem Engel während eines Fluges in einer Pan Am Maschine seine Lebensgeschichte. Wenn die Handlung von der Vergangenheit in die Gegenwart wechselt, gibt es quasi einen Kommentar vom Hauptdarsteller, der mit Fragen von seinem Enkel immer wieder angetrieben wird. Ein gutes Stilmittel für eine Biographie. Das letzte Jahrhundert war eine Epoche der Kriege. Diese hatten natürlich ihren Einfluss auf Mies. Er überlebte nicht nur zwei Weltkriege, sondern nahm weitere Konflikte wahr. Zugegeben, in den USA war sein Leben nie gefährdet, schließlich wurden die Amerikaner bekanntlich nicht am Festland angegriffen, dennoch findet der Umstand der menschlichen Gewalt immer wieder Einzug in „Mies - Mies von der Rohe“.
Optisch kann das Comic ebenfalls überzeugen. Ich musste mich zwar ein wenig an den Stil gewöhnen, weil insbesondere die Gesichter der Protagonisten sehr prägnant dargestellt sind. Doch nach kurzer Eingewöhnung huschten meine Augen über die Panels und fühlten sich dabei wohl. Am besten hat mir die Zeichnung vom Seagram Building gefallen. Alleine, weil dort eine Szene aus dem Film „Frühstück bei Tiffany“ nachgestellt wird. Nicht, dass ich nun ein Fan von dem Streifen bin, aber die Zeichnung hatte schon etwas anziehendes.
Fazit „MIES - Mies van der Rohe: Ein visionärer Architekt“ ist eine Biographie, die Höhepunkte aus dem Leben des Architekten zeigt, sich aber nicht für Tiefpunkte zu schade ist. Die Balance stimmt und macht das Leben eines nicht so bekannten Mannes interessant und greifbar.
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Die Rechtfertigung gibt Mies höchstpersönlich. Denn er erzählt seinem Engel während eines Fluges in einer Pan Am Maschine seine Lebensgeschichte. Wenn die Handlung von der Vergangenheit in die Gegenwart wechselt, gibt es quasi einen Kommentar vom Hauptdarsteller, der mit Fragen von seinem Enkel immer wieder angetrieben wird. Ein gutes Stilmittel für eine Biographie. Das letzte Jahrhundert war eine Epoche der Kriege. Diese hatten natürlich ihren Einfluss auf Mies. Er überlebte nicht nur zwei Weltkriege, sondern nahm weitere Konflikte wahr. Zugegeben, in den USA war sein Leben nie gefährdet, schließlich wurden die Amerikaner bekanntlich nicht am Festland angegriffen, dennoch findet der Umstand der menschlichen Gewalt immer wieder Einzug in „Mies - Mies von der Rohe“.
Optisch kann das Comic ebenfalls überzeugen. Ich musste mich zwar ein wenig an den Stil gewöhnen, weil insbesondere die Gesichter der Protagonisten sehr prägnant dargestellt sind. Doch nach kurzer Eingewöhnung huschten meine Augen über die Panels und fühlten sich dabei wohl. Am besten hat mir die Zeichnung vom Seagram Building gefallen. Alleine, weil dort eine Szene aus dem Film „Frühstück bei Tiffany“ nachgestellt wird. Nicht, dass ich nun ein Fan von dem Streifen bin, aber die Zeichnung hatte schon etwas anziehendes.
Fazit „MIES - Mies van der Rohe: Ein visionärer Architekt“ ist eine Biographie, die Höhepunkte aus dem Leben des Architekten zeigt, sich aber nicht für Tiefpunkte zu schade ist. Die Balance stimmt und macht das Leben eines nicht so bekannten Mannes interessant und greifbar.