Filme - Anime

Night is short, walk on girl

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Night is short, walk on girl
Night is short, walk on girlFilme - Anime | mit: von: Masaaki Yuasa; mit: Kana Hanazawa; Gen HoshinoBewertung:★★★★★ Ein einziges Mal lief „Night is short, walk on girl“ in den deutschen Kinos. Wer die Anime Night verpasst oder erst später davon erfahren hatte, musste geduldig warten. Doch nun ist die Wartezeit vorbei! Handlung Eine junge Studentin will einmal in die Welt der Erwachsenen eintauchen. Deswegen beschließt sie, sich den ganzen Abend lang zu betrinken – angefangen bei einer Hochzeitsfeier. Was sie nicht weiß: Ein paar Tische weiter sitzt ihr Kommilitone, der Hals über Kopf in sie verliebt ist. Schon seit Ewigkeiten versucht er, sie „zufällig“ zu treffen und so ihr das Gefühl zu geben, dass sie vom Universum für einander vorgesehen sind. An diesem Abend hat sie aber nur Augen für eine Sache: alkoholhaltige Köstlichkeiten. So macht sie sich nach der Feier auf in eine Bar, in der sie auf Higuchi und Hanuki – ihre Wegweiser durch die kommende lange Nacht – trifft. Gemeinsam wandern sie von Bars über nostalgische Bücherflohmärkte bis hin zu Festen mit illegalen Theatervorstellungen – dicht gefolgt von dem Kommilitonen. Trailer BewertungIn seinem Film „Night is short, walk on girl“ schafft Regisseur Masaaki Yuasa es, märchenhafte Elemente im Alltag zu finden und diese auch zu zeigen. Denn was als ganz normaler Abend anfängt wird sehr schnell zu einer fantastischen Geschichte: In einem Bücherflohmarkt begegnet die Studentin dem Gott der Büchermärkte, ein älterer Mann hortet in seinem umherziehenden Zug eine ganz besondere Schnapssorte und die ganze Stadt verfällt einem mysteriösen Schnupfen, von dem die Studentin verschont bleibt.
Der Zeichenstil ist sehr simpel und wenig realistisch. Die Figuren, vor allem die männlichen, sind eher als Karikaturen konzipiert: großes Kinn, lange Gliedmaßen oder Striche statt Augen. Das setzt den Film von anderen Animes ab, deren Figuren aufwendig gezeichnet sind oder wo die Gebäude sehr realistisch aussehen. Wer auf detaillierte, hübsche Zeichnungen steht, wird mit „Night is short, walk on girl“ keinen Spaß haben. Oder wenn man nicht auf verrückte, unglaubliche Geschichten steht. Wie schon gesagt, der Film zeigt das Märchenhafte im Alltag. Aber anders als etwa bei einem Ghibli-Film, wo es wortwörtlich fantastisch wird, artet das ganze hier eher ins Absurde. Wie zum Beispiel, als der Komillitone sich in einer Untergrund-Auktion für seltene Bücher wiederfindet, wo der, der am meisten vom sehr scharfen Essen verschlingen kann, gewinnt. Nach und nach ist man auch froh darüber, dass der Zeichenstil des Films so simpel ist, denn nicht nur die Geschichte wird immer absurder. Es gibt Farbenexplosionen und manchmal wechselt der Zeichenstil sehr drastisch. Etwa wenn die Studentin über ihre Kindheit redet, oder ein Mann davon erzählt, wie er die Liebe seines Lebens getroffen hat. In diesen Rückblicken sieht man die Figuren nur als Schemen, fast wie beim Intro vom Pixar-Film „Die Unglaublichen“.
Wegen der ganzen sehr unglaublichen Wendungen muss man bei „Night is short, walk on girl“ ganz genau auf die Handlung achten. Denn wenn man kurz aufs Handy schaut oder sich ein Schluck Wasser aus der Küche holen geht, kommt man zu einem gefühlt ganz anderen Film wieder zurück. Das hat einerseits den Vorteil, dass der Film nie langweilig wird. Man kann wirklich nicht vorhersehen, wohin die Story sich als nächstes wenden wird. Das führt aber auch dazu, dass man leicht überfordert wird. Wer wie zu wem gehört wird schnell unübersichtlich, auch weil die Figuren meistens keinen Namen haben oder mehrmals kurz in vollkommen unterschiedlichen Szenarien auftauchen. Das macht den Film an manchen Stellen ein bisschen anstrengend zu gucken.
Fazit Obwohl „Night is short, walk on girl“ an manchen Stellen echt anstrengend sein kann, sowohl in Bezug auf die Handlung als auch den Zeichenstil, war ich am Ende doch sehr begeistert vom Film. Die absurden Wendungen und die tollen Einfälle machen den Film zu einem unvorhersehbaren Vergnügen. Man muss sich nur darauf einlassen können (und wollen).
ZURÜCK INS ARCHIV