Buch - Drama
Mindest
MindestBuch - Drama | mit: El HotzoBewertung:★★★★★ Sebastian Hotz ist "El Hotzo", zumindest tritt er in der Öffentlichkeit unter diesem Namen auf. Bekannt wurde der Autor des Romans durch Beiträge auf Twitter und Instagram. Dort ist er recht aktiv und er postet Inhalte die sich oftmals um gesellschaftspolitische Dinge drehen und ist dabei besonders zynisch. Seit dem Jahr 2021 schreibt er für Jan Böhmermann und hat jetzt sogar ein sehr ansprechendes Buch auf die Beine gestellt. Warum es mir gefallen hat, erfahrt ihr ein Stück weiter unten. Handlung Maximilian Krach hat alles, was sich ein im Internet sozialisierter junger Mann im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wünschen kann: teure Uhren, eine amtliche Anzahl Follower, eine so einfache wie geniale Geschäftsidee und einen unerschütterlichen Glauben an die eigene Einzigartigkeit.
Da ihm daran gelegen ist, seine Erkenntnisse und Einsichten zu teilen, nimmt er sich alle paar Wochen die Zeit, um einem vollbesetzten Seminarraum in mittleren und kleinen deutschen Großstädten seine Ideen zuteilwerden zu lassen. Es geht um Wölfe und Schafe, um berühmte Einzelgänger und um den Schlüssel zum Erfolg, der nicht, wie so viele glauben, irgendwo da draußen liegt, sondern viel, viel näher: im richtigen Mindset.
Doch wer deswegen glaubt, der Weg nach ganz oben sei nicht beschwerlich und fordernd, nicht gesäumt von dornigen Chancen und unbelehrbaren Bedenkenträger*innen, hat natürlich nichts verstanden. Es sind Lektionen, die auch Mirko noch bevorstehen, der sich aufmacht, mit Maximilians Hilfe aus seinem trostlosen Alltag auszubrechen. Und so werden Präsentationen gestrickt und Postings geplant, Sportwagen gemietet und NFTs gemintet, bis eine arglos abgesetzte Pizzabestellung in einer Gütersloher Winternacht Erkenntnisse bereithält, die sich nur sehr schwer in wichtige Learnings übersetzen lassen.
Ein Roman über Männer, die keine Zeit und keine Lust haben, an ihrer Durchschnittlichkeit zu verzweifeln, und eine Gesellschaft, die deren Ausflüchte irgendwie bewältigen muss. Als ob es nicht schon genug Probleme gäbe.BewertungDie Kritik am Neoliberalismus ist spätestens seit dem Krieg in der Ukraine und der damit erfolgten hohen Inflation in aller Munde. Wie wir in Zukunft leben möchten, wie wir mit unserer Umwelt umgehen wollen und wie wir uns gegen die Gefahren stellen. Es ist überall das Thema. Der Schwenk zum Buch ist dann auch eine soziologische Betrachtung der Menschen innerhalb des Kosmos Deutschlands.
Es geht um Menschen die sich in diesem System unwohl fühlen. Die zwar im Leben stehen, an der Gesellschaft teilnehmen, jedoch mit der Rolle unzufrieden ist. Instagram und andere Medien suggerieren etwas vom Reichtum. Sie zeigen zwar nur einen Bevölkerungsanteil von 0,001 %, aber gaukeln ständig vor, dass es das Leben ist, was natürlich sehr schnell erreicht werden kann. Mirko, die Hauptfigur, ist schon in den Selbsthass gefallen, weil er mit den Einflüssen nicht zurecht kommt.
Da kommt ein Mentalcoach um die Ecke. Natürlich, wie soll es anders sein, geht mal auf "YouTube", ist jeder Coach, durchtrainiert, fährt ein dickes Auto, macht einmal die Woche Urlaub und trägt teure Uhren. Was hinter der Fassade steckt, ist leicht zu erkennen, der mit dem Kleinsten hat oftmals das größte Mundwerk. Warum, es ist bekannt, er übersteuert so seine Angst. Der Schein von Reichtum und Erfolg ist das Ziel, aber es ist auch eine Show für das Überblenden des fehlenden Selbstwertgefühls.
