Comic - DC

Mister Miracle Megaband

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Mister Miracle Megaband
Mister Miracle MegabandComic - DC | mit: Autor: Tom King; Zeichner: Mitch GeradsBewertung:★★★★★ Vom CIA-Mitarbeiter zum derzeit gefragtesten Comic-Autoren – Tom Kings Karriereverlauf ist schon erstaunlich. Mit Mister Miracle hat er 2018 den Eisner als besten Autor gewonnen. Aber nicht nur die Kings Geschichte hat mich umgehauen, denn mein Highlight in Mister Miracle ist die – auch Eisner-prämierte – Kunst von Mitch Gerads. Handlung Als Sohn des Highfathers von New Genesis geboren, wurde Scott Free im Rahmen von Friedensverhandlungen mit dem benachbarten Apokolips gegen den Sohn von Darkseid ausgetauscht. Scott aber konnte eines Tages dem Höllenplaneten entfliehen und auf der Erde ein neues Leben als Superheld und Entfesselungskünstler Mister Miracle beginnen. Doch der Frieden hielt nicht lange an und so wird Scott wieder in den Krieg zwischen Apokolips und New Genesis hineingesogen.BewertungKennt ihr es, wenn euch eine Story sehr verwirrt hinterlässt, diese Verwirrung euch aber keineswegs als ein schlechtes Gefühl vorkommt? So in etwa habe ich mich sowohl beim Lesen vom Megaband zu Mister Miracle, als auch danach gefühlt. Denn Scott Free ist für mich der Inbegriff des unzuverlässigen Erzählers. Man kann nie wirklich glauben, was man durch seine Augen sieht, da er bspw. Menschen sieht und mit ihnen spricht, die gar nicht da sind. Diese Unverlässlichkeit ist nicht das einzige Erzählelement, das mit dem Leser spielt. Tom King erklärt nicht viel, sowohl was Schauplätze als auch Figuren angeht. Warum es zum neuen Krieg gekommen ist oder wie der Highfather gestorben ist, bleibt im Dunkeln.
Was mich aber am meisten – im guten Sinne – verwirrt hat, sind die Erzählsprünge. Die Zeit zwischen den Panels vergeht, ohne dass etwas darüber erzählt wird. Auch Schauplätze wechseln sich von einer Seite zur nächsten ab. Das hat aber eine krasse erzählerische Wucht. Wie etwa, wenn Scott und Big Barda sich zwischen Kinderziehung und Krieg abwechseln. Das macht diesen Krieg, denn New Genesis gegen Apokolips führt, zu einem unwirklichen Ereignis. Zum einen, weil durch die Schallröhre jede Figur überall in Sekunden hingehen kann. Zum anderen, weil man nie die Schlachten, die geschlagen werden, in Gänze sieht, höchstens wie Mister Miracle um sich schlägt oder seine Wunden behandeln lässt. Die ganze Zeit hindurch redet er mit seiner Frau Big Barda über die Motherbox.
Aber bei aller Liebe zur Geschichte, die Tom King hier erschaffen hat, mich hat vor allem der Zeichenstil von Mitch Gerads vom Hocker gerissen. Nicht nur, weil er Scott Free mit coolen T-Shirts ausgestattet hat – neben Fan-Shirts von Batman, Flash und Co. trägt Scott auch ein T-Shirt des King-Gerads-Comic „The Sheriff of Babylon“. Auch das kleine Detail, dass der Hintergrund der Seiten sich verändert, je nachdem, in welcher Welt – schwarz für New Genesis oder Apokolips, weiß für die Erde – sich das Gezeigte abspielt, finde ich bemerkenswert.
Diese kleinen Details sind schön und machen das Megaband interessant. Für mich aber ist die Gestaltung des Comics am spannendsten. Die ersten beiden Seiten des Megabands ausgenommen sind alle Seiten des Comics in neun – drei Reihen, drei Spalten – Panels aufgeteilt, wobei die Größe der Panels kein einziges Mal variiert. Obwohl man meinen könnte, dass durch eine solch strikte Struktur die Gestaltung des Comics langweilig erscheinen könnte, schafft Gerads es, unglaublich kreativ zu arbeiten. Er spielt viel mit Farben, vor allem mit dem Kontrast zwischen dem bunten Kostüm von Mister Miracle und der düsteren, trostlosen Umgebung des Kriegs. Wenn Mister Miracle sich durch eine Masse an gegnerischen Soldaten kämpfen muss, sticht er richtig schön heraus und wirkt gleichzeitig ein bisschen deplatziert in dieser farblosen Welt.
Fazit Mir hat „Mister Miracle Megaband“ unglaublich gut gefallen. Die Geschichte von Tom King lässt den Leser im guten Sinne ständig im Unwissen darüber, was gerade passiert. Für mich aber sticht Zeichner Mitch Gerads eindeutig heraus. Sowohl wie er die Seiten gestaltet hat, als auch die Art und Weise, wie er Kings Geschichte visualisiert finde ich großartig!
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