Comic - Horror

Moonshine #1

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Moonshine  #1
Moonshine #1Comic - Horror | mit: Brian Azzarello und Eduardo RissoBewertung:★★★★★ Brian Azzarello und Eduardo Risso wagen sich an das doch stark ausgelutschte Thema Werwölfe heran, und tatsächlich schaffen sie es gemeinsam einen ansprechenden Comic auf die Beine zu stellen, der trotz des obligatorischen Gefühls „das kenne ich doch schon“, einfach gut ist. Warum, weil sie ein wenig Mafia in die Suppe rühren und zusammen ergibt das teuflische Gemisch einen guten Geschmack. Handlung Im Jahr 1920 wollten die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Bevölkerung trocken legen und so hat die Prohibition die Herstellung von Alkohol verboten. Das Trinken ist also eine Straftat geworden. Leider wollten die Menschen im Land weiter trinken. Die Mafia hat das ganz schnell erkannt und schloss die entstandene Lücke und bediente die Kundschaft und wurde dadurch nicht nur steinreich, sondern auch sehr einflussreich. Der Gangster Lou Pirlo wurde von seinem Chef dazu beauftragt, neue Lieferanten zu finden. Lou reiste daraufhin in die hintersten Appalachen, um dem Schwarzbrenner Hiram Holt ein Geschäft vorzuschlagen. Holt ist jedoch ein ganz spezieller Mensch und er schützt sein Unternehmen und dabei geht er über Leichen. Doch der liebe Schnaps ist nicht das einzige Geheimnis von Holt...BewertungDie Prohibition und Werwölfe sind ein interessantes Genregemisch. Für sich alleine wurden diese Geschichten schon gefühlt 1001 mal erzählt. Doch zusammen habe ich es in der Form noch nicht in die Hände bekommen. Alleine der gesellschaftliche Stil der 20er Jahre und die Mafia kommen bestens zur Geltung. Parallelen zur Serie „Boardwalk Empire“ und zum Film „Die Unbestechlichen“ können durchaus gezogen werden. Zwar reicht die Bedrohlichkeit der kriminellen Vereinigung nicht dafür aus, dass man sich vor Pirlo und Co fürchten muss, jedoch wird der Leser in diese Welt hineingezogen. Für Angst und Schrecken muss sowieso wer anders sorgen. Die Rede ist von Holt und seinem großen Geheimnis.

Der Horror-Bereich kommt ebenfalls gut zur Geltung. Auch, weil er nur dezent eingesetzt wird. Wenn entsprechende Szenen allerdings an der Reihe sind, sieht der Leser recht drastische Panels. Holt ist wirklich nicht zimperlich, wenn es darum geht, sein Geschäft zu verteidigen. Kopf oder Arme ab, da gibt es keine Gnade. Pirlo gerät immer tiefer in die Seilschaften des Hinterlandes hinein und lernt immer mehr Leute kennen. Natürlich ist auch eine schöne, blonde Frau dabei, die es ihm sichtlich angetan hat. Der Druck auf ihn nimmt spürbar zu, so sehr, dass selbst sein eigener Boss für ihn nicht mehr so wichtig erscheint. Pirlo will zwar nur seinen Job erledigen, doch auf seinem Weg dorthin, verstrickt er sich immer mehr. Der Leser wird auf diese Reise mitgenommen und erfährt dabei kontinuierlich immer mehr über die Leute und den Ort. Darüber hinaus wird der Charakter Pirlo näher vorgestellt. Ein Ereignis aus seiner Kindheit rückt dabei näher in den Fokus, sodass der Hauptdarsteller neben seinen unübersehbaren Ecken und Kanten auch menschliche emotionale Bezüge erhält.

Das Erzähltempo ist dabei konstant und überhastet nicht. Es schlägt auch nicht ins andere Extrem aus, sodass nie so etwas wie Langeweile aufkommen kann. Schon nach wenigen Seiten möchte man „Moonshine“ nicht mehr aus der Hand legen. Die Zeichnungen sind nicht durchgehend gut. Ab und an waren sie mir einfach zu cartoonhaft. Grundsätzlich vermitteln sie aber durchaus ansprechend die bedrohliche Lage. Sie sind entsprechend dunkler und in matten Farben gehalten. Fazit „Moonshine #1“ schafft es einem ausgelutschten Genre wieder neues Leben einzuhauchen und mausert sich zu einem ansprechenden Mafia-Horror-Comic.
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