Der Autor schafft es durch einen tollen Humor und einer guten Beobachtungsgabe eindeutig und präzise zu schreiben. Alles in einem flüssigen Schreibstil, sodass der Lesefluss nicht ins Stocken gerät. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich einer Welt zu widmen, die wir alle täglich vor Augen haben. Fazit "Mindest" ist toll, das Buch beschreibt einen Zustand der Gesellschaft, in dem es im Ergebnis um das eigene ich geht und unsere Rolle. Sind wir zufrieden oder eifern wir dem Schein von Reichtum und Macht nach!?
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Da ihm daran gelegen ist, seine Erkenntnisse und Einsichten zu teilen, nimmt er sich alle paar Wochen die Zeit, um einem vollbesetzten Seminarraum in mittleren und kleinen deutschen Großstädten seine Ideen zuteilwerden zu lassen. Es geht um Wölfe und Schafe, um berühmte Einzelgänger und um den Schlüssel zum Erfolg, der nicht, wie so viele glauben, irgendwo da draußen liegt, sondern viel, viel näher: im richtigen Mindset.
Doch wer deswegen glaubt, der Weg nach ganz oben sei nicht beschwerlich und fordernd, nicht gesäumt von dornigen Chancen und unbelehrbaren Bedenkenträger*innen, hat natürlich nichts verstanden. Es sind Lektionen, die auch Mirko noch bevorstehen, der sich aufmacht, mit Maximilians Hilfe aus seinem trostlosen Alltag auszubrechen. Und so werden Präsentationen gestrickt und Postings geplant, Sportwagen gemietet und NFTs gemintet, bis eine arglos abgesetzte Pizzabestellung in einer Gütersloher Winternacht Erkenntnisse bereithält, die sich nur sehr schwer in wichtige Learnings übersetzen lassen.
Ein Roman über Männer, die keine Zeit und keine Lust haben, an ihrer Durchschnittlichkeit zu verzweifeln, und eine Gesellschaft, die deren Ausflüchte irgendwie bewältigen muss. Als ob es nicht schon genug Probleme gäbe.BewertungDie Kritik am Neoliberalismus ist spätestens seit dem Krieg in der Ukraine und der damit erfolgten hohen Inflation in aller Munde. Wie wir in Zukunft leben möchten, wie wir mit unserer Umwelt umgehen wollen und wie wir uns gegen die Gefahren stellen. Es ist überall das Thema. Der Schwenk zum Buch ist dann auch eine soziologische Betrachtung der Menschen innerhalb des Kosmos Deutschlands.
Es geht um Menschen die sich in diesem System unwohl fühlen. Die zwar im Leben stehen, an der Gesellschaft teilnehmen, jedoch mit der Rolle unzufrieden ist. Instagram und andere Medien suggerieren etwas vom Reichtum. Sie zeigen zwar nur einen Bevölkerungsanteil von 0,001 %, aber gaukeln ständig vor, dass es das Leben ist, was natürlich sehr schnell erreicht werden kann. Mirko, die Hauptfigur, ist schon in den Selbsthass gefallen, weil er mit den Einflüssen nicht zurecht kommt.
Da kommt ein Mentalcoach um die Ecke. Natürlich, wie soll es anders sein, geht mal auf "YouTube", ist jeder Coach, durchtrainiert, fährt ein dickes Auto, macht einmal die Woche Urlaub und trägt teure Uhren. Was hinter der Fassade steckt, ist leicht zu erkennen, der mit dem Kleinsten hat oftmals das größte Mundwerk. Warum, es ist bekannt, er übersteuert so seine Angst. Der Schein von Reichtum und Erfolg ist das Ziel, aber es ist auch eine Show für das Überblenden des fehlenden Selbstwertgefühls.
Der Autor schafft es durch einen tollen Humor und einer guten Beobachtungsgabe eindeutig und präzise zu schreiben. Alles in einem flüssigen Schreibstil, sodass der Lesefluss nicht ins Stocken gerät. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich einer Welt zu widmen, die wir alle täglich vor Augen haben. Fazit "Mindest" ist toll, das Buch beschreibt einen Zustand der Gesellschaft, in dem es im Ergebnis um das eigene ich geht und unsere Rolle. Sind wir zufrieden oder eifern wir dem Schein von Reichtum und Macht nach!?