Comic - Komödie

Niemals – D-Day

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Niemals – D-Day
Niemals – D-DayComic - Komödie | mit: Bruno Duhamel Bewertung:★★★★★ Der im Jahre 1975 geborene Autor und Zeichner Bruno Duhamel entwickelt sich langsam aber sicher zu einem meiner Lieblinge. Ich habe bis dato zwar erst die beiden Bände von "Niemals" und "Falsche Fährten" gelesen, aber die haben mich bestens unterhalten. In beiden geht es im Übrigen in der Hauptrolle um ältere Persönlichkeiten. Weiterhin kann ich auch nicht sagen, ob "Niemals - D-Day" eine geplante Fortsetzung ist oder ob Duhamel "nur" auf seiner Erfolgswelle weiter reiten möchte. Ob dieser Ritt auf der Welle geglückt ist, verrate ich ein Stück weiter unten. Handlung Troumesnil in der Normandie: Madeleine wird dieses Jahr 91 Jahre alt. Das Haus der blinden Frau steht immer noch am Rande des Abgrunds. Seit sie sich gegen den Bürgermeister zur Wehr gesetzt hat, der sie aus ihrem Zuhause vertreiben wollte, ist Madeleine zu einer Ikone des Widerstands geworden. In den Medien wurde groß über die Geschichte berichtet.

Jetzt pilgern zahlreiche Touristen nach Troumesnil, um die alte Dame und ihr Haus zu sehen. Leider ohne auf die Sicherheitsvorschriften zu achten. Als ein Teil der Sandsteinklippe wegbricht, verschärft sich die Situation dramatisch. Und als dann auch noch der Bürgermeister verschwindet, wittert die rechts-konservative Opposition ihre Chance. Nur eine unbeugsame, alte Dame mit Schneid, Charakter und Zugang zu einem vergessenen Munitionslager der Wehrmacht kann die Stadt jetzt noch retten.BewertungZeitgenössische Politik, gesellschaftliche Einflüsse und Comic-Humor vereinen sich in "Niemals - D-Day". Auf der einen Seite tritt ein rechter Wahlkämpfer auf, der unbedingt Bürgermeister werden will. Das traurige ist, dass er seinen liberalen Kontrahenten als Nazi beschimpft, obwohl das nicht im entferntesten zutrifft. Das der Kandidat eher dem rechten Spektrum zuzuordnen ist, liegt auf der Hand. Das er für sein Ziel alles macht, sogar über Leichen geht, ist eine tolle Anspielung auf die Auswirkungen des Faschismus. Auf den 64 Seiten geht es also auch darum, zwischen den Zeilen zu lesen. Dann geht es weiter mit einer alten Dame, die wir bereits kennen. Hier kommen einige Konflikte auf den Tisch, besonders das Thema des freien Willens und das Abschieben in ein Altersheim blieben mir im Gedächtnis. Daher ist es um so schöner und romantischer, dass sich die alte Dame, die auf den Namen Madeleine hört, durchgesetzt hat.

Und dann ist er auch noch da. Die Rede ist vom tollen und ansprechenden Humor. Keine Frage, es handelt sich um eine Wohlfühlgeschichte mit gewissen Akzentpunkten, die immer wieder durch ein paar Gags aufgewertet wird. Ach, es macht einfach Spaß "Niemals - D-Day" zu lesen. Besonders bizarr wird es, als ein ehemaliger deutscher Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wird. Quasi die Festung am Strand, die wiederum für die Festung von Madeleine steht. Vielleicht interpretiere ich auch zu viel hinein. Egal, es macht mir Spaß! Zurück zur Festung am Strand. Die bekanntlich in der Normandie steht, also der Heimat von Bruno Duhamel.

Kritik geht aber an den "avant-verlag", denn die beiden Ausgaben haben einen optischen Schönheitsmakel. Der Buchrücken ist unterschiedlich. Im ersten Teil ist er flach und im zweiten gewölbt. Ich hoffe meine Besucher bemerken diesen Umstand nicht in meiner Sammlung...
Fazit "Niemals - D-Day" ist eine starke Fortsetzung von unserer Lieblingsoma!
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