Buch - Drama

Munk

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Munk
Munk Buch - Drama | mit: Jan WeilerBewertung:★★★★★ Munk war mein erstes Buch von Jan Weiler, und das sollte man fast schon als Versäumnis werten, denn er ist definitiv ein Autor, den man gelesen haben muss. Viele von euch kennen ihn wahrscheinlich schon besser, und seid damit – wie immer – die größeren Experten. Bei meiner Recherche über ihn bin ich auf ein spannendes Herzensprojekt gestoßen: Mit seinem Roman Der Markisenmann hat er einen lang gehegten Wunsch seiner Tochter erfüllt, die sich seit zehn Jahren ein Buch nur für sich gewünscht hat. Das Ergebnis möchte ich mir demnächst zu Gemüte führen, denn allein die Entstehungsgeschichte ist bezaubernd. Doch jetzt geht es erst einmal um Munk – und ich lasse meinen Gedanken dazu in der Bewertung freien Lauf. Handlung Munk ist seit September 2024 erhältlich und umfasst stattliche 384 Seiten. Die Handlung dreht sich um den Architekten Peter Munk, der mit 51 Jahren nach einem Herzinfarkt auf einer Kaufhausrolltreppe in einer Lebenskrise steckt. In der Reha wird ihm von seinem Therapeuten geraten, die Menschen zu reflektieren, die ihn geprägt haben. So beginnt er, auf die dreizehn Frauen in seinem Leben zurückzublicken und die Lektionen zu erkennen, die sie ihm beigebracht haben – mit überraschenden Ergebnissen.BewertungDas Buch überzeugt durch Weilers unverkennbaren Mix aus scharfsinniger Ironie und pointiertem Humor. Seine Situationskomik ist einfach genial und fesselt den Leser direkt. Weiler versteht es, humorvolle Geschichten mit Tiefe zu erzählen, was an den Stil vieler aktueller Autoren erinnert. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und zaubern gleichzeitig ein Lächeln ins Gesicht.

Allerdings bleiben die weiblichen Charaktere oft etwas blass und austauschbar. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es viele Begegnungen gibt, die schnell aufeinanderfolgen. Auch Peter "Munk" selbst bleibt eher passiv – er lässt das Leben mehr auf sich zukommen, als es selbst in die Hand zu nehmen. Das sorgt dafür, dass er als Figur manchmal etwas distanziert und schwer greifbar wirkt.

Dennoch ist Peter "Munk" sympathisch. Seine Zurückhaltung erlaubt es dem Leser, über die Erlebnisse nachzudenken und eigene Schlüsse zu ziehen. Es gibt genug Raum für Interpretationen, was die Geschichte umso interessanter macht. Obwohl einige Begegnungen übertrieben oder unrealistisch erscheinen, sind die Geschichten so charmant und gut erzählt, dass man sich jeden Abend auf eine neue Anekdote freut – es sei denn, ihr verschlingt das Buch in einem Rutsch.
Fazit Trotz kleiner Kritikpunkte hat "Munk" mich auf eine Weise unterhalten, die viele andere Bücher nicht geschafft haben. Es ist erfrischend anders und absolut lesenswert!
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